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Stereotaktische Strahlentherapie von Lungentumoren

Seit 2008 wird an der Universitätsklinik für Strahlentherapie (Universitätsklinikum Halle / Saale) die stereotaktische Strahlentherapie von Lungentumoren angeboten. Es handelt sich um ein Spezialverfahren der Hochpräzisionsstrahlentherapie, mit dem bei ausgewählten Patienten mit begrenzten Lungentumoren (Bronchialkarzinom im Frühstadium oder einzelne Lungenmetastasen) hohe Raten einer lokalen Tumorkontrolle erreicht werden.

Dabei werden mit hohen Einzeldosen, in der Regel zwischen einer und acht Bestrahlungssitzungen (je nach Größe und Lage des Tumors), hoch wirksame Gesamtdosen auf den Lungentumor gegeben. Dies ist nur möglich, wenn das Zielgebiet relativ klein ist. Deshalb sind in erster Linie Bronchialkarzinome im Stadium T1N0M0 oder T2N0M0 geeignet, wobei in der Regel durch eine Positronenemissionstomographie (FDG-PET) ein Lymphknotenbefall im Mediastinum (Brustmittelraum) ausgeschlossen sein sollte. Für Patienten mit einzelnen Lungenmetastasen kann - unter Berücksichtigung der onkologischen Gesamtsituation - die stereotaktische Strahlentherapie ebenfalls einen sinnvollen Therapieansatz darstellen.

Isodosen im transversalen, coronalen und sagittalen Schnitt durch die Tumormitte - von gelb 100% bis blau 50% der Verschreibungsdosis

Die Methode wird in Deutschland seit Ende der 90er Jahre an mehreren Strahlentherapiezentren eingesetzt. In größeren Patientenserien wird der bestrahlte Tumor bei Wahl einer adäquaten Dosierung in mehr als 80-90% der Fälle durch die stereotaktische Strahlentherapie kontrolliert. Die Methode wird insbesondere auch bei Patienten eingesetzt, die für eine Operation eine zu schlechte Lungenfunktion aufweisen. Da die stereotaktische Strahlentherapie sehr schonend für das gesunde Lungengewebe durchgeführt wird, ist sie auch bei einem FEV1-Wert von < 1 Liter möglich. Die Behandlung ist gut verträglich, je nach Lage des Tumors können vorübergehende Haut- und Schleimhautreaktionen auftreten.

Die hohen Einzeldosen erfordern große Sorgfalt bei der Vorbereitung und Durchführung der Strahlentherapie. Insbesondere ist die atemabhängige Beweglichkeit des Lungentumors zu berücksichtigen. Die Lagerung der Patienten erfolgt in einer individuell angepassten Vakuummatratze. In dieser Position wird ein zeitaufgelöstes CT zur Erfassung der Tumorpositionen in verschiedenen Phasen des Atemzyklus durchgeführt.

Die physikalische Bestrahlungsplanung legt die Einstrahlwinkel und Feldformen fest. Mit Hilfe einer hohen Zahl von Einstrahlrichtungen wird ein starker Abfall der Strahlendosis am Rand des Zielgebietes zum Lungengewebe hin erzielt.

Vor jeder Bestrahlungssitzung wird die korrekte Position des Patienten mittels CT überprüft. Eine Sitzung einschließlich Überprüfung der Patientenposition dauert ca. 15-20 Minuten.

Ansprechpartner für die stereotaktische Strahlentherapie von Lungentumoren ist Herr Prof. Dr. Vordermark (email: strahlentherapie@uk-halle.de).

Universitätsklinik  und Poliklinik für Strahlentherapie

  Leitung:
  Prof. Dr. med. Dirk Vordermark
  Sekretariat:
  Frau Stephanie Fechner
  Telefon: (0345) 557 4310

Anmeldung ambulanter Patienten:
  Telefon: (0345) 557 4310
Belegungsmanagement:
  Frau Antje Schneider
  Telefon: (0345) 557 5549

Postanschrift: 
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie
Ernst-Grube-Straße 40
06120 Halle (Saale)
e-Mail:

Strahlentherapie@uk-halle.de