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Nierentransplantationszentrum mit großen Zielen


Auf dem Programm steht unter anderem ein Bericht des Ärztlichen Direktors von Eurotransplant, Dr. Axel Rahmel, über die Situation der Nierentransplantation in Deutschland und Europa. Die Stiftung Eurotransplant ist eine gemeinnützige Organisation, die sich als wichtigstes Ziel die Förderung der Organtransplantation gesetzt hat. Eurotransplant vermittelt und koordiniert den internationalen Austausch von Spenderorganen in einem Einzugsgebiet, in dem 122 Millionen Menschen leben. Aus Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Deutschland, Slovenien, Österreich und Kroatien nehmen Transplantationszentren und Gewebetypisierungslabors sowie Krankenhäuser, in denen Organspenden stattfinden, an dieser internationalen Zusammenarbeit teil. Außerdem nimmt sich Professor Fornara in seinem Vortrag der Situation von Lebendspendern und deren Problemen an. Eine Umfrage unter Patienten der Klinik hat insgesamt positive Ergebnisse zu Tage gefördert. Ein Problem sei allerdings die gesetzlich nicht umfassend geregelte Rehabilitation von Lebendspendern. Oberärztin Dr. Silke Markau (Innere Medizin) berichtet auf dem Patiententreffen über die häufigsten Infektionen nach Nierentransplantation. Bei der Lebend-Nierentransplantation wird die Niere eines vorher umfangreich untersuchten Spenders entnommen. Diese Niere kann direkt von dem Entnahme-OP in den Transplantations-OP gebracht werden, so dass sie praktisch ohne "kalte Lagerungszeit" transplantiert wird. Aufgrund der steigenden Wartezeiten dialysepflichtiger Patienten, der stagnierenden Anzahl an Leichen-Nierenspenden sowie der zunehmenden Bereitschaft der Bevölkerung, dem Partner mit einer Lebendspende zu helfen, gewinnt die Lebend-Nierenspende zunehmend an Bedeutung.

Durch die rasante Entwicklung und Optimierung der Operationstechnik bei der Lebend-Nierenspende (Nierenentnahme durch Schlüssellochtechnik) sind die Erfolge der Nierentransplantation beim Empfänger besser und die postoperative Belastung durch die Operation für den Spender deutlich geringer. Etwa 90 Prozent aller Nierentransplantationen sind bei der Lebendspende erfolgreich, d.h. die Niere nimmt im neuen Körper ihre Funktion auf. Seit 2004 führen die halleschen Urologen auch die laparoskopische Entnahme einer Niere zur Lebendspende durch. In Deutschland wird nur noch an der Berliner Charite diese Operationstechnik angewendet, die zum Vorteil der Spender ist, da die Operationswunde und damit auch die Narbe kleiner ausfällt. "Die Patienten haben weniger Schmerzen nach der Operation und können schon nach drei bis vier Tagen die Klinik wieder verlassen", erklärt Oberarzt Dr. Amir Hamza. Mehr als 1400 Nieren haben die halleschen Urologen in den vergangenen drei Jahrzehnten verpflanzt. Noch in diesem Jahr wird mit der 1500. Transplantation ein besonderes Jubiläum gefeiert. Bisher konnten 2007 bereits 42 Transplantationen (darunter zehn Lebendspenden, Stand 8. Juli 2007) durchgeführt werden. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 62 (darunter zehn Lebendspenden). Auf der Warteliste stehen etwa 270 Patienten. "Wir erleben es oft, wie Menschen auf der Warteliste sterben, weil entsprechende Organe fehlen", sagt Professor Fornara und verweist auf die deutlich höhere Spendebereitschaft in anderen europäischen Ländern.