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Bedeutende Persönlichkeiten

Friedrich Hoffmann (1660-1742) ist der "Gründervater" der Medizinischen Fakultät der Academia Fricericiana Halensis in Halle, entwickelte den Lehrbetrieb, entwarf Statuten und hielt Vorlesungen über praktische Medizin, Anatomie, Chirurgie sowie Physik und Medizin. Hoffmanns Ruhm als Arzt und Gelehrter wuchs schnell und brachte ihm zahlreiche Beinamen wie "Aesculapius Halensis" ein. Eines seiner "Medikamente", eine Mischung aus Alkohol und Äther, ist unter dem Namen "Hoffmanns Tropfen" bis heute bekannt. Die Natur galt Hoffmann als beste Heilerin.

Hoffmann selbst sorgte dafür, dass mit Georg Ernst Stahl (1660-1734) ein weiterer bekannter Mediziner als Professor an die junge Universität kam. Beide gehörten zu den bedeutendsten Ärzten der Frühaufklärung. Er wies den Selbstheilungskräften der menschlichen Natur eine größere Bedeutung zu als der "Rosskur eines dramatischen Eingriffs". Fast 20 Jahre wirkte Stahl in Halle, bevor er 1715 als königlicher Leibarzt und Präsident des dortigen Collegium Medicum nach Berlin wechselte.
 
In den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens trug die Medizinische Fakultät wesentlich zu dem hervorragenden Ruf bei, der die Universität Halle über Deutschland hinaus bekannt machte. Dies ist auch dem Waisenhausarzt Johann Juncker (1679-1759) zu verdanken, dessen praxisorientierter, mit der Armensprechstunde der Franckeschen Anstalten verbundener Unterricht, Studenten und weiterbildungswillige Ärzte aus ganz Europa anzog.

Dorothea Christiana Erxleben (1715-1762) war die erste promovierte Ärztin Deutschlands. Als Tochter eines Quedlinburger Arztes wurde ihr 1754 auf Anordnung des preußischen Königs Friedrich II. der medizinische Doktorgrad der hallischen Medizinischen Fakultät verliehen. In der väterlichen Praxis war sie ärztlich tätig, hatte Auseinandersetzungen mit missgünstigen Kollegen zu bestehen und erzog zusammen mit ihrem Mann Christian Erxleben vier Kinder. Erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Frauen zum Studium in Deutschland generell zugelassen.
 
Noch heute sind die Spuren der Anatomenfamilie Meckel in Halle zu finden. Die Meckelschen Sammlungen gehören mit heute mehr als 8000 Präparaten zu den wichtigsten anatomischen Sammlungen in Deutschland. Die Grundlage dafür bildete die Privatsammlung der Familie Meckel, deren Vertreter Philipp Friedrich Theodor Meckel (1755-1803) die Anatomie Ende des 18. Jahrhunderts zu einer neuen Blüte in Halle brachte. Informationen über die Meckelschen Sammlungen finden Sie hier.
 
Auch Johann Friedrich Goldhagen (1742-1788) und Johann Christian Reil (1759-1813) prägten am Ende des 18. Jahrhunderts das Gesicht der Medizinischen Fakultät in Halle. Als der Vater der deutschsprachigen Psychiatrie und des Wortes "Psychiatrie" gilt der hallische ProfessorReil  - für manchen ist er auch der Gründer der "eigentlichen Psychiatrie". Das Wort "Psychiatrie" hat sich weltweit durchgesetzt.
 
Der Internist Peter David Krukenberg (1787-1865) zählte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutenden Arztpersönlichkeiten in Halle. Institutions-geschichtlich ist sein Name mit der Neugründung der Poliklinik verbunden. Unter seinen Studenten befand sich der als Verfasser des "Struwelpeter" später bekannt gewordene Heinrich Hoffmann.
 
Die Hinwendung der Medizin zu den Naturwissenschaften und die dadurch möglichen modernen Behandlungsmethoden (z.B. Narkose, Asepsis beim Operieren) repräsentiert in besonderer Weise der Chirurg Richard von
Volkmann (1830-1889), der in der zweiten Jahrhunderthälfte zu den 
führenden Operateuren Deutschlands zählte. Er hat sich um die antiseptische Wundbehandlung verdient gemacht und wurde zum Wegbereiter der orthopädischen Chirurgie.
 
Am Anfang des gerade zu Ende gegangenen Jahrhunderts ist Franz Volhard (1872-1950) zu nennen, dessen Nierenforschungen ("nephrotisches Syndrom") neue Wege wiesen. In den 20er Jahren war der Internist Theodor Brugsch (1878-1963) an der Diskussion um den Ganzheitsanspruch in der Medizin maßgeblich beteiligt. Brugsch wurde während der Zeit des Nationalsozialismus aus dem Universitätsdienst entfernt, da er sich nicht von seiner Frau, die jüdischer Herkunft war, trennen wollte. 

Zwischen der Medizinischen Fakultät und der ältesten deutschen wissenschaftlichen Akademie, der in Halle ansässigen "Leopoldina", bestanden enge Verbindungen durch den Physiologen und Chemiker Emil Abderhalden (1877-1950), der als umstritten gilt.

Nach 1945 bildeten die Herz-Thorax-Chirurgie sowie die Behandlung der Nierenerkrankungen vorrangige Ziele der therapeutisch-klinischen Forschung. 1967 führte Heinz Rockstroh (geb. 1920) in Halle die erste Nierentransplantation in der DDR durch.

Foto/Abbildung: Archiv der Martin-Luther-Universität