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Geschichte

1722: Adam Nitzki verfaßt Aufsätze zur Behandlung von Pockennarben

1724: Heinrich Bass hält Vorlesungen über die "Morbi venerei": "Kranckheiten so aus unreinem Beyschlaff entstanden"

1742: Friedrich Hoffmanns Arbeiten zu Klinik und Therapie der Syphilis werden veröffentlicht

1759: Peter J. Hartmann hält Vorlesungen über "pathologisch practische Abhandlungen von venerischen Krankheiten"

1762-1805: J. Christian Reil: Pläne zur Errichtung eines Instituts für Geschlechtskranke

1821-1854: Peter D. Krukenberg (Schwiegersohn Reils) hält regelmäßige Vorlesungen über Haut- und Geschlechtskrankheiten

1853: Felix von Baerensprung (Assistent Krukenbergs) wissenschaftliche Arbeiten zu dermatologischen Themen (Pathogenese des Zoster, Beschreibung des Erythrasma, Prurigo), venerologische Abhandlungen (Verschiedenheit von hartem und weichem Schanker)

1890: Ernst Kromayer (Schüler von A. Neisser/Breslau): Habilitation als Privatdozent der Dermatologie in Halle. Im WS 1890/91 Vorlesungen zum Thema "Klinischer Kursus für Dermatologie und Syphilis), Eröffnung einer Praxis in der Poststraße (heute: Hansering) Nr. 8. 

1904: Ernst Kromayer hat Schwierigkeiten bei der Durchsetzung seiner Forderungen für die Selbständigkeit der Dermatologie. Diese veranlassen ihn, am 4.4.1904 zu kündigen und nach Berlin zu gehen. Sein bleibendes Verdienst ist neben den Forschungen zu Mikrozirkulationsverhältnissen der Haut, u.a. die Gestaltung der nach ihm benannten "Kromayer-Quarzlampe".

1909: Berufung Erich Hoffmanns, der seit 1908 bereits Professor für Dermatologie in Berlin war. Dort hatte er zusammen mit dem Zoologen Fritz Schaudinn 1905 den Erreger der Syphilis, Treponema pallidum, entdeckt.

1910: Erich Hoffmann folgt einem Ruf nach Bonn, obwohl man ihm in Halle den Bau einer eigenen Hautklinik zugesagt hatte. Am 30.3.1910 wird dann Karl Grouven, vorher Oberarzt in Bonn, nach Halle berufen.

1911: Das Problem der fehlenden selbständigen Klinik läßt Grouven durch den Kauf zweier Häuser in der Grünstraße (jetzige Kromayerstraße), Nr. 5/6 und 7/8, in denen neben seiner Privatklinik die Universitätspoliklinik für Hautkrankheiten entstand, beseitigen.

1926: Nach der Weltwirtschaftskrise besteht die Möglichkeit, beide Häuser an den Preußischen Staat zu verkaufen, wodurch sie der Universität als Hautklinik zur Verfügung standen.

1927: Am 31.1.1927 erfolgt die Ernennung von Prof. Grouven zum Direktor der Universitätshautklinik. Die noch räumlich durch die Toreinfahrt getrennten Häuser werden nun baulich miteinander verbunden.

1936: Tod Grouvens.

1937: Julius Dörffel wird als Nachfolger Grouvens aus Königsberg berufen. Dank seiner guten Beziehungen und nationalsozialistischen Ambitionen - er wurde auch Prorektor der Universität- konnte Dörffel (auch noch in den Jahren des II. Weltkrieges) verschiedene Baumaßnahmen durchsetzen, insbesondere auch die Modernisierung der Röntgenabteilung.

1945: Im Frühjahr 1945 besetzt die US-Armee Halle, Dörffel wird als Nationalsozialist verhaftet. Im Sommer 1945 übernimmt die Sowjetische Militäradministration in Deutschland die Stadt. Georg Jacoby wird als Direktor der Hautklinik eingesetzt, der unter den katastrophalen Nachkriegsverhältnissen die Belange der Dermatologie vertreten muß. Das rapide Ansteigen der Geschlechtskrankheiten zwingt zu einem zähen Kampf um Bettenkapazitäten. 

1947: Ein mühsam erkämpfter Erweiterungsbau wird in der Folge eines Parteibeschlusses abgerissen. Das Baumaterial wird dem Bau von Wohnhäusern zugeleitet.

1949: Nach mehrfacher Ablehnung eines Rücktrittsgesuchs benutzt Jacoby im Frühjahr 1949 einen Auslandsaufenthalt zur "Flucht in den Westen". Wissenschaftliches Verdienst Jacobys war die Erfindung eines neuartigen Röntgenapparates zur Strahlentherapie im Grenzbereich.  
Theodor Grüneberg, Sohn des Kromayer-Assistenten Paul Grüneberg, der in den 30er Jahren Oberarzt, in den 40er Jahren Professor in Berlin war, wird Direktor der Hautklinik.

