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Deutschlandweite Studie zum Bronchialkarzinom unter der Federführung der Klinik für Strahlentherapie am UKH

Dr. Daniel Medenwald (links) und Dr. Christian Ostheimer


Das Bronchialkarzinom ist einer der häufigsten Tumoren in Deutschland. Das verlangt einen komplexen therapeutischen Ansatz unter der Beteiligung vieler Fachdisziplinen, wobei die Strahlentherapie hier eine Schlüsselrolle einnimmt. Allerdings stellen gerade fortgeschrittene Erkrankungsfälle eine besondere Herausforderung dar: Für die beteiligten Mediziner ist es bislang schwierig, Patienten frühzeitig zu erkennen, die nur ungenügend auf die Therapie ansprechen. 

Diese Problemstellung soll eine deutschlandweite Studie unter Leitung von Dr. Christian Ostheimer und Dr. Daniel Medenwald bearbeiten. Beide sind Ärzte an der Universitätsklinik und Poliklinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikums Halle (Saale). Im Detail wird die prognostische beziehungsweise prädiktive Aussagekraft der Tumorschrumpfung während der definitiven Radiochemotherapie des lokal fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms untersucht. 

Diese Studie hat zwei Besonderheiten, die sie in ihrer Stellung wohl einmalig machen. Die Planung und Durchführung erfolgt im Rahmen der sogenannten „jungen DEGRO“, der Nachwuchsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). Diese Gruppe junger Strahlentherapeuten aus allen strahlentherapeutischen Einrichtungen in Deutschland hat es sich unter anderem zum Ziel gesetzt, gemeinsame wissenschaftliche Projekte zu initiieren und voranzutreiben. Für die Universitätsmedizin Halle (Saale) ist es besonders erfreulich, in diesem Projekt von Beginn an sehr gut vertreten zu sein. 

Die zweite Besonderheit ist der Umstand, dass die Studie in einem großen multizentrischen Ansatz durchgeführt wird. So sind bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits 14 Universitätskliniken aus Deutschland und der Schweiz an dem Projekt beteiligt.  Insgesamt sollen innerhalb von zwei Jahren historische Daten von mehr als 700 Patienten analysiert werden. Das würde diese Studie zur größten weltweit machen, die sich mit einer solchen Fragestellung beschäftigt.

Das Projekt wird von der „Arbeitsgemeinschaft Radiologische Onkologie“ (ARO) der Deutschen Krebsgesellschaft sowie von der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) gefördert (Fördernummer 2017-01).