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Professorin des Jahres: Heike Kielstein erhält Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde


Professorin Dr. Heike Kielstein hat am Montag, 15. Januar 2018, die Auszeichnung Professorin des Jahres in Deutschland im Fachgebiet „Medizin und Naturwissenschaften“ erhalten. Der Jury-Vorsitzende Prof. Winfried Schulze (ehem. Vorsitzender des Wissenschaftsrates) reist für die Unicum-Stiftung an und übergab die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde. Dabei stellte Frederik Töpel von der Stiftung den Preis und die Stiftung vor und der Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, überbrachte die Grüße der Landesregierung. Die Begrüßung der Gäste übernahm der Prodekan Forschung der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Dirk Vordermark, der zudem der Geehrten die Glückwünsche der Medizinischen Fakultät überbrachte. Die Preisträgerin bedankte sich zum Abschluss einen kurzen Vortrag für die Auszeichnung und plädierte leidenschaftlich für eine engagierte Lehre. 

Frederik Töpel berichtete, dass Frau Prof. Kielstein von etwa 40 Personen unabhängig voneinander vorgeschlagen worden ist. Viele hätten nicht nur einen Vorschlag gemacht, sondern diesen mit einem Statement versehen. "Das war für uns beeindruckend, denn bei keinem anderen Kandidaten war das so." Offenbar sei die Professorin ein ganz feiner Mensch, hieß es in der Jury. Mit der halleschen Anatomin wurde erstmals ein Professor aus Sachsen-Anhalt mit dieser Auszeichnung, die es seit zwölf Jahren gibt, geehrt. Wissenschaftsminister Prof. Willingmann dankte Prof. Kielstein für ihr Engagement und dass sie dem Begriff des Hochschullehrers alle Ehre mache. Die Anatomie-Professorin habe auch bei der Bestandsdiskussion von 2013 an den Wissenschaftsstandort Sachsen-Anhalt und besonders die hallesche Universitätsmedizin geglaubt.

Die Begründung der Jury für die Auszeichung hab der Vorsitzende Prof. Dr. Winfried Schulze bekannt: Die Jury für den Preis „Professor des Jahres 2017“ verleiht den Preis in Medizin und Naturwissenschaften an Prof. Dr. Heike Kielstein für ihre herausragenden Leistungen in der Ausbildung und Betreuung ihrer Studierenden an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die auch schon durch frühere Lehrpreise gewürdigt wurde. Prof. Kielstein versteht es in besonderer Weise, dieses wichtige Grundlagenfach für die Ausbildung von jungen Medizinern zu einer attraktiven Lernmöglichkeit zu machen, in der die Grundlagen für die spätere ärztliche Tätigkeit gelegt werden. Dabei möchte sie vor allem ihren Studierenden das immer noch angstbesetzte Fach Anatomie mit seinen Präparierkursen in spielerischer Weise näherbringen. „Mit ihrer empathischen und verständnisvollen Art – so heißt es in einer studentischen Würdigung - schafft sie es, alle Aufmerksamkeit der Studierenden in der Vorlesung als auch im persönlichen Gespräch auf sich zu ziehen.“ Sie selbst betrachtet es als „Balsam für ihre Seele“, wenn es ihr gelingt, den Kontakt zu ihren Studierenden zu etablieren und ihnen auf ihrem Lebensweg zu helfen. Prof. Schulze erklärte, die Jury habe mit Frau Prof. Kielstein eine besonders gute Wahlgetroffen. 

Professorin Kielstein betonte zu Beginn ihrer leidenschaftlichen Rede, dass der Preis allen Lehrenden des Anatomie-Instituts gehöre. "Wir haben uns diesen Preis gemeinsam verdient." Sie betonte, wie wichtig ihr ein interessierter, respektvoller, kollegialer Umgang mit den Studierenden sei. Die Anatomin forderte eine stete Überprüfung und Weiterentwicklung der Lehrmethoden, aber auch mit den Lehrinhalten müsse sich kritisch auseinandergesetzt werden. "Gute Lehre ist anstrengend." 

Als erste Lehrstuhlinhaberin aus Sachsen-Anhalt und als zweite Professorin aus den ostdeutschen Bundesländern wurde der Anatomin diese Ehre zuteil. Für den Preis der Unicum-Stiftung waren etwa 2000 Hochschullehrer/innen aus dem gesamten Bundesgebiet in vier Kategorien vorgeschlagen worden. Prof. Kielstein ist seit 2011 Professorin für Anatomie an der halleschen Medizinischen Fakultät. Seit 2015 leitet sie zudem das Institut für Anatomie und Zellbiologie. Prof. Kielstein: „Der Preis bedeutet mir sehr viel, er bestätigt meine Art Lehre zu machen und mit Studierenden zu interagieren und er ist Ansporn mit gleichem Tempo weiter zu machen.“

Die 47-Jährige stammt aus Hannover und ist Mutter von zwei Söhnen und zwei Stiefsöhnen. Sie studierte an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) Medizin. Dort wurde sie promoviert und erlangte die Habilitation (Lehrbefugnis). Die Anerkennung als Fachärztin für Anatomie erhielt die Anatomin 2004. Sie betreute bisher mehr als 45 Doktoranden/innen und fungiert als Gutachterin für zahlreiche wissenschaftliche Zeitschriften. Zudem ist Prof. Kielstein Mitglied in der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. 

Die Ausbildung der Studierenden liegt ihr besonders am Herzen. Für ihr Engagement auf diesem Gebiet wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, darunter zwei Mal mit dem Lehrpreis der Studierenden der Medizinischen Fakultät. „Ich liebe die makroskopische Anatomie und möchte diese Begeisterung auch den Studierenden vermitteln.“ Sie selbst, die ursprünglich Chirurgin werden wollte, habe in der Anatomie ihren Traumberuf gefunden. Sie könne sich in der Anatomie intensiv der Forschung und der Lehre widmen. Ihre Schwerpunkte in der Forschung liegen auf den Gebieten Immunologie und Endokrinologie. Sie beschäftigt sich dabei unter anderem mit den so genannten natürlichen Killerzellen. Diese gehören als Lymphozyten zum Immunsystem und sind in der Lage, abnormale Zellen wie Tumorzellen zu erkennen und abzutöten.

Hintergrund zur Auszeichnung: Aus über 2.000 nominierten Hochschullehrern wählte eine hochkarätig besetzte Jury um Prof. Winfried Schulze (ehem. Vorsitzender des Wissenschaftsrates) die Titelträger Prof. Heike Kielstein (Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Prof. Matthias Jacobs (Bucerius Law School, Hamburg), Prof. Sven Carsten Lange (Hochschule Emden/Leer) und Prof. Martin Schmeding (Hochschule für Musik und Theater Leipzig). Der Wettbewerb fand zum zwölften Mal statt und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bzw. für Wirtschaft und Energie. Ausrichter ist die UNICUM Stiftung. 

Bundesweit nominierten Studierende, Absolventen, Unternehmensvertreter, Professoren-Kollegen und Hochschulmitarbeiter unter www.professordesjahres.de ihre Kandidaten. Gefragt waren Professorinnen und Professoren, die Studierende mit praxisnaher Lehre bestmöglich auf den Berufseinstieg vorbereiten und somit „Wegbereiter für Karrieren“ sind. In den vier Wettbewerbskategorien Wirtschaftswissenschaften/Jura, Ingenieurwissenschaften/Informatik, Medizin/Naturwissenschaften und Geistes-, Gesellschafts- und Kulturwissenschaften entschied die Jury auf Basis von Fragebögen, erzielten Nominierungen, Referenzen und eigener Recherche über Sieger und Platzierte.