1950: Die immer noch hohe Zahl der Geschlechtskranken war Anlaß zur Einrichtung von Außenstellen in der Paracelsusstraße und in der Gütchenstraße. Eine Landeslupusheilstätte wird im ehemaligen Gutshaus in Reideburg eingerichtet. Grüneberg war 1949 zum Landesvenerologen und zum Landeslupusarzt berufen worden.

1956: Grüneberg gelingt es, den Erweiterungsbaudurchzusetzen, mit dem die Lücke zwischen der Klinik und dem Arbeitsamt geschlossen und ein moderner Hörsaal geschaffen wird. Grüneberg veranlaßte auch die Umbenennung der Grünstraße in Ernst-Kromayer-Straße.

1961: Grüneberg zeichnete sich als Hochschullehrer durch einen brillanten Vortragsstil und eine umfassende humanistische Bildung aus. Seine wissenschaftlichen Verdienste erwarb er sich durch Untersuchungen zur Syphilis, Tuberkulose, Sarkoidose, Psoriasis, Hautkarzinomen und dem Melanom. Er bewirkte die intensive Einführung wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden in der Dermatologie. Bereits 1933 gelang ihm der Nachweis eines antirheumatischen Prinzips in Nebennierenrindenextrakten.

1967: Zum 31.9. endet die Amtszeit Grünebergs, nachdem sie im Vorjahr um ein weiteres Jahr verlängert worden war. Neuer Ordinarius wird Rolf Stäps aus Berlin.

1968: Tod von Rolf Stäps. Kommissarischer Direktor wird Prof. Dr. K. Seige, Ordinarius für Innere Medizin.

1969: Mit Professor Dr. Waltraud Braun (Leipzig) wird erstmalig eine Frau auf den Lehrstuhl für Dermatologie berufen. 

1979: Emeritierung von Frau Prof. Braun. Nachfolger wird Prof. Klaus-Dieter Wozniak.

1982: Einweihung des Universitätsklinikums Kröllwitz, in dessen II. Bettenhaus die Hautklinik Bettenstationen und einen OP in der 5. und 6. Etage bezieht. Das Haus II (in der Straße "Harz") kann an das Bezirkskrankenhaus übergeben werden (bis Ende 1998 dermatologische Abteilung des Bezirkskrankenhauses).

1991: Professor Dr. Wozniak wird aus Gesundheitsgründen von seinem Amt entbunden. Kommissarischer Direktor wird Professor Dr. Dieter Lübbe, unterstützt von Professor Dr. K.-M. Taube und Professor Dr. W. Wohlrab (Biologe).

1993: Professor Dr. Wolfgang Christian Marsch, 1949 in Halle geboren, wird aus Frankfurt/Main an die Universitätshautklinik in Halle berufen.

1995: Beginn umfangreicher Renovierungs- und Umbauarbeiten in den Räumen der Hautklinik in der Ernst-Kromayer-Straße.

1996: Inbetriebnahme von behindertengerecht ausgestatteten Lichttherapie- und Ambulanzräumen in der vormaligen Zentralküche in der Ernst-Kromayer-Straße.

1998: Die Universitätshautklinik richtet den 22. Jahreskongreß der Deutschen Gesellschaft für Lymphologie in den Räumen im Löwengebäude am Universitätsring aus. 

2000: Abschluß der Renovierung der Klinikgebäude in der Ernst-Kromayer-Straße.

2002: Die 75. Tagung der Norddeutschen Dermatologischen Gesellschaft führt Dermatologen aus allen nördlichen Bundesländern ins K&K-Center nach Halle.

2015: Emeritierung von Herrn Professor Dr. W. Ch. Marsch

2016: Aufgabe des Klinikgebäudes in der Ernst-Kromayer-Straße und Vereinigung der Klinik am Standort Ernst-Grube-Straße

2017: Professor Dr. Cord Sunderkötter wird aus Münster an die Universitätshautklinik in Halle berufen.

Kontaktdaten

Universitätsklinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie

Zusatzqualifikationen: 
Allergologie, Phlebologie, Medikamentöse Tumortherapie, Dermatohistopathologie, Tropen- und Reisemedizin (DDA), Berufsdermatologie (ABD)

Direktor:
Prof. Dr. Cord Sunderkötter

Postanschrift:
Ernst-Grube-Str. 40
06097 Halle (Saale)

Lage:
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle (Saale)