Umfrage zur Nutzung unserer Internetseite
Sehr geehrte/r Besucher/in unseres Internetauftrittes,

wir, das Universitätsklinikum Halle (Saale), führen im Moment eine Umfrage über die Nutzung unserer Internetseite durch. Mit den Ergebnissen dieser völlig anonymen und freiwilligen Umfrage wollen wir unsere Seite für Sie attraktiver und besser nutzbar machen. Wir würden uns deshalb sehr über Ihre Teilnahme freuen. Das Beantworten der Fragen dauert auch nur wenige Minuten.

Unsere Datenschutzinformationen finden Sie unter Datenschutzerklärung
Teilnehmen
Ich möchte nicht teilnehmen
Notfälle
Blutspende
Karriere
Presse
Forschung
Lehre
Patienten
Zuweiser

Das Hüftgelenk

Wie ist das Hüftgelenk aufgebaut?

Das Hüftgelenk besteht aus einer Hüftgelenkspfanne, die Teil unseres Beckens ist, und einem Hüftkopf, welcher mit dem sich daran anschließenden Schenkelhals zum Oberschenkelknochen gehört. Der Hüftkopf und die Hüftgelenkspfanne sind mit einer Knorpelschicht bedeckt, welche gemeinsam mit der Gelenkflüssigkeit ein nahezu reibungs-freies Gleiten der beiden Gelenkpartner zueinander ermöglichen. Aufgrund seiner Kugelform und auch der anatomischen Form der Hüftgelenkspfanne besitzt das Hüftgelenk einen sehr großen Bewegungsumfang. Die Stabilität des Hüftgelenks selbst, wird durch eine, das Gelenk umschließende, Hüftgelenkskapsel, zahlreiche Bandstrukturen und auch Muskulatur, welche das Hüftgelenk übergreift, stabilisiert. 

 

Wann ist ein Gelenkersatz erforderlich?

Sind die vorstehend beschriebenen krankhaften Veränderungen des Hüftgelenkes soweit fortgeschritten, das hier das Knorpelgewebe nahezu oder vollständig aufgebraucht ist, kommt es regelhaft zu einer deutlichen Beschwerdezunahme des betroffenen Patienten. Gleichzeitig sind regelhaft funktionelle Einschränkungen des Hüftgelenkes zu beobachten. Liegt diese Trias (fortgeschrittene krankhafte Veränderung des Hüftgelenkes im Röntgenbild sichtbar, schmerzbedingt eingeschränkte Lebensqualität des Patienten, Bewegungsein-schränkung des Hüftgelenkes) vor, besteht aus medizinischer Sicht die Notwendigkeit der endoprothetischen Versorgung. Ziel hierbei ist die Beschwerdefreiheit des Patienten sowie die Wiederherstellung der optimalen Beweglichkeit des Hüftgelenkes in Kombination mit korrekt sitzenden Implantaten. Eine unter Umständen bestehende Beinlängendifferenz sollte durch den operativen Eingriff annähernd ausgeglichen werden. 

Die Entscheidung, ob und wann ein Kunstgelenk implantiert wird, ist eine gemeinschaftliche Entscheidung des betroffenen Patienten und seinem behandelnden Arzt.

 » zurück 

 

Ein künstliches Hüftgelenk

Wie funktioniert ein künstliches Hüftgelenk?

Ein künstliches Hüftgelenk besteht in der Regel aus vier Teilen. Zwei davon werden direkt in den Knochen verankert. Hierbei handelt es sich um eine Hüftgelenkspfanne, die nach entsprechender Vorbereitung des Knochenbettes in die bereits bestehende Hüftgelenks-pfanne eingebracht wird. Das zweite wesentliche Teil der Hüftendoprothese ist der sogenannte Prothesenschaft, welcher im Oberschenkelknochen verankert wird. Die Verankerung des Prothesenschaftes und der Hüftgelenkspfanne kann durch Verklemmen der Metallteile im Knochen, mit daraus später resultierendem Anwachsen des Knochens an die Implantatoberfläche, gewährleistet werden, andererseits ist auch eine Verankerung dieser Teile durch die Nutzung eines Knochenzementes möglich. In die verankerte Hüftgelenkspfanne wird eine Gleitfläche eingebracht. Diese kann aus Kunststoff (Polyethylen), aus Keramik oder aber auch aus Metall hergestellt sein. Auf den im Oberschenkel befindlichen Prothesenschaft wird eine Kugel aufgesetzt, welche aus Keramik oder metallischen Werkstoffen bestehen kann. Diese Kugel gleitet dann in dem Einsatz der Hüftgelenkspfanne. 

