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Hugo-Junkers-Preis 2017 für Therapie zur Verhinderung von extremen Frühgeburten

Prof. Michael Tchirikov


Professor Dr. med. Michael Tchirikov ist der Gewinner in der Kategorie „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“ des Hugo-Junkers-Preises 2017. Der Preis ist dem Direktor der Universitätsklinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin des Universitätsklinikums Halle (Saale) in der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle für seine Entwicklung „Künstliches Fruchtwasser und perinatales Port-System zur Behandlung eines vorzeitigen Blasensprunges“ verliehen worden. 

Mit dem künstlichen Fruchtwasser, das über einen Zugang in die Gebärmutter geleitet wird, gelingt es Prof. Tchirikov, drohende extreme Frühgeburten bei einem vorzeitigen Blasensprung zwischen der 22. und 28. Schwangerschaftswoche weitestgehend zu verhindern. In einem solchen Fall fließt das Fruchtwasser zu früh ab, es drohen Infektionen in der Gebärmutter und eine Frühgeburt, die beim Kind mit erheblichen gesundheitlichen Schäden wie Hirnblutungen einhergehen kann. 

Tchirikov hat jedoch eine Lösung entwickelt, die dem natürlichen Fruchtwasser sehr nahekommt und über ein von ihm ebenfalls entwickeltes Portsystem mit einem hauchdünnen Katheter in die Gebärmutter geleitet wird. Da dieses auch immer wieder abfließt, nimmt es Bakterien, die eine gefährliche Infektion verursachen könnten, gleich mit und minimiert so das Risiko für Mutter und Kind. Das künstliche Fruchtwasser ermöglicht dem ungeborenen Kind damit noch mehrere Wochen Zeit im Mutterleib, in denen es sich gesund weiterentwickeln kann. Kommt das Kind nach den bis zu sieben Wochen mehr Zeit auf die Welt, ist es gut entwickelt, bringt etwa 2000 Gramm auf die Waage und drohen kaum schwere gesundheitliche Folgeschäden.

Für beide Entwicklungen, die nun mit dem Junkerspreis ausgezeichnet wurden, hat Tchirikov zudem mehrere Patente inne. 

Der Hugo-Junkers-Preis wird seit 26 Jahren vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt ausgelobt. Er wird in fünf Kategorien verliehen. Mit dem „Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt“ soll die Leistung innovativer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Unternehmerinnen und Unternehmer Wissenschaftler/innen ausgezeichnet werden. Er gilt als der wichtigste Forschungs- und Innovationspreis des Landes Sachsen-Anhalt.