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Aus dem Saarland an die Saale: Prof. Arne Viestenz neuer Professor für Augenheilkunde


Das Interesse für das Fach Augenheilkunde wurde bei Dr. Arne Viestenz schon sehr früh geprägt. Augenärzte hatten seinem Vater das Augenlicht wiedergegeben. Mit Begeisterung kann der Arzt immer noch von seinem Fachgebiet berichten. Seit dem 1. Februar 2017 leitet er die hallesche Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde und hat die Professur für das Fachgebiet inne. Er war bisher stell. Geschäftsführender Professor für Augenheilkunde in der Universität des Saarlandes in Homburg/Saar. „Für uns ist es eine Rückkehr nach Mitteldeutschland, was uns sehr freut“, sagt Arne Viestenz, der nun mit seiner Frau – die ebenfalls Augenärztin ist und am UKH als Oberärztin tätig sein wird – und drei Kindern in Halle lebt. Aufgewachsen in Riesa studierte der heute 46-Jährige in Leipzig Medizin. Eine Facharzt-Weiterbildung absolvierte der Arzt in Erlangen, bevor er 2005 an die Universitätsaugenklinik Magdeburg wechselte. Dort habilitierte Arne Viestenz und erhielt so die Lehrbefugnis für das Fachgebiet.

Sein wissenschaftliches Interesse an dem Fachgebiet wurde während des Studiums geweckt. Während einer Famulatur in Erlangen arbeitet er an einem Forschungsprojekt mit, welches die Verletzungen von Augen durch Fahrradspanngummis untersuchte. Noch heute sind die Behandlung und die Erforschung von Verletzungen des Auges sein Steckenpferd. „Neben der Beibehaltung des bisherigen Behandlungsspektrums seiner Klinik wie der Netzhautchirurgie und den Hornhauttransplantationen wollen wir die Augentraumatologie ausbauen und auch wissenschaftliche Projekte aufsetzen“, sagt der neue Klinikdirektor. Außerdem seien in diesem Bereich Fortbildungen und Kongresse geplant. Ihm liegt zudem besonders die Ausbildung der Studierenden und die Weiterbildung der Assistenzärzte am Herzen. Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Michael Gekle, erwartet von Prof. Viestenz nicht nur Forschung in Richtung experimentelle Biomedizin, sondern auch innovative und praktische Angebote in der Lehre und Weiterbildung. Für die Fakultät und das Universitätsklinikum sei es ein Erfolg, die Professur für Augenheilkunde wieder besetzt zu haben. Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, PD Dr. Thomas Klöss, dankte in diesem Zusammenhang dem Oberärzte-Team, allen Mitarbeiter/innen sowie PD Dr. Thomas Hammer und Prof. Dr. Hans-Gert, welche die Klinik in den vergangenen Jahren entwickelt haben.

Im Bereich der Krankenversorgung plant Professor Viestzenz zahlreiche Neuerungen. Die Traumatologie des Auges wird zu einem Behandlungsschwerpunkt. „Dabei profitieren wir auch von den anderen Kopffächern, die im Universitätsklinikum räumlich nebeneinander angeordnet sind und mit denen wir kooperieren werden.“ Heutzutage können viele, auch schwer verletzte Augen gerettet werden. Erfahrungen konnte er dabei in  Homburg beispielsweise bei der Behandlung verletzter amerikanischer Soldaten sammeln. Vollkommen neu wird die onkologische Sprechstunde sein. Zwar treten Krebserkrankungen des Auges im Vergleich zu anderen onkologischen Erkrankungen nicht so häufig auf, dennoch benötigen die Patienten qualifizierte Ärzte auf diesem Gebiet. Ausgebaut werden zudem die Behandlungsangebote für Kinder. „Die Behandlung von Kindern ist immer eine besondere Herausforderung, zum einen sind die Augen sehr viel kleiner als beim Erwachsenen, zum anderen muss man auf Kinder besonders intensiv eingehen.“ Er habe dabei bei seinen beruflichen Stationen auch Tricks kennengelernt, um die Aufmerksamkeit von Kindern zu gewinnen, damit sie dann untersucht und behandelt werden können. Außerdem soll in der Klinik mehr der Blick auf die Behandlung von Infektionen im Auge gerichtet werden.

Die - zum Teil neuen - Schwerpunkte in der Krankenversorgung spiegeln sich auch in den Forschungsvorhaben von Prof. Viestenz und seinem Team wieder. So sollen onkologische Erkrankungen des Auges erforscht werden. Derzeit arbeitet Prof. Viestenz an einem Projekt, um den schwarzen Augenkrebs besser behandeln zu können. „Außerdem wollen wir untersuchen, warum es manchmal zu Wundheilungsstörungen nach einem Netzhauteingriff kommt.“ Neben seiner wissenschaftlichen Methodik komme ihm in seinem Fachgebiet zu Gute, dass er handwerklich geschickt sei und gern „Bastelarbeiten“ durchführt. So habe er einmal für ein Forschungsprojekt zur Klärung von Unfällen bei Feuerwehrleuten ein künstliches Augehöhlenmodell aus Plexiglas nachgebaut.

Daten zur Vita:

1990-1997 Medizinstudium in Leipzig

1993-2003 Wissenschaftlicher Assistent, Universitätsaugenklinik Erlangen

1999    Promotion

2003    Facharzt für Augenheilkunde, bis 2005 Tätigkeit in Erlangen

2005-2011 Universitätsaugenklinik Magdeburg, u.a. Facharzt, Oberarzt

2008    Habilitation

2011-2016 Universitätsaugenklinik Homburg/Saar, u.a. Oberarzt, Leitender Oberarzt, geschäftsführender Professor für Augenheilkunde