 

Welche Prothese ist für mich die Richtige?

Es existiert derzeit eine Vielzahl von verschiedenen Prothesentypen. Für die einzelnen Modelle gibt es jeweils zahlreiche unterschiedliche Größen. Die Wahl der Endoprothese ist eine individuelle Entscheidung, welche in Abhängigkeit der Knochenbeschaffenheit, des Körpergewichts, den körperlichen Aktivitäten des Patienten, aber auch von den zum Zeit-punkt der Operation bestehenden Nebenerkrankungen abhängig ist. Vor der Operation trifft der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung spezieller Röntgenbildaufnahmen und der oben genannten Kriterien die Auswahl der Implantate und deren Verankerung im Knochen (zementiert oder zementfrei). Gleichzeitig wird anhand der vorliegenden Röntgenbilder vor der Operation die genaue Position der Implantate im Knochen und die daraus resultierenden Veränderungen (zum Beispiel der Beinlänge) zu simulieren. Diese vor der Operation durchgeführte Planung ist die Grundlage für eine später durchgeführte erfolgreiche Operation. 

Die Lebensdauer des Kunstgelenkes ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Beeinflusst wird diese unter anderem durch die Verankerungstechnik, durch die verwendeten Materialen, durch die körperliche Beanspruchung und die Knochenbeschaffenheit. Nachfolgend werden nun verschiedene Arten von Implantaten beschrieben.

 » zurück

Die Oberflächenersatzprothese

Oberflächenersatz-Prothese

Beim Oberflächenersatz bleibt der Gelenkkopf des Oberschenkelknochens erhalten. Von diesem wird durch spezielles Fräsen das erkrankte Knorpel- und Knochengewebe entfernt und über den präzise gefrästen Knochenstumpf eine Metallkappe aufgesetzt und mit Knochenzement verankert. Man muss sich diesen Vorgang so ähnlich vorstellen wie die Anfertigung einer Zahnkrone, bei der große Teile des Zahnes erhalten bleiben und nur der erkrankte Teil entfernt und künstlich ersetzt wird. Am Hüftgelenk besteht der Vorteil darin, dass der natürliche Hüftkopf weitgehend erhalten bleibt. In den Beckenknochen wird zum Ersatz der erkrankten Gelenkpfanne ebenfalls eine künstliche Gelenkpfanne eingesetzt, die auch aus Metall besteht. In dieser bewegt sich der Gelenkkopf. Weil beim Oberflächenersatz der Kugelkopf viel größer ist als bei der konventionellen Hüftendoprothese, liegt dieser tiefer in der Pfanne, was dem Gelenk wesentlich mehr Stabilität und einen größeren Bewegungsspielraum gibt. Verrenkungen des Gelenks werden kaum beobachtet.Insgesamt kommt der Hüftoberflächenersatz der Beschaffenheit eines natürlichen Hüftgelenkes sehr nah.

 

Welche Patienten sind für einen Oberflächenersatz geeignet?

Der Oberflächenersatz wird bei Patienten mit Arthrose durchgeführt, bei denen die konservative Behandlung zu keiner befriedigenden Beschwerdebesserung mehr führen kann und das Röntgenbild das Einsetzen eines Kunstgelenkes rechtfertigt. Prinzipiell sind es die gleichen Patienten, die auch für den Einsatz einer konventionellen Hüftendoprothese geeignet sind.

