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Radiopharmazeut aus Halle berät Behörde auf Kuba


Dr. rer. nat. Dirk Müller, Leiter der Radiopharmazie der Universitätsklinik und Poliklinik für Nuklearmedizin entwickelte eine Synthesemethode zur vereinfachten Herstellung von radioaktiv markierten Arzneimitteln zur Krebsdiagnostik. Diese werden mittels der PET/CT zur Bildgebung beispielsweise bei Neuroendokrinen Tumoren oder Prostatakrebs eingesetzt. Diese Methode führte zu einer Kostenreduktion von 60 Prozent im Vergleich zur herkömmlichen Produktion und zu einer deutlichen Vereinfachung der gesamten Synthese. Mehrere Hersteller von Synthesemodulen haben daher diese Methode aufgegriffen und stellen nun entsprechende automatische Synthesemodule her.

Auf Anfrage der kubanischen Behörde für Atomenergie wurde nun kürzlich Dr. Müller als Experte der Internationalen Behörde für Atomenergie (IAEA) nach Havanna an das Nationale Institut für Onkologie und Radiologie als Berater berufen. Während des einwöchigen Aufenthaltes in Havanna wurde das notwendige Equipment, zusammen mit dem Fachpersonal vor Ort kontrolliert und entsprechend modifiziert. Außerdem wurden Testsynthesen der radioaktiven Arzneimittel zur Krebsdiagnostik durchgeführt und die Herstellung von radioaktiven Therapeutika zur Behandlung von Prostatakrebs sowie Neuroendokrinen Tumoren besprochen. In der Zusammenarbeit wurden Lösungswege für alle im Zusammenhang mit der Synthese stehenden Arbeiten nach Arzneimittelrecht entwickelt und das Fachpersonal geschult.

In der zukünftigen Zusammenarbeit des Personals des Onkologischen Institutes mit der kubanischen Arzneimittelbehörde muss nun eine Herstellungserlaubnis zur Herstellung 68Ga, bzw. 177Lu-markierter Radiopharmazeutika erarbeitet werden.

Text: Nuklearmedizin
Halle, 22. Dezember 2015