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125 Jahre: Festveranstaltung im Institut für Anatomie und Zellbiologie


"Für uns ist die Geschichte des Institutes mit ihren Höhen und Tiefen ein Spiegelbild der Entwicklungen in der Medizin, Universität, Wissenschaft, Politik und der Stadt Halle", so der Direktor des Institutes, Prof. Dr. Dr. Bernd Fischer, der zugleich auch Dekan der Medizinschen Fakultät ist. Forschung mit internationaler Beachtung wechselte mit wissenschaftlich unproduktiveren Phasen. Wichtige Umbauten mussten wegen fehlender Gelder unterbleiben, konnten dann aber durchgeführt werden und Zukunftsfähigkeit sichern. In einem denkmalgeschützten Gebäude sind modern ausgestattete Forschungs- und Lehrräume mit attraktiven Arbeitsmöglichkeiten für Wissenschaftler und Studenten entstanden. Das Gebäude erstrahlt heute wieder in seiner alten repräsentativen Gründerzeitfassade. Generationen von Medizinstudenten wurden bisher in den Räumen ausgebildet und werden auch in Zukunft dort Einblicke und fundierte Kenntnisse über den menschlichen Körper erhalten.

Als erster Hausherr weihte Hermann Welcker (1822-1897) am 22. November 1880 in Anwesenheit zahlreicher Gäste durch einen Vortrag über Wirbelsäule und Becken das Institut feierlich ein. Mit der Fertigstellung des Gebäudes ging ein langgehegter Traum in Erfüllung, denn zuvor war das Institut unter schlechten baulichen Verhältnissen und ungünstigen Arbeitsbedingungen in der ehemaligen erzbischöflichen Residenz untergebracht. So fasste der Hörsaal dort nur 25 bis 30 Zuhörer, im Neubau standen mehr als 130 Plätze zur Verfügung.

Das Institutsgebäude wurde zwischen 1878 und 1880 als Anatomische Anstalt unter Leitung des Universitätsarchitekten Ludwig von Tiedemann errichtet. Die Baukosten beliefen sich damals auf 380.000 Mark und wurden aus französischen Reparationszahlungen, die aus dem Krieg 1871 resultierten, bezahlt - wie der gesamte Komplex auf der etwa acht Hektar großen Marienbreite. Um 1880 entstand dort ein modernes Universitätsklinikum mit Gebäuden für Lehre, Forschung und Krankenversorgung.

Berühmt ist das Institut auch durch die Meckelschen Sammlungen, die älter sind als das Gebäude. Nur wenige Universitätsstädte in Europa können auf solch eine Sammlung verweisen. Jährlich lassen sich etwa 2000 Besucher durch die Sammlungen führen und zur Langen Nacht der Wissenschaft in diesem Jahr war der Andrang besonders groß. Ein besonderes Kleinod des Institutes ist der wie ein Amphitheater angeordnete historische Hörsaal.

"Geschichte verpflichtet". Unter diesem Motto stellten am 22. November die Professoren des Hauses ihre Forschung und Forschungsergebnisse vor, die wesentlich zum nationalen und internationalen Renommee der halleschen Medizinischen Fakultät beitragen.