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Externe Überprüfung des Nierentransplantationszentrums – Dabei wurden keine Auffälligkeiten festgestellt


Bei einer externen Überprüfung im Nierentransplantationszentrum des Universitätsklinikums Halle (Saale) sind keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Das Audit hatte die Prüfungskommission der Arbeitsgemeinschaft der Bundesärztekammer, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und des GKV Spitzenverbandes vor einer Woche durchgeführt. Die Überprüfung erfolgte auf Grundlage des Transplantationsgesetzes. „Sofort nach Bekanntwerden der Allokationsprobleme im Bereich der Lebertransplantationen an anderen Universitätsklinika in Deutschland haben wir ein internes Audit unseres Nierentransplantationszentrums durchgeführt. Unsere Ergebnisse wurden nun durch die externe Untersuchung bestätigt“, sagt der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Halle (Saale), PD Dr. Thomas Klöss. Darüber freut sich besonders Professor Dr. Paolo Fornara, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie und des Nierentransplantationszentrums: „Die Qualität unser Arbeit und die Führung unserer Warteliste sind von der Kommission ausdrücklich gelobt worden.“

Nachdem durch den Organspende-Skandal in Deutschland bereits alle Lebertransplantationszentren überprüft worden sind, erfolgt nun die Untersuchung der Arbeitsweise der Nierentransplantationszentren in Deutschland. Halle gehört zu den ersten Einrichtungen, bei denen u.a. überprüft worden ist, ob Patienten korrekt auf die Warteliste gesetzt worden sind. Die Prüfer haben sich dabei die Unterlagen des Transplantationszentrums sowie Patientenakten aus den Jahren 2010 bis 2012 angeschaut. „Unsere gute Arbeit sowie die Rahmenbedingungen im Zentrum sind anerkannt worden“, sagt Professor Fornara, der selbst Nieren transplantiert und sich seit vielen Jahren für die Organspende einsetzt. Dabei führte er in Halle zahlreiche Innovationen wie die Entnahme des Spenderorgans durch die so genannte Schlüssellochtechnologie ein.

Das Nierentransplantations-Zentrum des Landes Sachsen-Anhalt ist Teil der urologischen Universitätsklinik in Halle. Im April 1966 hatte Professor Rockstroh in Halle die erste Nierentransplantation in der DDR durchgeführt. Es handelte sich dabei um eine Lebendspende einer Mutter für ihren Sohn. 1974 wurde dann in Halle das nach Berlin zweite Nierentransplantationszentrum in der DDR gegründet. In den vergangenen fast 40 Jahren wurden mehr als 1800 Nieren transplantiert.

Noch immer gibt es zu wenig Spenderorgane, um allen chronisch Nierenkranken rechtzeitig helfen zu können. Besonders durch den Organspende-Skandal hat die Bereitschaft der Bevölkerung, einer Organspende zuzustimmen, deutlich nachgelassen. 

Die Nieren-Lebendspende kann daher eine rettende Möglichkeit sein: In der Regel sind es Blutsverwandte, aber auch Ehepartner oder andere Nahestehende, die ihrem Angehörigen eine ihrer beiden gesunden Nieren schenken. Prof. Fornara: „Seitdem wir in Halle (2004) die Entnahme der Spenderniere mittels Schlüsselloch-Chirurgie, das heißt ohne Bauchschnitt, durchführen, nutzen immer mehr Betroffene diese Option.“ Im Jahr 2008 konnte die Klinik erstmals eine blutgruppenungleiche Lebendspende durchführen. Das Nierentransplantationszentrum hat damit eine besondere Expertise auf dem Gebiet der Lebendspende. 2013 waren exakt 1/3 (33,3 %) aller durchgeführten Nierentrans­plantationen Lebendspenden. In diesem Jahr werden etwa 40 Nieren transplantiert. In den Jahren vor dem bundesweiten Skandal waren es etwa 50 bis 80 Nieren pro Jahr. Bundesweit ist die Zahl der Organtransplantationen um etwa 20 Prozent zurückgegangen, in Halle um etwa 15 Prozent.

Halle, 18. Dezember 2013