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Schwerbrandverletztenzentrum für Kinder

Die Versorgung schwerbrandverletzter Kinder und Jugendlicher zählt zu den Behandlungsschwerpunkten unserer Klinik. In der Akutphase, die für den Patienten immer lebensbedrohlich ist, erfolgt die Behandlung auf der Kinder-Intensivstation des Departements für Operative und Konservative Kinder- und Jugendmedizin. Gemeinsam mit der Kinder-Intensivstation bildet unsere Klinik das Schwerbrandverletztenzentrum für Kinder am Universitätsklinikum Halle, das mit 4 Betten bei der Bettenzentrale für Schwerbrandverletzte in Hamburg registriert ist (Zentrale Anlaufstelle für die Vermittlung von Krankenhausbetten für Schwerbrandverletzte bei der Feuerwehr Hamburg, ZA Schwerbrandverletzte).
Die ZA Schwerbrandverletzte in Hamburg ist jederzeit unter der Telefon-Nr. 040 42851-4950 erreichbar.

Anhand eigener Patientenzahlen und von Statistiken aus ganz Deutschland und Europa lässt sich belegen, dass etwa 2/3 der schwerbrandverletzten Kinder unter 2 Jahre alt sind. Mit 70% überwiegt der Anteil der Verbrühungen. Maßnahmen zur Vorbeugung müssen sich deshalb vor allem auf die Zielgruppe der Säuglinge und Kleinkinder und die altersspezifischen Unfallmechanismen konzentrieren, d.h. dass sich die Aufklärung in erster Linie an die Eltern richten muss. Ebenso wichtig ist die Schaffung eines sozialen Umfelds, welches für die Kinder ein möglichst hohes Maß an Sicherheit garantiert, denn statistisch ist auch zu belegen, dass Kinder aus ungünstigem sozialen Milieu, in schlechten Wohnverhältnissen und von Eltern mit geringer Bildung deutlich häufiger von schweren thermischen Verletzungen betroffen sind als andere.

Die Unfallmechanismen wiederholen sich! Verbrühungen im Kleinkindalter erfolgen meistens durch das Übergießen mit heißen Flüssigkeiten aus Töpfen, Kaffeekannen, Wasserkochern u.ä. Die Verletzungsmuster sind deshalb oft ähnlich, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen.

     links: Mädchen, 4 Jahre alt, III.-gradige Verbrühung durch heißes Wasser beim Inhalieren
     rechts: Junge: 14 Monate alt, III.-gradige Verbrühung durch kochendes Wasser (Wasserkocher)

Verbrennungen treten vorallem bei Schulkindern und Jugendlichen auf. Obwohl diese insgesamt seltener sind, sind die Verletzungen und ihre Folgen oft noch schwerer, da die Temperatur wesentlich höher ist als bei Verbrühungen und die betroffene Körperoberfläche häufig größer. Die Unfallmechanismen sind vielfältig; Grillunfälle, Benzinverpuffungen und Starkstromverletzungen zählen zu den häufigsten.

Bereits ab einem Schädigungsgrad II (Blasenbildung) besteht grundsätzlich die Gefahr der Narbenbildung; je höher der Grad der Hautschädigung und je größer die betroffene Fläche, um so wahrscheinlicher ist es, dass zeitlebens ausgedehnte Narbenflächen zurückbleiben, was für den Patienten ein erhebliches kosmetisch-ästhetisches und funktionelles Problem darstellt. Deshalb müssen in solchen Fällen die geschädigte Haut entfernt und die Defektstellen wieder gedeckt werden. Die besten Transplantate bestehen aus körpereigener Haut, die als sogenannte Spalthaut gewonnen wird. Ein geeigneter Entnahmeort ist der behaarte Kopf, was mehrere Vorteile bietet, z.B. dass die Entnahmestellen unter den nachwachsenden Haaren nicht sichtbar sind.
Wenn nicht genügend geeignete körpereigene Haut (sog. autologe Transplantate) zur Verfügung steht, verfügen wir über alle modernen Verfahren zur Hauttransplantation. Zum Einsatz gelangen verschiedene Hautersatzstoffe (synthetischer Hautersatz Suprathel®, bovines Dermisäquivalent INTEGRA®), Fremdhaut (kryokonservierte allogene Spenderhaut) und aus körpereigenen Zellen gezüchtete Haut (autologe Keratinozyten und Fibroblasten).
Durch die fachliche Zusammenarbeit mit dem Brandverletztenzentrum für Erwachsene am BG Klinikum Bergmannstrost Halle werden wir in Zukunft die Qualität unserer Arbeit in der Verbrennungsbehandlung noch weiter erhöhen.

Erste Hilfe bei Verbrennungen und Verbrühungen

Entscheidend für die Prognose einer schweren thermischen Verletzung, sowohl für das Überleben des Kindes, als auch für das spätere Aussehen und die Funktion der Haut ist die Erste Hilfe am Unfallort!

  1. Hitzezufuhr unterbrechen, ggf. Strom abschalten
  2. 10 Minuten lang Kühlen mit Wasser (am besten Leitungswasser, aber auch Wasser aus der Regentonne im Garten ist möglich)
  3. danach den Patienten vor Auskühlung schützen (Zudecken mit sauberen Tüchern und Decken) - das ist besonders bei kleinen Kindern wichtig
  4. unverzüglich Notarzt/Rettungsdienst informieren

Alle Kinder mit einer Verbrennung oder Verbrühung sollten einem Arzt vorgestellt werden! Alle thermischen Verletzungen bei Kindern ab Grad II und/oder einer betroffenen Körperoberfläche ab 10% und/oder Verletzungen im Gesicht, an den Händen oder im Genitalbereich müssen stationär behandelt werden!

Rettungsdienst Notruf: 112
Schwerbrandverletztenzentrum für Kinder Uni Halle: 0345 557-2484/3000

Die beste Maßnahme gegen thermische Verletzungen bei Kindern ist Vorbeugen!

Paulinchen - Initiative für brandverletzte Kinder e.V. ist ein gemeinnütziger Verein für brandverletzte Kinder und ihre Eltern.