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Lebensretter gesucht: Knochenmark-Typisierungsaktion für Malte


Am Samstag, 18. November 2017, findet in der Zeit von 12:00 bis 17:00 Uhr beim Blutspendedienst des Universitätsklinikums Halle (Saale), Ernst-Grube-Straße 40, eine Typisierungsaktion für Malte Stegmann statt. Er ist an einer akuten Leukämie erkrankt und benötigt einen Stammzellspender, um wieder ein „normales“ Leben führen und den Weg zurück in den Beruf finden zu können. Leider konnte bisher kein passender Spender gefunden werden. Malte Stegmann ist Jahrgang 1980 und hat wie seine Frau Stefanie in Halle Medizin studiert. Auf Grund der schweren Erkrankung musste die Trauung des Paares im Universitätsklinikums stattfinden. 

Wer am Samstag nicht zur Typisierungsaktion kommen kann, hat auch die Möglichkeit zur Typisierung zu den Öffnungszeiten der Blutspende im UKH. Wir freuen uns auch über jede Blutspende, die bei uns geleistet wird, denn unsere Patientinnen und Patienten benötigen im Verlauf Ihrer Krankheit auch Blutspenden und Blutbestandteile.

Öffnungszeiten der Blutspende im UKH

Mo 07:00-11:00 Uhr

Di/Do 10:00-19:00 Uhr

Fr 10:00-15:00 Uhr

Sa 09:00-12:00 Uhr (jeden 1. und 3. Sa im Monat)

www.uk-halle.de/blutspende 

Warum braucht man Knochenmark-/Blutstammzellspender?

Jährlich erkranken in Deutschland mehrere tausend Menschen an bösartigen Blutkrankheiten, z. B. Leukämie. Dabei handelt es sich in der Regel um Erkrankungen der Blutbildung, die unbehandelt zum Tode des Patienten führen. Es gibt keine erkennbare Veranlagung für diese Krankheiten. Jeder kann betroffen sein. Für diese Patienten, darunter viele Kinder, bestehen bislang zwei Behandlungsmöglichkeiten: die Chemotherapie, mit und ohne Bestrahlung, und die Transplantation von Blutstammzellen aus Knochenmark (Knochenmarktransplantation) oder aus dem peripheren Blut (Blutstammzelltransplantation).

Die Transplantation stellt oft die einzige Heilungsmöglichkeit dar. Blutstammzellen werden im Knochenmark gebildet, das sich in den Hohlräumen bestimmter Knochen (z. B. Beckenkamm, Brustbein, Rippen) befindet. Aus diesen Zellen entstehen in mehreren Schritten weiße und rote Blutzellen sowie Blutplättchen. Herangereift treten diese Blutzellen und Blutplättchen vom Knochenmark in das Blut über, um dort ihre Funktion auszuüben. Für eine erfolgreiche Transplantation müssen Gewebemerkmale zwischen Spender und Patient übereinstimmen, die sogenannten HLA-Merkmale (HLA = Humane Leukozyten Antigene). Diese sind z. B. auf den weißen Blutkörperchen zu finden und für Gewebeverträglichkeit (Annahme) oder -unverträglichkeit (Abstoßung) von fremden Geweben bzw. Organen verantwortlich. 

Als Spender kommen in erster Linie Familienmitglieder (zumeist Geschwister) in Frage, da die Merkmale von den Eltern auf ihre Kinder vererbt werden. Leider findet man für mehr als die Hälfte der Patienten kein gewebeverträgliches Familienmitglied. Die einzige Möglichkeit besteht dann in der Suche nach einem passenden, nicht verwandten, freiwilligen Knochenmark- bzw. Blutstammzellspender. Deren Gewebsmerkmale können durch HLA-Typisierung einer Blutprobe, z. B. anlässlich einer Blutspende, ermittelt werden. Ein großes Problem bei der Fremdspendersuche ist die enorme Vielfalt der HLA-Merkmale. Es gibt mehr als 50 Millionen Kombinationsmöglichkeiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei nichtverwandte Personen übereinstimmende Gewebemerkmale besitzen, ist sehr gering. So kann oft nur bei einer sehr großen Anzahl von zur Knochenmark-/ Blutstammzellspende bereiter Menschen ein geeigneter Spender gefunden werden. Diesem Ziel dienen die Arbeit möglichst großer nationaler Knochenmarkspender-Register und eine weltweite Zusammenarbeit der nationalen Register, wie sie heute bereits gepflegt wird. 

Wer sich Knochenmark bzw. Blutstammzellen lassen kann?

An der Typisierung können alle teilnehmen, die sich noch nicht typisieren lassen haben, die zwischen 18-50 Jahren alt und gesund sind. Es gelten im Prinzip die gleichen Bedingungen wie für Blutspender.

So darf beim Spender keine:

- schwere Herz-Kreislauferkrankung

- schwere Lungenerkrankung

- schwere Nierenerkrankung

- schwere neurologische Erkrankung

- schwere Stoffwechselstörung

- schwere tropische Infektionskrankheit, insbesondere Malaria (aktiv oder abgelaufen)

- Infektion (auch eines Sexualpartners) mit HIV, Hepatitis B oder C, HTLV, Syphilis

- systemische Autoimmunerkrankung oder andere schwere chronische Erkrankung

- Krebserkrankung

- Erbkrankheit des Blutes oder des Immunsystems 

vorliegen.

Sollte bei Ihnen eine der oben genannten Erkrankungen oder Infektion bekannt sein, bitten wir Sie, sich nicht als Spender testen zu lassen.