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05.12.2013

Johann Christian Reil als Bürger der Stadt Halle – Ausstellungseröffnung im Kunstforum – Vorstellung des Katalogs – Universitätsmediziner beteiligt

Die Diffusions- Tensor- Bildgebung (DTI, engl. diffusion tensor imaging) ist eine besondere Form der Magnetresonanztomografie (MRT). Sie ermöglicht es, die Diffusionsbewegung von Wassermolekülen im Körpergewebe zu messen und räumlich aufgelöst darzustellen.


Johann Christian Reil (1759-1813), einem bedeutenden Mediziner seiner Zeit, ist anlässlich des 200. Todestages eine umfängliche Ausstellung im Kunstforum, im Universitäts-Museum und im Kunstmuseum Stiftung Moritzburg gewidmet. Der Ausstellungsteil im Kunstforum (Kuratorin Dagmar Varady-Prinich) öffnet am Sonntag, 8. Dezember 2013, um 15 Uhr mit einer Vernissage. Dabei sind auch Ärzte und Wissenschaftler der Universitätsmedizin Halle (Saale) anwesend, die in die Vorbereitung der Ausstellung einbezogen waren und Beiträge für den Ausstellungskatalog geschrieben haben. Vertreten sind am Sonntag unter anderem Psychiatrie, Neurologie und Medizingeschichte. Die Mediziner führen dabei durch das jeweilige Fachgebiet betreffende Abteilung der Ausstellung. 

Eine Abteilung widmet sich dem Thema: Hirn und Seele - Darstellungen von den ersten Kupfern zur Tomografie

Die Gehirndarstellungen an den Wänden – historische  Stiche seit 1606 bis zu modernen Computerdarstellungen der Neuzeit – zeigen, in welchem Umfeld und worauf aufbauend Reil seine gehirnanatomischen  Arbeiten durchführte und welche Entwicklungen sich daraus bis in die Gegenwart ergeben haben.  So korrespondieren anatomische Darstellungen aus Paris von 1748 mit dem durch den Anatomen Joachim-Hermann Scharf nach Gehirndarstellungen von Reil u. a. im ‚Archiv für die Physiologie‘ edierten und erstmals 1960 in der ‚Nova Acta Leopoldina‘ veröffentlichten „Hirnanatomischen  Atlas“  und, nicht zufällig, auch mit dem aktuellen Human Connectome Project  (HCP), dessen Ziel es ist, einen modernen „Gehirn-Atlas“ zu erarbeiten. 

Die Darstellungen der Gehirnregionen mit modernsten bildgebenden Verfahren, dem DTI, EEG, fMRT und MRT sind in Großformaten an den Wänden innerhalb der Ausstellung zu sehen. Die Bilder stellte Professor Dan Rujescu (Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik) aus aktuellen internationalen Forschungsprojekten zur „Suche nach Ursachen von Psychosen“ zur Verfügung. Diese sichtbaren Gehirnstrukturen werden ergänzt durch historisch frühe Versuche, Krankheiten der Psyche, die in der Neuzeit mehr und mehr als mit dem Gehirn verbunden erkannt worden waren, zu heilen – zunächst allerdings ging es um eine menschenwürdige Unterbringung. Reil gehörte dann zu den Ersten, die forderten, den Umgang mit psychisch Erkrankten als Teil der Medizin zu sehen.  Gezeigt sind Beispiele der „Vormodernen Psychiatrie“: die Aufnahme in Hospitäler, aber auch schon die ersten Versuche, mit Apparaten zu ‚heilen‘, hier als Beispiel der Zwangsstuhl oder Tranquilizer – zur Beruhigung der überreizten Nerven.  Doch Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das wieder abgeschafft.             

Das Wirken von Reil wird in der Ausstellung im Kunstforum aus verschiedenen Blickrichtungen beleuchtet. Daher tragen u. a. neben den Medizinern Geisteswissenschaftler, Kunsthistoriker und Naturphilosophen zum Gelingen der Ausstellung bei. Reil als praktizierender Arzt, Stadtphysikus, als Unternehmer und prägender Bürger der Stadt Halle steht dabei im Zentrum der Schau. Die Ausstellung ist ab 10. Dezember 2013 bis zum 23. Februar 2014 geöffnet. 

Reil wirkte unter anderem aktiv in der Freimaurerloge „Zu den drei Degen“ mit, gründete ein Heil- und Kurbad und setzte sich dafür ein, dass Halle ein festes Theater bekam, um den Kurbetrieb dadurch attraktiver zu gestalten. So prägte er aus medizinischen Überlegungen heraus auch das kulturelle Leben der Stadt maßgeblich. Im Kunstforum werden daher zahlreiche Belege für eben jenes Wirken Reils - als Stadtphysikus, also als Amtsarzt der Stadt, als vermögender Bürger und Kulturfreund  gezeigt, so zum Beispiel Dokumente zum Theater und zum Kurbad. 

Im Rahmen der Vernissage am 8. Dezember wird auch der umfangreiche, bebilderte Katalog zur Ausstellung erstmals vorgestellt.

Kunstforum Halle
 Bernburger Straße 8
 06108 Halle (Saale)
 Öffnungszeiten:
 10. Dezember 2013 bis 23. Februar 2014
 Dienstag, Mittwoch, Freitag von 14 bis 17 Uhr
 Donnerstag von 14 bis 19 Uhr
 Sa, So und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr

Text: Manuela Bank, Dagmar Varady-Prinich, Jens Müller