 

Es gibt aber einige Besonderheiten:

Weil der natürliche Hals des Oberschenkelknochens beim Oberflächenersatz nicht wie bei der konventionellen Hüfttotalendoprothese mit entfernt wird, sondern erhalten bleibt, besteht auch hier bei sehr alten Patienten das Risiko eines Knochenbruches. Aus diesem Grund setzt man den Oberflächenersatz nur bis zu einer Altersgrenze von 50 - 60 Jahren ein.

Außerdem sollte eine Osteoporose, die durch Medikamente behandelt werden muss, ausgeschlossen sein. Bei bestimmten Erkrankungen, zum Beispiel bei der Hüftdysplasie, aber auch bei Arthrosen, die sich nach Knochenbrüchen des Hüftgelenkes oder einer Operation am Hüftgelenk entwickelt haben, kann der Oberflächenersatz schwierig oder nicht möglich sein. In diesen Fällen beraten wir Sie in unserer Sprechstunde gern, ob das Verfahren des Oberflächenersatzes für Sie ein geeignetes ist, und können Sie selbstverständlich über mögliche Alternativen aufklären.

 

Wie ist diese Oberflächenersatzprothese aufgebaut?

Die Oberflächenersatzprothese besteht aus einer so genannten Metall-Metall-Gleitpaarung. Beide Gelenkkomponenten, die direkt aufeinander treffen, sind aus einer speziellen Metalllegierung gefertigt. Der Vorteil einer Metall-Metall-Gleitpaarung liegt darin, dass die Abriebeigenschaften denen anderer Gleitpaarungen zum Teil überlegen sind. Der Verschleiß ist gegenüber konventionellen Gleitpaarungen, bei denen ein Metall- oder Keramikkopf gegen ein speziell aus Plastik gefertigtes Inlay der Gelenkpfanne läuft, um etwa den Faktor 100 geringer. Die Technologie hat der Metall-Metall-Gleitpaarung sich seit langer Zeit bewährt, und man kann auf etwa 15 Jahre Erfahrung zurückblicken. Als möglicher Nachteil der Metall-Metall-Paarung wird häufig die Freisetzung von - wenn auch ganz geringer Mengen- Metallionen in den Körper diskutiert. Umfangreiche Studien haben bisher keine gesundheitsschädigende Wirkungen feststellen können.

 

Die Operation

Ihr behandelnder Arzt wird den Eingriff der Oberflächenersatzprothese ausführlich mit Ihnen besprechen und Sie über Alternativen beraten, wenn Sie für diesen Prothesentyp nicht geeignet sind. 

Wie für jede Operation sind Voruntersuchungen nötig, die mit Ihnen besprochen werden. Das Operationsrisiko, welches beim Einsetzen einer Oberflächenersatzprothese besteht, ist mit dem einer traditionellen Operation vergleichbar. 

Der Oberflächenersatz wird an unserer Klinik von einem so genannten dorsalen Zugang ausgeführt. Das bedeutet, dass der Schnittverlauf nicht genau an der Seite des Oberschenkels über dem Hüftgelenk liegt, sondern etwas weiter in Richtung Gesäß verläuft. Ebenso ist die Hautschnittlänge bei diesem Zugang etwas länger als die, die bei der konventionellen Endoprothetik für gewöhnlich erforderlich ist. Dies hängt mit der speziellen Operationstechnik beim Hüftoberflächenersatz zusammen. 

 » zurück

Die Schaftendoprothese

Was sind die (Hüft-) Schaftendoprothesen?

Neben der oben beschriebenen Oberflächenersatzprothese gibt es zahlreiche Modelle von Schaftimplantaten für das Hüftgelenk. Diese werden grundsätzlich in Kurzschaftprothesen, anatomisch geformte Schäfte und Geradschaftprothesen unterteilt.

