Notfälle
Blutspende
Karriere
Presse
Forschung
Lehre
Patienten
Zuweiser

Therapeutische Verfahren

Über transfusionsmedizinische Verfahren bestehen auch therapeutische Optionen, z.B.

     1) Zelldepletion bei einer starken Erhöhung der Zahl der Blutzellen

     2) Erythrozytenaustausch bei einer krankhaften Veränderung der Blutzellen

     3) Austausch von Blutzellen bei Befall mit Parasiten (Krankheitserregern)

     4) Plasmapherese bei Auftreten von giftigen/ krankhaften Stoffen in der Blutflüssigkeit

     5) Plasmapherese in Vorbereitung einer Nierentransplantation

 

Zu 1)
Durch Störungen oder Krankheiten in der Blutbildung oder des Eisenstoffwechsels können sich Zustände entwickeln, in denen es zu einer Überproduktion einzelner Zelllinien (wie bei der Leukämie: Überproduktion und Entartung der Leukozyten) oder aller Blutzellen (wie bei der Polycythämie) kommen kann.
Hier können wir lindernd eingreifen, indem wir mittels Zellseparation (Zytapherese) gezielt die stark vermehrten Blutzellen absammeln ohne die normal vorhandenen zu beeinflussen.
Dies ist zwar keine kausale Therapie - die Ursache wird nicht behoben - aber die akute Situation mit Gefährdung der Durchblutung lebenswichtiger Organe (Gehirn!) wird überbrückt.

Zu 2)
Zum Beispiel bei krankhaften Störungen der Blutbildung kommt es zur Ausbildung funktionsuntüchtiger oder verformter roter Blutkörperchen, die in der Transfusionsmedizin mittels Zellseparation (Erythrozytapherese) gegen gesunde Spenderzellen ausgetauscht werden können.

Zu 3)
Beispiel Malaria: Die Malaria-Erreger (Plasmodien) befallen im Blut die roten Blutkörperchen und zerstören diese. Mittels Zellseparationsverfahren in der Transfusionsmedizin (Erythrozytapherese) können diese befallenen Zellen entfernt und durch gesunde Spenderzellen ersetzt werden.

Zu 4)
Beispiel EHEC: Dieser krankhafte Darmerreger verbreitete sich im Frühjahr 2011 im Norden Deutschlands sehr stark und führte bei den Infizierten zu einer Freisetzung und Anreicherung von nierenschädigenden Toxinen. Dem kann effektiv mit täglichen Plasmapheresen entgegnet werden, indem das toxinhaltige Plasma des Patienten gegen Spenderplasma ausgetauscht wird.

Zu 5)
Für die Transplantation einer fremden Niere muss diese (auch) von der Blutgruppe her "passen", eine "unpassende Niere" hätte beim Patienten aufgrund der im Plasma natürlich vorkommenden Antikörper gegen fremde Blutgruppen keine lange Überlebenschance und würde bald abgestoßen.
Durch Plasmaaustauschverfahren kann vor einer geplanten Transplantation (Lebend-Nierentrpl.) das Antikörper-haltige Plasma des Patienten gegen Antikörper-freies Spenderplasma ersetzt und eine erneute Antikörperbildung zunächst durch Medikamente unterdrückt werden.

Einrichtung für Transfusionsmedizin

Ärztlicher Leiter:
Dr. med. J. Hering, M.A.

Sekretariat:
Tel. +49-(0)345-557 5601
Fax +49-(0)345-557 5600
E-Mail: 
transfusionsmedizin(at)uk-halle.de

Ernst-Grube-Straße 40
06097 Halle (Saale)

Zertifiziert nach 
ISO 9001