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5000. Teilnehmerin der NAKO Gesundheitsstudie in Halle

Dr. Alexander Kluttig und Anett Koch


Grund zur Freude im halleschen Studienzentrum der NAKO Gesundheitsstudie: Mit Anett Koch aus dem Ortsteil Wallwitz der Einheitsgemeinde Petersberg ist am Montag mit einem Blumenstrauß die 5000. Teilnehmerin an der Studie begrüßt worden. Und das heißt auch, dass nun die Hälfte geschafft ist, denn 10.000 Menschen werden in Halle im Rahmen der bundesweit größten Bevölkerungsstudie befragt. Insgesamt sollen im Rahmen der NAKO Gesundheitsstudie 200.000 Menschen in 18 Studienzentren in Deutschland befragt werden.

Seit vergangener Woche werden dazu nun zusätzlich Menschen zwischen 20 und 69 Jahren der Saalekreis-Gemeinden Petersberg und Wettin-Löbejün von den Einwohnermeldeämtern angeschrieben. „Die Oberhäupter beider Gemeinden haben sich sehr unterstützend gezeigt, was die Informationsverbreitung zu unserer Studie anging. Aber das war nicht der einzige Grund, diese auszuwählen“, sagt Dr. Alexander Kluttig, Wissenschaftler am Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik (IMEBI) der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Leiter des NAKO-Studienzentrums Halle. Vielmehr sei es darum gegangen, Orte zu identifizieren, die nicht direkt an Halle angrenzen und die mit maximal 2000 Einwohnern in den Ortsteilen dörflichen Charakter haben. „Wir möchten auch untersuchen, ob es Unterschiede zwischen Menschen aus der Stadt und denen in eher ländlichen Gegenden gibt hinsichtlich ihres Lebensstils, der Arbeits- und Umweltbelastung oder ihres sozialen Netzwerks“, so Kluttig. So soll eine Vergleichsgruppe zur städtischen Bevölkerung von Halle geschaffen werden, von der parallel weiterhin Probanden zur Studienteilnahme eingeladen werden. Berücksichtigt werde dabei auch, dass Menschen beispielsweise von der Stadt aufs Land gezogen seien - und umgekehrt - oder wo sie arbeiten. „Wir erfassen dazu die Wohnhistorie seit dem Jahr 2000 ebenso wie die Berufsbiografie unserer Teilnehmer“, sagt Kluttig.

Nachdem der Beginn der Studie im Jahr 2014 noch etwas verhalten anlief, wie er sagt, kommen nun im Durchschnitt zwölf Menschen am Tag in die ehemalige Universitäts-Frauenklinik auf dem Medizin-Campus Steintor an der Magdeburger Straße, wo sich das Studienzentrum befindet. „Wir sind deshalb sehr zuversichtlich, dass wir bis zum Ende des Befragungszeitraums 2018 die Zahl von 10.000 Probanden erreichen“, sagt Kluttig. Zudem sei die Rückmeldequote im Saalekreis bereits in der ersten Woche erfreulich gut. Zusammen mit dem Studienzentrum Augsburg habe man insgesamt die beste Teilnahmebereitschaft, zeigt sich Kluttig sehr zufrieden. 

„Gesundheit ist eines der wertvollsten Dinge, die man haben kann“, sagt Anett Koch. Sie habe sich deshalb „sofort“ dazu entschlossen, bei der NAKO Gesundheitsstudie mitzumachen als sie angeschrieben worden sei. „Ich hoffe, dass man Erkenntnisse findet, die der Allgemeinheit dienen werden“, sagt die 51 Jahre alte Sachbearbeiterin über ihre Motivation. Außerdem hofft sie für sich selbst die Bestätigung zu bekommen, dass alles in Ordnung ist. Immerhin werden die Probanden nicht nur umfassend befragt, sondern auch getestet. Konzentrations- und Aufmerksamkeitstests, die Bestimmung von diversen Blutwerten, Blutdruck- und Herzfrequenzmessung oder die Messung der Lungenfunktion sind nur einige der etwa acht Untersuchungen des ersten Levels. Hinzukommen im zweiten Level unter anderem ein Fitnesstest auf dem Fahrradergometer, die Erfassung des Zahnstatus, die Untersuchung der Augengesundheit, ein Herzultraschall und ein Hör- und Riechtest. Das zweite Untersuchungslevel erhält nur jeder fünfte Teilnehmer, da die Durchführung bei allen Teilnehmern den zeitlichen Rahmen der Studie sprengen würde. 

Die Kohortenstudie soll unter anderem der Entstehung von Volkskrankheiten wie Krebs oder Diabetes auf den Grund gehen. Solche Krankheiten seien bisher in ihrer Verwandtschaft glücklicherweise aber noch nicht aufgetreten, sagt Anett Koch. In vier bis fünf Jahren wird sie dann erneut im NAKO-Studienzentrum Halle zur Nachuntersuchung begrüßt und befragt werden. Dann aber vermutlich leider ohne Blumenstrauß.