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Universitätsklinikum

Die Entwicklung der Universitätskliniken ist beispielhaft für die Ausbreitung der Universität und ihrer Institute im Stadtgebiet von Halle. Zunächst nutzte die Medizinische Fakultät das 1716 eingerichtete Krankenhaus der Franckeschen Stiftungen für den klinischen Unterricht (Collegium clinicum Halense) – das Medizinstudium wurde durch praktische Unterrichtungen aufgewertet. Ab 1786 wurde unter Johann Friedrich Goldhagen das leer stehende Hospital in Glaucha, später noch weitere Gebäude wie die des Reformierten Gymnasiums in der Stadt genutzt. 1839/40 wurde ein medizinisch-klinisches Gebäude am Domplatz – das erste eigene Gebäude der Fakultät – nach Plänen von Johann Justus Peter errichtet. Bereits im Mittelalter befanden sich in dieser Gegend Einrichtungen der Krankenpflege in Halle. 
 
 Trotz mehrerer Erweiterungen entsprach das Gebäude bald nicht mehr den medizinischen Anforderungen. Von 1876 bis 1884 wurde der zusammenhängende Komplex in der heutigen Magdeburger Straße (damals Maillenbreite genannt und am Rande des Stadtkerns gelegen) erbaut. Die Leitung und Planung hatten die Architekten Ludwig von Tiedemann und Emil Streichert inne. Als erste Einrichtungen des innerstädtisch geschlossenen Bereiches mit einer Grundfläche von 180 mal 450 Metern nahmen 1878 die Chirurgische Klinik und die Frauenklinik ihre Arbeit auf, den Abschluss bildete 1900 das Pharmakologische Institut. Mehrere dieser Gebäude wurden zu Beginn der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts aufgestockt und mit Anbauten versehen, um den erneut zunehmenden Platzbedarf zu decken. Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der Psychiatrischen und Nervenklinik in der heutigen Julius-Kühn-Straße begonnen. Sie galten als Musterkliniken. Die Finanzierung beider Komplexe erfolgte aus französischen Reparationszahlungen.
 
 In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erschloss man für den Bau des damals sogenannten "Klinikums Kröllwitz" (heute Standort Ernst-Grube-Straße) ein neues Areal, das ursprünglich für die Versorgung von Halle-Neustadt gedacht war. 1974 wurde mit dem Bau des Klinikums begonnen, von 1977 bis 1984 erfolgte die Verlegung einzelner Abteilungen in den neuen Komplex. Das zweite Bettenhaus mit etwa 34.000 Quadratmetern Nutzfläche wurde 1981 in Betrieb genommen. 1979 übernahm die Universität das Klinikum
 
 In den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts ist das Universitätsklinikum in der Ernst-Grube-Straße wesentlich erweitert worden. Für 153 Millionen Euro entstand ein Erweiterungsbau mit einem 20 Operationssäle umfassenden Zentral-OP, neuen Intensivstationen, einer Blutbank sowie poliklinischen Bereichen und Bettenstationen. Zusätzliche Flächen für Lehre und Forschung wie Hörsäle und Seminarräume sowie eine Bibliothek entstanden, außerdem wurden begonnen, die Bestandsbauten umfassend zu sanieren. Im Frühsommer 2005 nahm das Landeszentrum für Zell- und Gentherapie die Arbeit auf. Seit dem 1. Januar 2006 ist das Universitätsklinikum Halle (Saale) eine Anstalt öffentlichen Rechts.