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05.04.2019

Innovation Camp sucht Zukunftskonzepte zur Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

(v.l.n.r.): Daniel Worch (Univations GmbH), Dr. Patrick Jahn (UKH), Marcel Napierala Keynote Speaker, Schweiz), Elke Anklam (Wissenschaftlicher Dienst der EU-Kommission), Dr. Jürgen Ude (Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung Sachsen-Anhalt), Prof. Dr. Michael Gekle (Dekan der Medizinischen Fakultät Halle) und Reno Paul (Investitionsbank Sachsen-Anhalt)


Sachsen-Anhalt will eine Vorreiterrolle bei der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum einnehmen. „Als Region mit dem höchsten Durchschnittsalter in Europa stecken wir bereits mitten im demografischen Wandel. Zukunftskonzepte und Forschungsprojekte, die wir heute bei uns anschieben, können morgen auch für andere europäische Regionen wegweisend sein. Die Sicherung der Gesundheitsversorgung ist also nicht nur eine enorme Herausforderung, in ihr liegt auch eine Chance für unser Land.“ Das sagte Staatssekretär Dr. Jürgen Ude heute zur Eröffnung des zweitägigen Innovation Camps „Zukunftskonzepte zur Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum“ (#InnoCampHalle und #EUsci4Regio), das vom Ministerium und der Universitätsmedizin Halle (Saale) gemeinsam im Rahmen der EU-Initiative „Science Meets Regions“ veranstaltet wird.

Ude: „Die Herausforderung ist riesig. Zum einen werden die Menschen auch in Sachsen-Anhalt immer älter, zum anderen nimmt der Fachkräftemangel im Gesundheitssektor weiter zu. Dies trifft den ländlichen Raum besonders stark. Gerade für diese Regionen brauchen wir Konzepte und Vorhaben mit nationaler und internationaler Leuchtkraft, wie etwa die Entwicklung innovativer technischer Unterstützungssysteme für die Pflege sowie weitere Anwendung im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung. Das ‚Innovation Camp‘ wird hierzu kräftige Impulse geben. Die Tagung rückt Halle europaweit in den Fokus. Sie ist das einzige deutsche unter europaweit 23 Pilotvorhaben – Ministerium und Unimedizin haben sich dabei gegen alle deutschen Mitbewerber durchgesetzt.“

„Es ist eine andere Form der Bürgerbeteiligung an wissenschaftlich-gesellschaftlichen Themen“, sagt Dr. Patrick Jahn, Leiter der Stabsstelle Pflegeforschung, der das Projekt seitens der Universitätsmedizin Halle (Saale) begleitet. Mehr als 80 Bürgerinnen und Bürger sowie Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik aus der Region sowie ganz Deutschland widmen sich in Halle zwei Tage lang in Gruppen den verschiedenen Challenges, um gemeinsam nachhaltige Lösungsansätze zu finden. „Solche Lösungen können nur gefunden werden, wenn die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen und die strukturellen Gegebenheiten beachtet werden, wobei diese sich gerade in den ländlichen Regionen Deutschlands sehr ähneln. Es geht also nicht nur darum, weil das Innovation Camp in Halle stattfindet, nur für Sachsen-Anhalt Lösungen zu finden, sondern modellhaft für den ländlichen Raum überall in Deutschland“, sagt Jahn. 

Für die Akzeptanz und die Umsetzung der Ideen seien die verschiedenen Blickwinkel essenziell, die bei der Bearbeitung der Challenges berücksichtigt werden. „Dass die EU unser Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung ins Boot geholt hat, sorgt dafür, dass die für die Umsetzung notwendigen politischen Rahmenbedingungen in Sachsen-Anhalt geschaffen werden können“, so Jahn. Des Weiteren ist die hallesche Univations GmbH als Partner dabei. 

Für das Innovation-Camp sind fünf Hauptfelder identifiziert worden, die Lösungsansätze beispielsweise für die medizinische Grundversorgung in ländlichen Gebieten, die Digitalisierung in der Pflege, Barrierefreiheit, Fachkräfte in der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum und die Integration von internationalen Fachkräften in der Pflege liefern sollen. 

Um die Folgen des demografischen Wandels in Sachsen-Anhalt zu bewältigen, hat das Ministerium u.a. im Jahr 2016 das Förderprogramm „Autonomie im Alter“ aus der Taufe gehoben. Daraus werden in zwei Förderrunden bis 2023 rund 40 Forschungsprojekte mit insgesamt knapp 30 Millionen Euro unterstützt – davon kommen 27 Millionen Euro aus EU-Fördertöpfen und rund 2,6 Millionen Euro vom Land. Fünf Projekte des Programms im Umfang von 2,3 Millionen Euro sind an der Universitätsmedizin Halle (Saale) angesiedelt.

Aktuelle Informationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung in Sachsen-Anhalt gibt es auch auf dem Twitter-Kanal des Ministeriums unter www.twitter.com/mwsachsenanhalt

Die Universitätsmedizin Halle (Saale) informiert über Aktuelles bei Twitter unter www.twitter.com/unimedhal und auf Facebook unter www.facebook.com/unimedhal