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Präanalytik

I. Standardisierte Materialentnahme

  Blutuntersuchungen

  • Venenblut
    Die Blutentnahme sollte normalerweise zwischen 7.00 und 9.00 Uhr morgens, am nüchternen Patienten, möglichst immer in der gleichen Körperposition (sitzend oder liegend) nach fünfminütiger Ruhephase erfolgen.
     

    Kapillarblut
    Hyperämisierung und Desinfektion der Fingerbeere mit Alkoholtupfer und ca 3mm tiefer Einstich (bei Kindern weniger) mit einer Hämostilette.
    Die 20ul Kapillare wird an den Bluttropfen gehalten und luftblasenfrei vollständig gefüllt, anschließend gesäubert und in die Kabevette gegeben, mehrfach gekippt und mit dem Probenetikett versehen.

  • Blutgasanalyse
    Die Entnahme des Blutes aus dem hyperämisierten und desinfizierten Ohrläppchen mittels einer heparinisierten Glaskapillare mit Stahlstift. Nach Verschließen der Kapillare mit Verschlußkappen wird durch Bewegung des Magneten längs der Kapillare das Blut mit dem Gerinnungshemmer gemischt und danach sofort gekühlt (0 - 4 ºC) in das Labor transportiert
    .
     

  Probeentnahmesysteme

  • Plasmamonovette (mit Antikoagulanz)
    Im Plasmaröhrchen wird die Gerinnung durch Antikoagulanz verhindert.

    Folgende Antikoagulantien kommen zum Einsatz:

    Ammoniumheparinat für fast alle Untersuchungen der klinischen Chemie, besonders auch für Notfalluntersuchungen, da das Blut sofort weiterverarbeitet werden kann.

    Kalium-EDTA wird fast ausschließlich für hämatologische und molekularbiologische Untersuchungen verwendet.

    Natrium-Citrat Antikoagulanz für Gerinnungsanalysen.
    Hierbei ist zu beachten, daß das Mischverhältnis Natriumcitrat/Blut exakt eingehalten wird (1 Teil Citrat / 9 Teile Blut), das Röhrchen ist immer bis zur Marke zu füllen.

    Lithiumheparinat ist z. B. in Blutgasröhrchen enthalten.
  • Serummonovette (ohne Antikoagulanz)
    Im Serumröhrchen gerinnt das Blut, vor der Analyse der Serumbestandteile muß die vollständige Gerinnung abgewartet werden.

 Beurteilung des Probenmaterials

  Die Beurteilung des Probenmaterials kann durch verschiedene Faktoren eingeschränkt  
  werden: Schon bei leicht hämolytischem Blut sind Kalium und eine Reihe von Enzymen 
  (LDH, CK) erhöht. Starke Hämolyse kann auch die Bestimmung anderer Parameter durch  
  die Eigenfärbung beeinflussen.

  • Hämolyse
    Sie kann pathologische Ursachen haben, ist aber meist durch Fehlabnahmen bedingt (zu lange Stauung, zu kleines Kanülenlumen, zu schnelles Aspirieren, zu starkes Abkühlen oder Erwärmen, zu lange Aufbewahrung bis zur Zentrifugation).
  • Lipämie
    Photometrische Messungen, Turbidimetrie und Absorptionsmessungen werden durch lipämische Trübungen gestört.
    Eine Lipämie des Plasmas/Serum kann durch Verdrängungseffekte zu einer scheinbaren Erniedrigung der Elektrolyte (Kalium, Narium, Calcium) führen.
  • Ikterisches Plasma
    Hier sind Einflüsse bei Absorptionsmessungen im Bereich zwischen 400 - 500 nm möglich.
  • Arzneimittel
    Arzneimittel (einschließlich Plasmaexpander) und ihre Metabolite zeigen z.B. Interferenzen durch Eigenfarbe (Rifampicin, Antrachinone), durch Fluoreszenz (Tetrazykline), durch reduzierende Eigenschaften (Ascorbinsäure, Dopa) oder durch Chelatbildung (Phenothiazine).
    Zu beachten ist, daß Arzneimittel die Resultate von Laboruntersuchungen nicht nur durch methodische Interferenzen beeinflussen können, sondern dass häufiger unbekannte und unerwartete pharmakologische Effekte in vivo zu Veränderungen führen.

  Liquoruntersuchungen

  Da zelluläre Liquorbestandteile sehr schnell verändert und zersetzt werden, muß die
  Probe so schnell wie möglich untersucht werden.

  Stuhluntersuchungen

  Für Stuhluntersuchungen auf Blutbeimengungen (z.B. Hämoccult) muß die Diätvorschrift 
  sorgfältig eingehalten werden, um falsch positive Ergebnisse zu vermeiden.
  Die Verfahrensweise bei der Aufbringung der Probe auf das Testplättchen ist dem 
  Beipackzettel zu entnehmen.
  

  Urinuntersuchungen

  Wegen der geringen Stabilität zellulärer Elemente im Urin ist unbedingt zu beachten: 

  Untersuchung des Morgenurins, da dieser die Sedimentbestandteile angereichert enthält 
  und einen schwach sauren pH-Wert aufweist, der die Stabilität der partikulären 
  Bestandteile (Zellen, Zylinder) erhöht.

  Immer Verwendung von Mittelstrahlurin, um Verunreinigung der Proben zu vermeiden.

  Für bakteriologische Untersuchungen ist Katheterurin zu empfehlen. 

  Die Urinprobe muß innerhalb von 1 bis maximal 2 Stunden im Zentrallabor angeliefert 
  worden sein, da ansonsten die Autolyse der zellulären Bestandteile zu falsch negativen 
  Befunden führt und zusätzlich eine Vermehrung von Bakterien eintreten kann.

