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23. Hallesches Herzseminar: Das schwache Herz – Informationen für Interessierte und Betroffene


Die Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist eine ernste Erkrankung. Allein in Deutschland leiden nach Expertenschätzungen zwei bis drei Millionen Menschen an einer Herzschwäche. Jährlich werden mehr als 444.000 Patienten mit einer Herzschwäche in ein Krankenhaus eingeliefert, etwa 45.000 sterben daran, erklärt die Deutsche Herzstiftung. Diese stellt daher die diesjährigen Herzwochen in Deutschland unter das Thema „Das schwache Herz“. Die Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz steht auch beim traditionellen „Halleschen Herzseminar“ des Mitteldeutschen Herzzentrums der halleschen Universitätsmedizin, das am Samstag, 18. November 2017, zum 23. Mail stattfindet, im Mittelpunkt.

Das Herzseminar richtet sich an Betroffene und die allgemeine Öffentlichkeit und beginnt um 9 Uhr und dauert bis 13.30 Uhr. Veranstaltungsort ist das Universitätsklinikum Halle (Saale), Standort Ernst-Grube-Straße 40, Lehrgebäude/Hörsaal. Auf dem Programm stehen Vorträgen von Experten/innen der halleschen Universitätsmedizin (Kardiologie, Herzchirurgie, Physiotherapie), aber auch von Ärzten anderer Krankenhäuser und niedergelassene Kardiologen. Prof. Dr. Gabriele Stangl (Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität) spricht über das Thema „Gut für das Herz und trotzdem lecker“. Außerdem können sich die Besucher an Ständen der Deutschen Herzstiftung und der Deutschen Stiftung Organtransplantation informieren. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Die Universitätsklinik und Poliklinik für Herzchirurgie (Direktor: Prof. Dr. Hendrik Treede) und die Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III (komm. Direktor: PD Dr. Michel Noutsias) stellen im Rahmen des Herzseminars die neue Herzinsuffizienzsambulanz des Mitteldeutschen Herzzentrums vor. „Wir bieten den Patienten, den niedergelassenen Kollegen und Krankenhäusern der Regelversorgung feste Ansprechpartner an, die kurzfristig reagieren und Hilfe bei speziellen Fragestellungen anbieten können“, erklären Prof. Treede und PD Noutsias.

Hintergrund: Die chronische Herzschwäche ist keine eigenständige Krankheit, sondern die Folge anderer Herzerkrankungen. In etwa 70 Prozent der Fälle entwickelt sich die Herzschwäche aus der koronaren Herzkrankheit (KHK) und Bluthochdruck, allein oder gemeinsam mit Diabetes. Aber auch Herzklappenerkrankungen, Herzmuskelentzündung, Vorhofflimmern oder angeborene Herzfehler sind Ursachen der Herzschwäche.

„Viele herzkranke Menschen kennen weder die Ursachen der Herzschwäche noch die krankheitstypischen Warnzeichen, mit denen sie sich bemerkbar macht. Besonders sie sind gefährdet, schleichend eine Herzschwäche zu bekommen, der Aufklärungsbedarf ist daher besonders groß“, betont Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Die chronische Herzschwäche führt dazu, dass das Herz nicht mehr in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Nicht nur das Herz selbst, auch andere Organe wie Gehirn, Nieren oder Muskeln werden in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt zu Beschwerden wie Atemnot, Leistungsschwäche und Flüssigkeitseinlagerungen in den Beinen und Knöcheln (Ödeme). Im fortgeschrittenen Stadium kann die Herzschwäche zu massiven Beschwerden bei den Betroffenen führen, sie beeinträchtigt stark ihren Alltag und bedroht ihr Leben, informiert die Deutsche Herzstiftung. Je früher die Herzschwäche erkannt wird, umso eher kann man mit den heutigen Therapiemöglichkeiten die fatale Entwicklung der Krankheit aufhalten oder verlangsamen und Lebensqualität für Patient und Familie sichern.