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Weitreichende Kooperation: Universitätsmedizin und Bergmannstrost vereinbaren intensive Zusammenarbeit


Halle (Saale), 13. Oktober 2014 - Die Universitätsmedizin Halle (Saale) – Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät (UKH) - und die Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannstrost Halle (BGKB) haben eine intensive Kooperation auf den Gebieten Krankenversorgung, Rehabilitation und eine Ausweitung der Zusammenarbeiten in Forschung und Lehre vereinbart. „Wir leisten damit einen Beitrag für eine zukunftsfähige Krankenversorgung in Halle und dem südlichen Sachsen-Anhalt“, sind sich die Beteiligten der Universitätsmedizin und der BGKG einig.

Die Vorstände beider Einrichtungen versprechen sich von der Kooperation eine verbesserte Versorgung der Patientinnen und Patienten unter anderem auf den Gebieten der Rehabilitation, (Kinder-)Traumatologie und Urologie. „Damit erfüllen wir den politischen Auftrag, die Krankenversorgung im südlichen Halle gemeinsam durch Kooperationen weiterzuentwickeln und steigern unsere wirtschaftliche Effizienz“, so PD Dr. Thomas Klöss. „Durch eine intensivere Zusammenarbeit können wir unser Angebot bei der Versorgung und Rehabilitation von Notfällen, Arbeits- und Wegeunfällen weiter ausbauen, ganz im Sinne unseres gesetzlichen Auftrags, den uns das siebte Sozialgesetzbuch (SGB VII) stellt“, so Erhard. Beide Krankenhäuser rücken damit näher aneinander.

Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Michael Gekle, unterstreicht: „Durch das Einrichten von Stiftungs- beziehungsweise Brückenprofessuren erwarten wir gesteigerte Forschungsaktivitäten sowie einen Mehrwert in der Lehre in diesen Fachgebieten.“ Die Vereinbarung mit den BGKB sei ein wichtiger Meilenstein bei der Realisierung des „Entwicklungskonzeptes 2025“, welches die Universitätsmedizin Halle im vergangenen Jahr erstellt hatte, um zukunftsfähige Strukturen in Forschung, Lehre und Krankenversorgung voranzubringen.

Die Verhandlungen waren in den vergangenen Monaten in mehreren Gesprächsrunden erfolgt. Es handelt sich um die größte Kooperationsvereinbarung zwischen zwei Krankenhäusern in Halle in den vergangenen Jahren. Zusätzliche Kooperationsmöglichkeiten beider Häuser sollen ab November in weiteren Terminen besprochen werden. Die Vereinbarung, die beide Seiten am 1. Oktober 2014 unterschrieben haben, regelt auch die Nachnutzung des ehemaligen Gebäudes der Orthopädie in der Magdeburger Straße 22. 

Berufsgenossenschaftliche Weiterbehandlung und komplexe Handrehabilitation, Ambulanter OP – Nachnutzung Gebäude Magdeburger Str. 22

Im Gebäude Magdeburger Str. 22 (ehemaliger Standort der Universitätsklinik und Poliklinik für Orthopädie) richten die BGKB zusätzlich 50 Betten für die berufsgenossenschaftliche stationäre Weiterbehandlung und komplexe Handrehabilitation ein. „Unter der Nutzung bestehender Flächen in der Stadt Halle bauen wir damit unser weitreichendes Rehabilitationsangebot aus“, erläutert Dr. Hubert Erhard. UKH und BGKB werden zudem ein gemeinsames ambulantes OP-Zentrum für niedrigkomplexe Operationen einrichten. Die ambulanten Operationen finden damit nicht mehr an den beiden bisherigen Hauptstandorten der Klinika statt. Eine Inbetriebnahme ist für den 1. Oktober 2015 vorgesehen. Weitere Flächen in dem Gebäude können für gemeinsame Forschungsaktivitäten und Hochschulambulanzen genutzt werden. 

Neurologische Frührehabilitation

Die BGKB richten auf dem Gelände des Universitätsklinikum – Hauptstandort Ernst-Grube-Straße – 60 Betten für nichtbeatmete neurologische Frührehabilitationspatienten ein. Für die Behandlung der Patienten stehen die diagnostischen und intensivmedizinischen Strukturen des UKH zur Verfügung. „Gleichzeitig erhöhen wir die Anzahl beatmeter Betten im Bergmannstrost von derzeit zwölf auf künftig zwanzig. Dazu widmen wir intern bestehende Betten um, so dass die Gesamtbettenzahl im Bergmannstrost konstant bleibt. Künftig werden nur noch 10 nichtbeatmete Betten als Pufferinstallation für die sogenannte postakute Weaningphase in der Merseburger Straße vorgehalten“, so Erhard. Ziel der Erweiterung ist es, die Frührehapatienten im Land Sachsen-Anhalt selber behandeln zu können, anstatt sie in Einrichtung benachbarter Bundesländer verlegen zu müssen. Durch die Bündelung medizinischer und rehabilitativer Kompetenzen der BGKB und des UKH soll ein integriertes und optimiertes Behandlungsangebot entstehen und für Patienten eine wohnortnahe Behandlung sichern. 

Brücken- und Stiftungsprofessuren

Die Medizinische Fakultät wird ein Konzept zur Einrichtung einer Brückenprofessur für Kindertraumatologie erstellen, deren Besetzung gemeinsam mit den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannstrost Halle erfolgen soll. Außerdem haben beide Vertragspartner eine intensive Zusammenarbeit im Bereich Kindertraumatologie für das Schwerverletztenartenverfahren (SAV) vereinbart. Diese benötigt das Bergmannstrost, um als einzige Klinik in Halle seine SAV-Zulassung als Vorraussetzung für die Behandlung Schwerstverletzter zu behaupten. Vor dem Hintergrund, dass viele Arbeitsunfälle mit hochkomplexen Verletzungen der Hände einhergehen, soll zudem eine Stiftungsprofessur Plastische Chirurgie und Handchirurgie eingerichtet werden. Die Medizinische Fakultät hatte bereits im vergangenen Jahr eine Brückenprofessur für Thoraxchirurgie mit dem Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau vereinbart.

Urologie
Im Bereich der Urologie wurde ebenfalls eine Intensivierung der Zusammenarbeit beschlossen. Die neuro-urologischen Leistungen, welche bereits in den BGKB bestehen, werden zusätzlich in die Klinik Urologie des UKH integriert und erweitern damit das Spektrum der Klinik. 

Die Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannstrost Halle sind ein von den Berufsgenossenschaften als Träger der gesetzlichen Unfallversicherungen getragenes Klinikum und behandelt insbesondere Patienten, die als Versicherte der gesetzlichen Unfallversicherung eine Heilbehandlung nach den Bestimmungen des SGB VII beanspruchen können.

Mit ihren 560 Betten gehören die BGKB zu den modernsten Traumazentren in Deutschland. Rund 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Als Spezialklinik insbesondere für Unfall-, Schwerstbrand- und Wirbelsäulenverletzte sowie mit ihrem Querschnittzentrum, dem Neurozentrum und Zentrum für Septische Chirurgie behandelt sie Patienten auf höchstem medizinischen Niveau. Darüber hinaus stehen die berufliche Rehabilitation und die Wiedereingliederung in das Arbeits- und Lebensumfeld im Vordergrund. Getreu dem Motto „Helfen und heilen mit allen geeigneten Mitteln.“ Die BG Kliniken Bergmannstrost sind Mitglied des Klinikverbundes der gesetzlichen Unfallversicherung (KUV).