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Pflegeexperten aus Halle an Entscheidung für mehr Pflegepersonal beteiligt


Dass es künftig Personaluntergrenzen im Pflegebereich in Krankenhäusern geben wird, ist auch ein Verdienst von zwei Pflegeexperten der Universitätsmedizin Halle (Saale). Prof. Dr. Gabriele Meyer, Leiterin des Instituts für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, und Dr. Patrick Jahn, Leiter der Stabsstelle Pflegeforschung, waren Teil der Expertenkommission „Pflegepersonal im Krankenhaus“ und damit Ratgeber für das Bundesgesundheitsministerium. Prof. Meyer gehörte als reguläres Mitglied der Kommission an, Dr. Jahn war als Vertreter des Deutschen Pflegerates beteiligt. Die Kommission war am 1. Oktober 2015 von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe eingesetzt worden, um sich mit der „Frage einer sachgerechten Berücksichtigung des Pflegebedarfs im Vergütungssystem der Krankenhäuser“ zu befassen, wie es vom BMG heißt.

In den vergangenen Tagen sind nun die Schlussfolgerungen aus den Beratungen der Expertenkommission vorgelegt worden. „In Krankenhausbereichen, in denen dies aus Gründen der Patientensicherheit besonders notwendig ist, sollen künftig Pflegepersonaluntergrenzen festgelegt werden, die nicht unterschritten werden dürfen“, ist laut Pressemitteilung des BMG eine der Konsequenzen daraus. Solche Bereiche sind beispielsweise Intensivstationen oder der Nachtdienst. Bis Juni 2018 soll dazu eine Vereinbarung der Selbstverwaltung der Krankenhäuser zustande kommen. Außerdem soll ab 2019 der Pflegezuschlag um Mittel des Pflegestellen-Förderprogramms ergänzt werden und damit auf bis zu 830 Millionen Euro anwachsen. Diesen Eckpunkten liegen ebenfalls die Schlussfolgerungen der Expertenkommission zugrunde.

Prof. Meyer: „Es ist wichtig, auf die prekäre Situation in der krankenhäuslichen Pflege aufmerksam zu machen und Abhilfe zu schaffen. Die Expertenkommission hat die Probleme benannt und daraus Schlussfolgerungen gezogen und Handlungsempfehlungen geliefert. Es freut mich, dass die Politik sich zur Einführung von Personaluntergrenzen und damit zur Stärkung der Pflege in den Krankenhäusern eingelassen hat. Das war überfällig.“

Dr. Jahn: „Wir in Halle können im Bereich Pflegeforschung und Pflegewissenschaft mittlerweile auf mehr als zwei Jahrzehnte zurückblicken, haben daher einen großen Erfahrungsschatz und forschen intensiv in den verschiedensten Bereichen, wie der Versorgung von Menschen mit Demenz oder Pflegeassistenzsystemen. Hinzukommt, dass wir in Halle schon immer vorn dabei war, in der Ausbildung von Pflegenden neue Wege zu beschreiten und sich aktuellen Entwicklungen anzupassen. Daher freut es uns, dass wir uns als Experten in den Diskurs einbringen konnten und für unsere Berufsgruppe der Pflegenden eine Verbesserung der Personalfinanzierung mit bewirken konnten.“