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Die Filmreihe "eMERgency in Cinema" findet eine Fortsetzung: "Das unbekannte Mädchen"


Die Filmreihe "eMERgency in Cinema - Medizin, Ethik & Recht im Film" findet im Sommersemester eine Fortsetzung. Als nächster Film steht am Mittwoch, 26. April 2017, um 18 Uhr "Das unbekannte Mädchen" im Luchs.Kino am Zoo auf dem Programm. Der Film wird im Original mit Untertiteln gezeigt.

 

Jenny, ein junge, karriereorientierte Ärztin, betreibt eine Praxis in einem sozialen Brennpunkt von Lüttich. Übergangsweise, denn die gut dotierte Anstellung an einer Privatklinik und damit die Eintrittskarte zu einer vielversprechenden Laufbahn hat sie bereits in der Tasche. Jenny ist ehrgeizig, aber wenig einfühlsam und eher verbissen als engagiert: „Ein guter Arzt muss seine Gefühle im Griff haben.“ Als es eines Abends an der Tür ihrer Praxis klingelt und Jenny nicht öffnet, verändert sich ihr Leben schlagartig. Denn am nächsten Tag wird die Leiche eines unbekannten Mädchens gefunden und es wird klar, dass sie es war, die an Jennys Tür geklingelt hat.

Der jüngste Film der Dardenne-Brüder verzichtet auf die kühle, beobachtende Perspektive der meisten vorherigen Dardenne-Filme, ohne dabei zu sehr die Distanz zu seinen Protagonisten zu verlieren. Eingebettet in die (nicht zuletzt als Selbstfindung zu verstehende) Suche der jungen Ärztin nach der Identität des unbekannten Mädchens zeigt der Film, wie schnell Desinteresse und Egozentrik zu Schuld führen können, nicht zuletzt im Bereich der Medizin.

Als Expertin konnte Dr. Karin Meusel gewonnen werden. Sie ist Fachärztin für Allgemeinmedizin. Ihre Praxis im Medizinischen Zentrum Geiststrasse in Halle (Saale) ist als Akademische Lehrpraxis der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in die Ausbildung von Medizinstudierenden involviert.

Die Filmreihe bietet Gelegenheit, sich anhand der Darstellung verschiedener Themenfelder innerhalb von Spielfilmen, ethischen und rechtlichen Fragen zu widmen, die immer wieder eine wichtige Rolle in klinischer Praxis und medizinischer Forschung spielen. Betroffen davon sind nicht nur einzelne Patienten; medizinische Entwicklungen und die sich daraus ergebenden Kontexte im Zusammenspiel mit Ethik und Recht haben Einfluss auf unsere gesamte Gesellschaft. Insofern werden die im Spannungsfeld der drei Disziplinen aufgeworfenen Aspekte sehr kontrovers diskutiert.

"eMERgency in Cinema" nimmt die Darstellung dieser Fragestellungen im Kontext der Medizin im Spielfilm in den Blick und spannt einen Bogen von ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Fragen des Klonens, der Sterbehilfe, der Patient-Arzt-Beziehung und der Betreuung von Demenzpatienten bis hin zu historischen Hintergründen aktueller Debatten. Jeder Film wird durch eine kurze Einführung und eine anschließende Diskussion begleitet, für die Expert/Innen und Praktiker/Innen aus Medizin, Ethik und Recht gewonnen werden konnten.

Organisiert wird die Reihe durch das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin und dem Interdisziplinären Wissenschaftlichen Zentrum Medizin‐Ethik‐Recht der Martin‐Luther‐Universität Halle‐Wittenberg sowie dem Verein meris e. V..

Alle Veranstaltungen finden im Luchs.Kino am Zoo statt. 

Termine:

26.4.2017, 18:00 Uhr      DAS UNBEKANNTE MÄDCHEN mit Dr. med. Karin Meusel

10.5.2017, 18:00 Uhr      WOMB mit Dr. iur. Timo Faltus

24.5.2017, 18:00 Uhr      STILL ALICE mit Anja Bieber

7.6.2017, 18:00 Uhr        AM ENDE EIN FEST mit Prof. Dr. Hans Lilie

21.6.2017, 18:00 Uhr      AM ENDE EINES VIEL ZU KURZEN TAGES mit Dr. med. Sabine Lettrari

5.7.2017, 18:00 Uhr        NEBEL IM AUGUST mit PD Dr. Maike Rotzoll