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Cochlea-Implantat – Ein (T)Ohr zum Hören


Zum Cochlea-Implantat-Tag am 20. Juni 2015 ein Interview mit Prof. Dr. Stefan Plontke (Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie)

Seit zehn Jahren wird bundesweit der Cochlea-Implantat-Tag begangen.
Was ist eigentlich ein Cochlea-Implantat (CI)?

Cochlea-Implantate (CI) sind neurosensorische Prothesen, die das Innenohr (die Gehörschnecke) ersetzen und durch elektrische Stimulation des Hörnervens hochgradig schwerhörigen bis gehörlosen Menschen ein Sprachverstehen ermöglichen. Das Hallesche Hör- und ImplantCentrum des Universitätsklinikums ist mit seiner über 25-jährigen Tradition einer der Pioniere der CI-Versorgung in den neuen Bundesländern. Bundesweit wurden bereits etwa 35.000 Menschen mit einem CI versorgt.
Die Patienten profitieren bei uns neben der jahrelangen Erfahrung zudem von unseren prämierten Forschungstätigkeiten im Bereich des Hörens und der Hörrehabilitation.

Für wen ist ein CI geeignet?
Zwei von 1000 Kindern werden ohne Hörvermögen geboren, für diese ist ein CI geeignet. Aber insbesondere auch für alle anderen hochgradig Schwerhörigen oder Gehörlosen, bei denen mit herkömmlichen Hörgeräten kein ausreichendes Sprachverstehen mehr möglich ist. 

Gibt es eine Altersobergrenze?
Auf Grund der älter werdenden Bevölkerung, wird die Zahl der von hochradiger Schwerhörigkeit oder Taubheit Betroffenen in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Eine Altersgrenze für den Einsatz eines Cochlea-Implantats gibt es nicht. Wichtig ist jedoch, dass die Taubheitsdauer nicht zu viele Jahre andauert. Aktuelle Studien zeigen sogar, dass ein verbessertes Hörvermögen und damit die bessere Wahrnehmung von Sinneseindrücken die Ausprägung einer Demenz verlangsamen können.

Welche Risiken gibt es?
In Spezialzentren mit langjähriger Erfahrung wie in unserer Klinik ist der CI-Einsatz eine standardisierte Operation. Selbstverständlich prüfen wir, ob ein Patient für die Operation geeignet und der Einsatz eines Cochlea-Implantats sinnvoll ist. Eine besondere Herausforderung sind Patienten mit Fehlbildungen und Patienten, die bereits einen
operativen Eingriff am Ohr hatten.

Kann man sofort nach der Operation hören?
Nach der Operation haben die Betroffenen sofort eine Hörwahrnehmung. Um das Gehörte
jedoch zu verstehen bedarf es eines Lernprozesses. Unser Team aus Logopäden sowie audiologischen und ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt dies aktiv.
Wir haben allein vier Logopädinnen und Logopäden, die im Hörtraining arbeiten. Jedoch brauchen wir auch einen motivierten Patienten, der das Hörverstehen lernen möchte und
dafür Geduld mitbringt.

Kontakt:
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie
Hallesches Hör- und ImplantCentrum, Ernst-Grube-Straße 40, 06120 Halle (Saale)
Telefon: (0345) 557-1784 / Telefax: (0345) 557-1859 / E-Mail: hno(at)uk-halle.de