Fritz-Acker-Preis für Kardiologen Professor Werdan
Der hallesche Kardiologe Professor Dr. Karl Werdan ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und der Deutschen Herzstiftung mit dem renommierten Fritz-Acker-Preis ausgezeichnet worden. Die Gesellschaft begründete diese Ehrung mit den umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten von Professor Werdan auf dem Gebiet der internistischen und kardiologischen Intensivmedizin, aber auch mit seinen Verdiensten beim "Aufbau Ost" an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wird von der Fritz-Acker-Stiftung getragen. Zweck der Stiftung, die an einen Kaufmann aus Bad Homburg erinnert, ist die Förderung medizinischer Forschungen zum Nutzen der Allgemeinheit, besonders auf dem Gebiet der Krebs- und Herzleiden. Mit dem Preisgeld werden die Forschungsaktivitäten des Geehrten gefördert.
Professor Werdan arbeitet seit 1995 an der Martin-Luther-Universität und hat den Lehrstuhl für Kardiologie inne, zudem ist er geschäftsführender Direktor des Departments für Innere Medizin am Universitätsklinikum Halle (Saale). Der 63-Jährige ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und war Vorstandsmitglied in verschiedenen wissenschaftli
chen Organisationen wie der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, deren Präsident er zudem war. Der Kardiologe ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesärztekammer.
Seine wissenschaftlichen und klinischen Arbeitsgebiete umfassen unter anderem die akute Herzinsuffizienz, Herzerkrankungen des Älteren, Sepsis und das akute Koronarsyndrom. Er ist Facharzt für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Kardiologie und studierte an der Ludwigs-Maximilians-Universität München Medizin.
Stiftung fördert Herz-Studie mit 60.000 Euro
Das Herz verjüngen - das ist das Ziel einer Studie, die Kardiologen des Universitätsklinikums Halle (Saale) im Herbst 2010 gestartet haben. "Die AntiCardAgeing-Studie verfolgt ein innovatives Konzept", erklärt Studienleiterin Professor Dr. Ursula Müller-Werdan. Denn als eine der wenigen Studien an deutschen Universitäten konzentriere sie sich auf gesunde Probanden. Das Herz ist ein Organ, bei dem sich die Alterung messen lässt. Dabei wird die Herzfrequenz-Variabilität mittels einer Langzeitmessung des Herzschlages festgestellt. Aus der Dynamik der Herzfrequenz eines Organismus lasse sich ein Altersindex errechnen. "Durch zwei einfache Maßnahmen wollen wir das Herz verjüngen", sagt Dr. Sebastian Nuding, der als Studienarzt die Teilnehmer betreut. Die Deutsche Stiftung für Herzforschung fördert die Studie in den kommenden 18 Monaten mit fast 60.000 Euro. "Wir freuen uns außerordentlich über diese Unterstützung für diese Studie, die nicht durch Pharmaunternehmen initiiert wurde", sagt Professorin Müller-Werdan.
Insgesamt sollen 400 Probanden in die Studie eingeschlossen werden, etwas mehr als 50 konnten bisher aufgenommen werden. Dabei sind die Auswahlkriterien streng gehalten. "Die Teilnehmer sollten zudem bisher möglichst wenig Sport getrieben haben, aber motiviert sein, das zu ändern", beschreibt der Facharzt für Innere Medizin ein weiteres Kriterium. Denn die Ausdehnung der körperlichen Aktivität gehört zu den beiden Maßnahmen, das Herzalter zu senken. "Wir wollen zur gezielten, sportlichen Aktivität motivieren und einen Ruck zu einem besseren Lebensstil initiieren."
Die Studienteilnehmer werden in zwei Gruppen aufgeteilt: die eine ändert ihren Lebensstil nicht und die zweite soll sich vier bis fünf Mal in der Woche für 30 bis 45 Minuten sportlich betätigen sowie ein Fettsenkungsmittel in Tablettenform zu sich nehmen. Dieser Cholesterinsenker ist bereits seit mehr als zehn Jahren im Einsatz. Die Mediziner haben damit gute Erfahrungen gemacht. Er sei sehr gut verträglich. Bisher nehmen den Wirkstoff "Statin" häufig Herzinfarkt-Patienten zur Prävention eines weiteren Infarktes zu sich.
Beide Gruppen werden innerhalb von zwei Jahren - so lange muss jeder Proband teilnehmen - drei Mal körperlich untersucht. Der Studienarzt sagt: "Die Teilnehmer erhalten einen umfassenden Gesundheits-Checkup." Über die sportlichen Aktivitäten und die Tabletteneinnahme muss ein Tagebuch geführt werden. Die Aktivitäten werden nicht vorgeschrieben. Sie kann vom Nordic Walking bis zum Dauerlauf reichen.
Interessenten an einer Studienteilnahme können sich per E-Mail wenden an: sebastian.nuding@uk-halle.de
Halle, 5. Mai 2011
Mit Strom gegen Bluthochdruck
Neue Therapie schaltet Nerven aus, die Nieren und Gehirn verknüpfen
Erstmals führte Dr. med. Alexander Plehn, Kardiologe der Klinik für Innere Medizin III, eine beidseitige Nierenarterienablation zur Behandlung von Bluthochdruck durch.
Hoher Blutdruck ist die Volkskrankheit schlechthin und häufigste Todesursache in Deutschland. Bei Patienten die an einem schweren Bluthochdruck leiden, ist die Regulation des sympathischen Nervensystems häufig gestört und die Niere schüttet infolgedessen vermehrt Stresshormone wie beispielsweise Adrenalin aus. Diese überaktiven Nierennerven, die den Bluthochdruck verursachen, können neuerdings per Katheter mittels Hochfrequenzstrom verödet und somit ausgeschaltet werden Dieser minimal-invasive Eingriff dauert etwa 30-60 Minuten, wird unter örtlicher Betäubung ähnlich einer Herzkatheteruntersuchung durchgeführt, und ist als risikoarm anzusehen. Nach dem Eingriff kommt es in den folgenden Monaten zu einer durchschnittlichen Blutdrucksenkung von etwa 30 mmHg systolisch und 12 mmHg diastolisch.
Die Klinik für Innere Medizin III betreut zusammen mit der Klinik für Innere Medizin II seit mehreren Jahren Patienten mit schwer kontrollierbaren Bluthochdruckerkrankungen und eröffnet mit der renalen Sympathikusablation als erstes Zentrum in Sachsen Anhalt diesen Patienten ein neues Therapiekonzept.


