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Professor Florian Steger neuer Präsident Deutschland der Deutschsprachigen Gesellschaft für Kunst und Psychopathologie des Ausdrucks

Professor Dr. Florian Steger, Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin, ist zum Präsidenten der Deutschsprachigen Gesellschaft für Kunst und Psychopathologie des Ausdrucks gewählt worden. Er hat dieses Amt die kommenden drei Jahre inne. Die Gesellschaft fördert Erkenntnisse auf dem Gebiet der Psychopathologie und der künstlerischen Ausdrucksformen. Sie veranstaltet zu diesem Zweck wissenschaftliche Kongresse, die regelmäßig publiziert werden. Hervorzuheben ist der transdisziplinäre Ansatz ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Neben den ärztlich psychiatrisch-psychopathologischen Aspekten wird besondere Aufmerksamkeit der künstlerischen Arbeit psychisch kranker Menschen und den unterschiedlichen kunsttherapeutischen Ansätzen gewidmet. Die Gesellschaft zählt Mitglieder aus allen deutschsprachigen Ländern, insbesondere Deutschland, Österreich und der Schweiz, die jeweils durch einen eigenen Präsidenten repräsentiert werden. Professor Dr. Steger möchte die Arbeit der Gesellschaft in Deutschland, gerade auch unter jüngeren Ärzten und Künstlern, weiter bekannt machen, für eine Mitarbeit werben und sich für eine gezielte Nachwuchsarbeit einsetzen.


Seit rund 100 Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit künstlerischen Arbeiten psychisch kranker Menschen unter ganz unterschiedlichen Gesichtspunkten. Die DGPA ehrt seit fast 50 Jahren namhafte Persönlichkeiten mit der  Hans Prinzhorn Medaille. Der Psychiater und Psychotherapeut Prinzhorn war einer der ersten Wissenschaftler, der sich mit dieser Thematik beschäftigte. Informationen über die DGPA unter www.dgpa.org 

Professor Steger wurde 1974 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Nach Abitur am Benediktinergymnasium Ettal, dem Studium von Medizin und Geschichte (1994-2003) wurde er 2002 mit einer Arbeit über „Asklepiosmedizin. Medizinischer Alltag in der römischen Kaiserzeit“ an der Ruhr-Universität Bochum zum Dr. phil. promoviert. Über die Geschichte und Ethik der Psychiatrie und Psychotherapie im 20. und 21. Jahrhundert habilitierte sich der Medizinhistoriker und Medizinethiker im Jahr 2008 an der Universität Erlangen-Nürnberg. Ein Jahr später wurde er in die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina berufen. Er absolvierte mehrere Forschungsaufenthalte im Ausland und ist als Gutachter für zahlreiche wissenschaftliche Zeitschriften und Institutionen tätig. In seiner Forschung beschäftigt er sich seit vielen Jahren u.a. mit dem Verhältnis von Medizin und Künsten (insbesondere Literatur). Seit Mai 2011 ist er Universitätsprofessor und Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin.

 

Halle, 14. November 2012