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Fachanatomin und Biologin an der Medizinischen Fakultät wird Mitglied im Jungen Forum der Sächsischen Akademie der Wissenschaften


Die Biologin Ivonne Bazwinsky-Wutschke von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wird als eines der ersten Mitglieder in das neugegründete Junge Forum der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig aufgenommen. Die feierliche Aufnahme erfolgt am Freitag, dem 11. Dezember 2015, um 16 Uhr im Rahmen der Öffentlichen Herbstsitzung der Akademie in der Bibliotheca Albertina in Leipzig. 

„Die Aufnahme empfinde ich als große Ehre“, sagt PD Dr. Ivonne Bazwinsky-Wutschke, die bereits am Akademieforschungsprojekt „Zeitstrukturen endokriner Systeme“ (2003-2012) unter Leitung von Prof. Dr. Elmar Peschke mitwirkte. 

Mit dem Jungen Forum sollen herausragende Nachwuchswissenschaftler über die Fächergrenzen hinweg gefördert werden, da in Mitteldeutschland bislang eine landes- und institutionenübergreifende Exzellenzförderung fehlt. Die Mitglieder des Jungen Forums können sich aktiv am akademischen Diskurs beteiligen sowie sich disziplinübergreifend mit hochrangigen Fachwissenschaftlern austauschen. Die bis zu 15 Mitglieder des Jungen Forums werden von den Ordentlichen Mitgliedern der drei Klassen der Akademie gewählt. Die Mitgliedschaft gilt für fünf Jahre.

PD Dr. Bazwinsky-Wutschke hat an der Universität Leipzig Biologie mit den Schwerpunkten Neurobiologie, Immunbiologie und Tierphysiologie sowie im Nebenfach Biochemie studiert. Hier promovierte sie 2003 mit Bestnoten auf dem Gebiet der Neurobiologie und wechselte an das Institut für Anatomie und Zellbiologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Arbeitsgruppe Prof. Peschke), wo sie bis heute forscht und lehrt. Damit einher ging eine wissenschaftliche Neuorientierung in Richtung humane Zellbiologie und Endokrinologie. Im Jahr 2011 erfolgte die Qualifikation als Fachanatomin, im Jahr 2014 die Habilitation im Fach Anatomie. In der Anatomie hat sie sich auf den Kopf-/Hals-Bereich spezialisiert und bildet an der Medizinischen Fakultät neben Studierenden der Humanmedizin insbesondere Zahnmedizinstudierende aus. 

PD Dr. Ivonne Bazwinsky-Wutschke arbeitet seit 2012 als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Faramarz Dehghani am Institut für Anatomie und Zellbiologie und forscht seit ihrer Habilitation selbständig am Einfluss des Pinealhormons Melatonin auf Calciumsignalproteine und Insulinsekretion im Pankreas beim Menschen.  Untersuchungen des Endocannabinoid-Systems an Leber und Pankreas sind als weitere Forschungsgebiete hinzugekommen. Die Forschung zum Endocannabinoid-System ist dabei von klinischer Relevanz, weil es Einfluss auf eine Behandlung des Typ-2-Diabetes nehmen kann beziehungsweise Defekte dieses Systems bei der Entstehung von diabetogenen Stoffwechselerkrankungen eine Rolle spielen könnten. „Es geht darum, herauszufinden, wie die Signalwege funktionieren“, sagt sie. Die aus dem Lützener Ortsteil Meuchen stammende 41-Jährige kann zahlreiche Publikationen vorweisen, unter anderem zehn in Erstautorschaft (bis Impact-Faktor 7,8). Zudem ist sie mit Abbildungen immunhistochemischer Untersuchungen häufiger auf Titelbildern von Fachjournalen vertreten. 

Die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig wurde 1846 als Königlich Sächsische Gesellschaft der Wissenschaften gegründet und 1948 wiedereröffnet. Seitdem ist ihr Einzugsbereich für Ordentliche Mitglieder im Wesentlichen auf die Länder Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt festgelegt und ist die Akademie eine Gemeinschaft von Gelehrten mit dem gemeinnützigen Zweck, die Wissenschaft zu pflegen, sie durch Forschungen zu erweitern und zu vertiefen, wissenschaftliche Unternehmungen anzuregen und zu fördern. Die Sächsische Akademie ist Mitglied der „Konferenz” (seit 1999 „Union”), zu der sich die acht deutschen Akademien zusammengeschlossen haben.