Notfälle
Blutspende
Karriere
Presse
Forschung
Lehre
Patienten
Zuweiser

Hornhaut-Transplantation – was ist das?

 

Neben der Verpflanzung von Organen wie Niere, Herz oder Leber, ist auch eine Übertragung von Geweben, wie Gehörknöchelchen oder der Hornhaut des Auges, möglich. 

Die Hornhaut, auch Cornea genannt, schließt die Augenoberfläche wie ein Uhrglas ab, Sie ist verhältnismäßig dünn und durchsichtig. Verliert sie ihre Klarheit, gelangt nicht mehr ausreichend Licht in das Auge: Der Betroffene büßt sein Sehvermögen ein und kann erblinden.

Eine Hornhaut-Transplantation kann ihm das Augenlicht zurückgeben. Die getrübte Cornea wird entfernt und durch die gesunde, klare Hornhaut eines Spenders ersetzt.

Eine Trübung der Hornhaut kann viele Ursachen haben. Am häufigsten sind Infektionen, zum Beispiel mit dem Herpesvirus, Verletzungen oder angeborene Erkrankungen. Aber auch extreme Verdünnungen der Hornhaut können eine Transplantation notwendig machen.

 

   

     Auge eines 14jährigen Jungen mit einer      4 Monate später,  nach erfolgreicher 

    vererbten zunehmenden Hornhauttrübung.  Transplantation der Hornhaut, ist das  

                                                                    Sehvermögen wieder hergestellt.

 

Die Cornea-Transplantation ist die erfolgreichste Verpflanzung eines Gewebes. Die fremde Hornhaut wird vom menschlichen Organismus meist Jahrzehnte lang toleriert. Medikamente, die eine Abstoßung verhindern, müssen nur vorübergehend eingenommen werden. Weltweit haben bislang zehntausende Erblindeter das Augenlicht durch die Verpflanzung einer Hornhaut zurückerhalten. 

Eine erfolgreiche Transplantation kann den Patienten das Sehvermögen vollständig wiedererlangen lassen. Sein Alltag verändert sich dann schlagartig: Er kann wieder lesen, seinem Beruf nachgehen, ist frei von Schmerzen. Für manche Patienten bedeutet die Transplantation sogar, dass sie zum ersten Mal sehen können. Bei Kindern kann eine Hornhaut-Transplantation zudem verhindern, dass sie durch angeborene Trübungen der Cornea erblinden. Denn eine normale Sehschärfe kann sich nur entwickeln, wenn von Geburt an ausreichend Licht in das Auge gelangt. 

Doch längst nicht allen Patienten, die auf eine Hornhaut warten, kann heute geholfen werden. Denn es stehen bei weitem nicht genug Spender zur Verfügung. In Deutschland warten derzeit rund 5 000 Patienten auf ein Hornhaut-Transplantat. Sie haben nur eine Chance, wenn mehr Menschen bereit sind, ihre Augenhornhäute nach dem Tod zu spenden.

    

Unter dem Operationsmikroskop (links) wird die kranke Hornhaut entfernt und durch eine Spender-Cornea (Skizze, rechts) ersetzt.