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Gäste aus dem Sudan absolvieren vierwöchigen Intensivkurs in Strahlentherapie und Notfallmedizin

Begrüßung der sudanesischen Gäste: Prof. Michael Bucher, Ahmed Adam, PD Dr. Dieter Worlitzsch, Alaa Ibrahim, PD Dr. Thomas Klöss, Prof. Dirk Vordermark (v.l.n.r.)


Die Universitätsmedizin Halle (Saale) hat derzeit Gäste aus dem Sudan. Mit Alaa Ibrahim Abdelhafeez Mohamed und Ahmed Adam sind eine Intensiv- und Notfallmedizin-Fachkraft sowie ein Radiologie-Assistent aus dem nordostafrikanischen Land für vier Wochen in der Saalestadt. „Sie absolvieren hier ein sogenanntes Intensivtraining“, erläutert PD Dr. Dieter Worlitzsch, Chefarzt der Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Halle, der sich seit 2011 um den akademischen Austausch mit der Universität von Gezira in Wad Medani im Sudan kümmert. 

Die Kooperation zwischen den Medizinischen Fakultäten Halle und Wad Medani selbst besteht schon länger und wird seit acht Jahren auch vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. Im Rahmen des Projektes findet jedes Jahr eine einwöchige Summer School in Wad Medani (Sudan) statt, an der bis zu neun Mitarbeiter des Universitätsklinikums Halle/Saale teilnehmen. Zudem können bis zu drei Wissenschaftler aus Wad Medani für bis zu einen Monat nach Halle kommen - so wie Alaa Ibrahim und Ahmed Adam, die sowohl die Reisekosten und die Unterbringung als auch ein kleines Taschengeld finanziert bekommen. Beide bleiben noch bis zum 28. Mai in Halle. 

Die Schwerpunkte liegen in der Strahlentherapie (Klinikdirektor Prof. Dr. Dirk Vordermark), wo Ahmed Adam hospitiert, sowie in der Anästhesiologie und Notfallmedizin (Klinikdirektor Prof. Dr. Michael Bucher), passend zur Ausbildung von Alaa Ibrahim. Einer ihrer ersten Programmpunkte war zudem das Skills Lab im Dorothea-Erxleben-Lernzentrum.

Die 27-Jährige hat an der Fakultät für Angewandte Medizin der Universität von Gezira zunächst einen Bachelor-Abschluss in Anästhesiologie und Intensivversorgung als Anästhesietechnikerin erworben und im Bereich Intensivversorgung einen Master abgeschlossen. Derzeit ist sie als Dozentin an der Universität von Gezira tätig. „Die Unterschiede zwischen Wad Medani und Halle sind schon groß“, sagt die junge Frau. Das betrifft die Ausbildung, denn ein richtiges Curriculum gibt es bisher nicht, aber auch die technische Ausstattung. Hinzukomme, so sagt PD Worlitzsch, dass die Versorgung im Sudan schwierig sei. Die Menschen seien großenteils nicht krankenversichert, die Versorgung teuer, aber auch die Infrastruktur weise große Schwächen auf.

„Aus dem Intensivtraining nehmen unsere Gäste also sehr viel mit und können ihre eigene Ausbildung vertiefen“, sagt PD Worlitzsch. Aber auch Vertreter aus Halle, die in den Sudan reisen, würden davon profitieren.

Das nächste Zusammentreffen der Kooperationspartner steht auch bereits fest. Vom 24. September bis 1. Oktober 2016 wird die nächste Summer School in Wad Medani stattfinden, an der die Professoren Bucher und Vordermark sowie PD Worlitzsch teilnehmen werden. Laut Worlitzsch werden dann mehr als 200 sudanesische Teilnehmer/innen erwartet.