  Da die Ausscheidung einiger Substanzen einer zirkadianen Rhythmik unterliegt, ist die 
  Untersuchung von Sammelurin notwendig. Hierzu wird der Urin über 24 h gesammelt. 
  Die Sammelperiode beginnt nach dem ersten Morgenurin und endet mit dem ersten 
  Morgenurin des folgenden Tages.
  Zu Beginn der Sammelperiode wird die Blase entleert und diese Portion verworfen, am 
  Ende des Sammeltages wird die Blase wieder entleert und diese Portion gesammelt. 
  Die Gesamtmenge wird gemessen und gut gemischt. Ein aliquoter Teil wird in einer 10 ml
  Sarstedtmonovette für Urin (gelbe Kappe) zur Analyse gegeben.

  Auf dem Anforderungsschein sind Sammelmenge, Sammelzeit, Gewicht und 
  Körpergröße des Patienten anzugeben
.

 

 

II. Organisation der Labortätigkeit

  Probenannahme/Probenidentifikation

  Voraussetzung für eine korrekte Bearbeitung der Untersuchungsanträge und die schnelle
  Übermittlung der Laborbefunde ist das korrekte Ausfüllen der Anforderungsbelege und die
  eindeutige, verwechselungsfreie Probenidentifikation durch den Einsender 
  (siehe auch "Laborbelege" auf unserer Homepage)

Anforderungsformulare:
- Anforderungsbelege
- Etiketten für die Probenidentifikation
- Etiketten für die Patientenidentifikation 
- Etiketten für die Einsenderidentifikation 

  • Anforderungsbelege
    Die Beauftragung einer Untersuchung erfolgt durch Markieren der gewünschten Untersuchung in dem dafür vorgesehenen, rot umrandeten Markierungsfeld, links neben dem vorgedruckten Parameternamen.
    Die Markierung darf nur mit einem dunkelfarbigen Stift (kein rot) ausgeführt werden.
  • Probenidentifikation
    Zur Probenidentifikation wird das entsprechende Etikett dem Beleg entnommen, mit dem Patientennamen versehen und längs auf die Monovette geklebt.
    Dabei ist die Farbzuordnung zu beachten (grün: Plasma, rot: EDTA Blut, weiß/braun: Serum.
    Zur Vermeidung von Probenverwechselungen ist es zweckmäßig, die Probe und den zugehörigen Anforderungsbeleg gleichzeitig zu etikettieren.

    Beispiel für korrektes Aufkleben der Etiketten auf die Monovette 

  Einsenderidentifikation

  Die Identifikation des Einsenders erfolgt mit kleinen Etiketten, die mit dem Einsenderkürzel
  versehen sind und auf den Anforderungsbeleg unterhalb des Patientenetikettes 
  aufgebracht werden.

  Hinweise zur medizinischen Beurteilung

  Angaben, die zur medizinischen Beurteilung des Befundes erforderlich sind, bitte auf dem 
  dafür vorgesehenen Feld des Anforderungsbeleges markieren bzw. unter der Rubrik 
  "Klinische Hinweise" unbedingt eintragen.

  Weitere Hinweise

  •   Bei Verlegung von Patienten 

  Der bisher verwendete Etikettensatz wird mitgegeben und weiter verwendet.
  Ist eine Verlegung mit einer Neuaufnahme verbunden (z.B. weil ein ambulanter
  Patient als stationärer weitergeführt wird oder umgekehrt), wird der bisher 
  verwendete Etikettensatz an die Verwaltung zur Vernichtung zurückgegeben.

  •   Bei Entlassung

  Die Patientenetiketten werden an die Verwaltung zurückgegeben.

  Bei WiederaufnahmeDer Patient erhält einen neuen Etikettensatz mit einer neuen 
  Patientenfallnummer.Bei BeurlaubungIst der Patient nicht als entlassen gemeldet, 
  wird der vorhandene Etikettensatz weiter verwendet. Quartalsweise wird ein neuer
  Etikettensatz mit neuer Patientenfallnummer ausgegeben, der alte wird an die 
  Verwaltung zur Entsorgung zurückgegeben.

  • Bei ambulanten Patienten

Transport- und Aufbewahrungszeiten der Proben 

  Die Proben sollten sofort nach Entnahme durch den Hol- und Bringedienst in das Labor 
  transportiert werden.

  Die Routineproben werden zu festgelegten Zeiten bei den einzelnen Einsendern abgeholt.
  Das Probenmaterial wird sieben Tage im Zentrallabor gelagert, sodass 
  Nachuntersuchungen bei Rückfragen oder nicht plausiblen Ergebnissen möglich sind.   
  Hierbei ist die Präanalytik zu beachten.

  Bei Eil-Notfällen muss der Transport telefonisch vom anfordernden Einsender beim Hol- und
  Bringedienst bzw. über die Rohrpost unter Angabe der Dringlichkeitsstufe angemeldet
  werden, sofern der Transport nicht vom OP- bzw. Stationspersonal durchgeführt wird.

  Einmalmaterial und Organisationshilfsmittel

  Die Probengefäße und Anforderungsformulare können mittels Materialanforderunsgformular
  im Zentrallager unter der entsprechenden Artikelnummer angefordert werden.

 


Zentrallabor

Ärztliche Leiterin:

Dr. med. B. Ludwig-Kraus

Sekretariat:

S. Förtsch
Telefon: 0345 557 - 2370
Fax:       0345 557 - 2355
eMail: zentrallabor(at)uk-halle.de

Annahme und Rezeption:

Telefon: 0345 557 - 2312

Hausanschrift:

Universitätsklinikum Halle
Zentrallabor
Ernst-Grube-Str. 40
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          DIN EN ISO 9001:2008