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Hallesche Pflegewissenschaftler an Forschungsprojekt zur Förderung von Gesundheit in Pflegeeinrichtungen beteiligt


Das kürzlich verabschiedete Präventionsgesetz steht zur Umsetzung an. Auch ältere Menschen im Pflegeheim sollen profitieren. „SaluPra“ nennt sich das 18-monatige Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit Partnerinnen und Partnern aus Wissenschaft und Praxis, an dem das Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW) der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beteiligt ist.

In dem gemeinsamen Projekt mit der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg und dem Verband der Ersatzkassen (vdek) entwickelt die hallesche Projektgruppe Maßnahmen zur Stärkung der kognitiven Fähigkeiten und der psychosozialen Gesundheit von Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen. Hierbei geht es nicht um individuelle Maßnahmen im Rahmen der Pflege und Betreuung, sondern um Konzepte, die sich an alle Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung oder an Bewohnergruppen, wie Menschen mit Demenz, richten. Übergeordnetes Ziel ist es, die Pflegeeinrichtungen im Aufbau und in der Ausgestaltung von gesundheitsfördernden ganzheitlichen Strukturen zu unterstützen. 

Das Projekt gründet auf dem „Leitfaden Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen“ des GKV-Spitzenverbandes, der fünf Handlungsfelder ausweist. Der Fokus der halleschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler liegt auf den Feldern „Stärkung kognitiver Ressourcen“ und „Psychosoziale Gesundheit“. Nicht Leistungsoptimierung und Lebensverlängerung stehen im Pflegeheim im Vordergrund, sondern das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner, ihre soziale Teilhabe und die weitgehende Unabhängigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens.

Im Zuge des Projektes beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am IGPW mit der Entwicklung, Erprobung und Evaluation von Maßnahmenkonzepten, die den Pflegeeinrichtungen bedarfsangepasst angeboten werden können. „Uns ist es wichtig, wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen zu entwickeln, so dass Pflegeeinrichtungen auf  Basis gesicherten Wissens beraten werden können“, so Dr. Almuth Berg, die das Projekt in Halle wissenschaftlich koordiniert.

Der erste Arbeitsschritt ist deshalb eine systematische Literaturstudie zu internationalen Forschungsergebnissen, die wirksame Maßnahmen identifiziert und auf ihre Übertragbarkeit hinsichtlich der nationalen gesetzlichen und institutionellen Rahmenbedingungen bewertet. Dazu zählt auch, gute und erprobte Beispiele aus der Versorgungspraxis zu finden und zu analysieren. Im Anschluss sollen auf Grundlage dieser Ergebnisse konkrete und für die Praxis passgenaue Fortbildungskonzepte entwickelt werden. Die Fortbildung richtet sich in erster Linie an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen. „Wir freuen uns, dass wir an dem Verbundvorhaben mitwirken dürfen. Wir bringen langjährige Erfahrung in der Forschung mit Pflegeheimen mit und sind insbesondere ausgewiesen in den Methoden der evidenzbasierten Pflege und Medizin. Jetzt gilt es, die Wissensbestände kritisch zu analysieren, um angemessene und vor allem auch respektvolle Empfehlungen abzuleiten“, sagt Prof. Dr. Gabriele Meyer, Leiterin des IGPW.