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Neue Linearbeschleuniger des Universitätsklinikums jetzt im Tandembetrieb


Das Universitätsklinikum Halle (Saale) hat den zweiten neuen Linearbeschleuniger in Betrieb genommen. Nachdem die Universitätsklinik und Poliklinik für Strahlentherapie (Direktor: Prof. Dr. Dirk Vordermark) im Oktober 2014 vom Altstandort in der Dryanderstraße und Prof-Hoffmann-Straße in einen Neubau mit neuer technischer Ausstattung an den Hauptstandort des Universitätsklinikums in die Ernst-Grube-Straße umgezogen war, ist nun die Verlagerung der Strahlenklinik abgeschlossen. Der neue Linearbeschleuniger kostete 1,849 Millionen Euro und wurde über Landesförderung des Landes Sachsen-Anhalt für Großgeräte finanziert. 

Das Uniklinikum verfügt nun über zwei baugleiche Linearbeschleuniger neuster Bauart, die eine hochpräzise Behandlung mit der sogenannten Photonenstrahlung ermöglichen. Ein drittes modernes Bestrahlungsgerät wird durch die Strahlenklinik im Landeszentrum für Zell- und Gentherapie der Uniklinik betrieben. Die moderne Photonen-Strahlentherapie wird nach aktuellen Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft als wichtiger Baustein der Krebstherapie, unter anderem bei Brustkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs eingesetzt. 

Technische Weiterentwicklungen ermöglichen eine verbesserte Schonung der an das Tumorgebiet angrenzenden gesunden Organe. Zu den Besonderheiten der beiden neuen Linearbeschleuniger gehört die eingebaute Computertomographie-Funktion, mit der auf dem Bestrahlungstisch millimetergenau die korrekte Lage des Tumors vor dem Start der Behandlung geprüft werden kann. Zudem ermöglichen die neuen Geräte modernste sogenannte „intensitätsmodulierte“ Bestrahlungsverfahren, bei denen aus vielen Richtungen mit Drehung des Strahlerkopfes um den Patienten in kleinen Teilfeldern sehr individuelle und schonende Verteilungen der Strahlendosis im Körper erreicht werden können. Durch die Möglichkeit extrem schneller Dosisabgabe können vor allem bei hoch dosierten Bestrahlungssitzungen die Behandlungszeiten stark verkürzt werden.

„Der Einbau des zweiten hochmodernen Bestrahlungsgerätes ist ein Riesenfortschritt für die Krebsbehandlung im Universitätsklinikum“, freut sich Prof. Dr. Dirk Vordermark. Durch die Verlagerung der Strahlenklinik, einschließlich der 34-Betten-Station, können viele belastende Transporte für die Patienten vermieden werden. Da bei den High-Tech-Geräten häufige Wartungen erforderlich seien, ermögliche vor allem die Verfügbarkeit von zwei baugleichen Geräten, die von Fachleuten als „Tandembetrieb“ bezeichnet wird, ein optimales Ausfallkonzept mit der Verringerung von Verzögerungen in der Patientenbehandlung.