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Krebszentrum erhält Gütesiegel der Deutschen Krebsgesellschaft – Festakt mit Sozialministerin Petra Grimm-Benne


Fast 500.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an einem bösartigen Tumor. Die Diagnose Krebs schockiert noch immer die Betroffenen, doch ist in den vergangenen Jahren die Krebssterblichkeit zurückgegangen und die Lebenserwartung von Tumorpatienten gestiegen. Mehr als die Hälfte der Patienten kann heute auf eine dauerhafte Heilung hoffen. Zu diesem medizinischen Fortschritt haben die Krebszentren in Deutschland beigetragen, in denen die Behandlung strukturiert und nach modernen, wissenschaftlichen Gesichtspunkten erfolgt.

Das Krukenberg-Krebszentrum der halleschen Universitätsmedizin erhält als erstes universitäres Krebszentrum in Sachsen-Anhalt für seine Arbeit das Gütesiegel der Deutschen Krebsgesellschaft und kann sich „Zertifiziertes Onkologisches Zentrum“ nennen. Das KKH begeht diese Auszeichnung mit einem Festakt am Mittwoch, 13. Juni 2018. Unter Anwesenheit der Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt, Petra Grimm-Benne, werden die Zertifikate offiziell übergeben. Die Veranstaltung findet in den Räumlichkeiten der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Jägerberg 1, in Halle zwischen 17 und 20 Uhr statt. Als Redner hat sich unter anderem der Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, Prof. Dr. Peter Albers, angesagt.

„Das interdisziplinäre Konzept und die hohen fachlichen und organisatorischen Standards des Krukenberg-Krebszentrum Halle (KKH) werden von der Deutschen Krebsgesellschaft gewürdigt“, erklärt der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Halle (Saale), PD Dr. Thomas Klöss. Das Krebszentrum ist eine gemeinsame Einrichtung des UKH und der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität. „Das KKH versteht sich als Antwort  der halleschen Universitätsmedizin auf die Herausforderungen der heutigen Krebsmedizin.“

„Am KKH arbeiten mehrere spezialisierte Organkrebszentren und unterstützende Fachdisziplinen unter einem Dach, um Patienten mit Tumorerkrankungen eine qualitativ hochwertige Versorgung auf der Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu ermöglichen“, beschreibt PD Dr. Haifa Kathrin Al-Ali als Leiterin des KKH die Arbeitsweise des Krebszentrums. Pro Jahr werden so etwa 1300 neue Patienten mit Tumorerkrankungen aus Sachsen-Anhalt und darüber hinaus im Universitätsklinikum behandelt. In die Therapie sind dabei verschiedene Fachdisziplinen eingebunden: vom Organ-Experten über beispielsweise Hämatologie/Onkologie, Pathologie, Radiologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Apotheke bis hin zur onkologischen Pflege. Außerdem erfolgen eine psycho-onkologische sowie eine sozialmedizinische Betreuung. Zudem kann eine Palliativversorgung und Schmerztherapie angeboten werden. „Wir wollen unsere Patientinnen und Patienten ganzheitlich betrachten und unterstützen“, sagt die Krebsexpertin. Allen Patienten solle eine hochwertige Versorgung zu Gute kommen.

Die Zertifizierung des KKH umfasst 15 Tumorentitäten – von den häufig auftretenden Krebsarten wie Brust- und Prostatakrebs bis hin zu seltenen Tumorarten wie neuro-onkologische Erkrankungen. Am UKH waren bisher mehrere Organkrebszentren zertifiziert: Brust- und Gynäkologische Krebszentrum sowie das Hauttumorzentrum. Das Brustkrebszentrum war 2004 das erste seiner Art, welches in den neuen Bundesländern erfolgreich begutachtet worden war. Parallel zum „Onkologischen Zentrum“ erfolgte zusätzlich die Zertifizierung des Pankreaskarzinomzentrums, des Kopf-Hals-Tumorzentrums und des Neuroonkologischen Zentrums. Ebenfalls wurden das  Prostatakrebszentrum und das Darmkrebszentrum erfolgreich auditiert. PD Dr. Al-Ali erklärt stolz: „Damit sind wir das größte zertifizierte Onkologische Zentrum in Sachsen-Anhalt.“ Dahinter stecke jahrelange und intensive Arbeit, die nun anerkannt werde.