Kurzschaftprothesen zeichnen sich durch eine reduzierte Schaftlänge aus. Der wesentliche Unterschied zu den anderen Schaftimplantaten ist jedoch die Verankerung dieser Implantate sehr weit im oberen Anteil des Oberschenkelknochens. Aufgrund dieser Verankerung wird der dort vorhandene Knochen stabilisiert und steht auch später für eventuell notwendige Revisionsoperationen zur Verankerung neuer Prothesenschäfte zur Verfügung. Ein weiterer Vorteil von Kurzschaftprothesen ist ihre gebogene Form, welche eine Implantation durch sogenannte minimalinvasive Zugangswege vereinfacht. Alle Kurzschaftprothesen werden zementfrei im Knochen verankert. 

Anatomisch geformte Hüftprothesenschäfte haben im Vergleich zu Kurzschaftprothesen eine verlängerte Verankerungsstrecke im Knochen, gehen aber mit einem erhöhten Knochenverlust im oberen Anteil des Oberschenkelknochens einher. Anatomisch geformte Prothesen werden ebenfalls zementfrei im Knochen verankert. 

Sogenannte Geradschaftprothesen haben eine längere Form und verankern im unteren Drittel des Prothensanteils im Oberschenkelknochen. Auch sie gehen mit einem erhöhten Knochenabbau im oberen Anteil des Oberschenkelknochens einher. Geradschaftprothesen können sowohl zementfrei als auch zementiert verankert werden. 

Alle hier genannten Schaftimplantate bieten die Möglichkeit, auf dem sogenannten Prothesenhals Prothesenköpfe aus Keramik oder Metall mit unterschiedlichen Durchmessern aufzusetzen. In Kombination mit der ersetzten Hüftgelenkspfanne besteht somit die Möglichkeit der Herstellung unterschiedlicher Gleitpaarungen im Hüftgelenk. Diese besitzen unterschiedliche Vor- und Nachteile in Bezug auf Abnutzung, Haltbarkeit und Bruchfestigkeit. 

Die Wahl der unterschiedlichen Gleitpaarungen stellt einen wesentlichen Vorteil im Vergleich zu sogenannten Oberflächenersatzprothesen dar. Hier ist eine sogenannte Metallgleitpaarung vorgegeben. 

Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes kann unabhängig vom gewählten Implantat durch sogenannte minimalinvasive Techniken erfolgen. 

Unabhängig vom gewählten Implantat ist das künstliche Hüftgelenk primär stabil, so dass Sie es sofort nach der Operation mit vollem Körpergewicht belasten können. Die Benutzung von Unterarmstützen direkt nach der Operation ist erforderlich, um das Gangbild zu unterstützen und sicherer zu gestalten. Sobald Sie nach der Operation über ein sicheres Gangbild auch auf unebenem Boden bzw. beim Treppen steigen verfügen, können Sie auf die Benutzung der Unterarmstützen ganz verzichten. 

 » zurück

Das Integra-Programm

Seit November 2006 bieten wir Patienten, die aufgrund eines guten allgemeinen Gesundheitszustandes geeignet sind, die Möglichkeit an, auf unserer Integra-Station operiert zu werden. Dies ist verbunden mit einem intensiven postoperativen sporttherapeutischen Programm. Ziel der Behandlung ist, dass eine Entlassung aus der Krankenhausbehandlung nach ca. 5 Tagen erfolgt. Nähere Informationen speziell dazu finden Sie »hier.

 

Nach der Operation  kann eine ambulante Rehabilitation oder eine so genannte Anschlussheilbehandlung in einer Rehabilitationsklinik wahrgenommen werden. 

In beiden Fällen unterstützen und beraten wir Sie gern bei der entsprechenden Antragstellung. 

Berufstätige Patienten können damit rechnen, dass sie nach ca. 2 - 3 Monaten wieder voll arbeitsfähig sind. Gleiches gilt für die Aufnahme von sportlichen Freizeitaktivitäten. In Vorbereitung auf die Operation kann abgeklärt werden, welche beruflichen Tätigkeiten bzw. welcher Sport nach der Implantation eines Gelenkersatzes für Sie nicht mehr zu empfehlen ist.

 » zurück