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11.05.2020

Erkenntnisse aus der Krebsforschung nutzen: Den Mechanismen der Immunität gegenüber SARS-CoV-2 auf der Spur


Warum reagiert jeder Mensch bei einer Infektion mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 anders? Warum zeigen einige Menschen gar keine oder nur leichte Symptome der davon verursachten Erkrankung COVID-19? Und warum erkranken manche Menschen so schwer, dass sie beatmet werden müssen oder sogar sterben?

Diese Fragen untersucht Professorin Dr. Mascha Binder, Direktorin der Klinik für Innere Medizin IV des Universitätsklinikums Halle (Saale), zusammen mit ihrem Team und weiteren Partnern aus dem Universitätsklinikum Halle (UKH) sowie der Medizinischen Hochschule Hannover. 

„Wir vergleichen Proben von Menschen, die genesen sind und die uns aus allen Teilen Deutschlands zugesendet werden, mit Proben von Patientinnen und Patienten mit schweren Verläufen“, erklärt die Ärztin für Hämatologie und Onkologie, die seit Jahren zum Thema Immuntherapien bei Krebs forscht. „Die virus-infizierte Zelle ist in ihrem Verhalten einer Krebszelle sehr ähnlich. Beide versuchen, sich vor der Immunantwort des Organismus zu verstecken und sich der immunologischen Kontrolle zu entziehen. Wir wollen daher auf molekularer Ebene anhand von Unterschieden in den Immunsignaturen erforschen, warum der menschliche Körper so unterschiedlich auf das Virus reagiert und wie genau die Immunantwort erfolgt“, sagt Binder. Es gehe darum herauszufinden, wie eine Immunität gegen SARS-CoV-2 entstehe, wie lange diese Immunität anhalte und warum eine Immunantwort bei manchen erst spät eintrete und die COVID-Erkrankung einen schweren Verlauf nehme.

Die Immunsignaturen finde man vor allem in geheilten Patientinnen und Patienten beziehungsweise bei jenen, die nur leichte Symptome entwickelt haben. „Wir möchten wissen: Was ist hier anders, was kennzeichnet diese Patientinnen und Patienten, so dass sie das Virus beziehungsweise die Erkrankung besser überstehen als andere“, sagt Binder. Daraus sollen dann sogenannte Prädikatoren bestimmt werden, die eingrenzen können, ob ein Mensch gar nicht, leicht oder auch schwer an COVID-19 erkranken wird. 

Die aktuelle Studie sei „hochrelevant“, so Binder, und soll dazu beitragen, abseits von Antikörpertests weitere Verfahren und somit Kontrolltests für bestehende Tests zu entwickeln. „Die aktuellen Antikörpertests können keine hundertprozentige Sicherheit liefern“, so Binder. Auch bei der Erprobung von Impfstoffen könnten diese Ansätze einen wichtigen Beitrag leisten.

Dazu ist des Weiteren unter Federführung von Prof. Dr. Daniel Sedding, Direktor der Klinik für Innere Medizin III am UKH, eine Biobank angelegt worden, um Proben zu sammeln, die die Verlaufsformen der COVID-19-Erkrankung zeigen. Diese enthält derzeit bereits mehr als 100 Proben. „Je mehr wir bekommen, umso besser können wir den Mechanismen der Immunität gegenüber SARS-CoV-2 auf die Spur kommen“, sagt Binder, die zudem sehr dankbar für die behördliche Genehmigung der Arbeit mit Blutproben von infizierten Patientinnen und Patienten ist. „Hier war Sachsen-Anhalt äußerst schnell, das ist nicht selbstverständlich.“

Für eine weitere Studie wird Mitte Mai ein Förderantrag eingereicht. Dabei handelt es sich um eine klinische Studie, die sich ebenfalls Erkenntnisse aus der Krebsforschung zunutze macht. „Wir planen am UKH derzeit eine innovative immunmodulatorische Zelltherapie, die wir Patientinnen und Patienten mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf anbieten wollen. Das Verfahren basiert ebenfalls auf Erfahrungen aus der Krebstherapie mit Stammzellen, die in der Lage sind, Entzündungen – also vermutlich auch jene im Lungengewebe – einzudämmen. Das könnte den Verlauf abmildern“, erklärt Binder.