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16.11.2012

Erstmals erhält gehörloser Patient in Sachsen-Anhalt ein Kunstherzsystem – Besondere Herausforderung für Techniker

Erstmals hat in Sachsen-Anhalt ein gehörloser Patient ein Kunstherzsystem erhalten. Seit 2006 werden in der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie nicht pulsatile Kunstherzen implantiert. Die Klinik kann sich dabei zu den führenden Zentren in Europa – außerhalb von Herztransplantationszentren – zählen. Doch ein Patient, der weder hören noch sprechen kann, stellte die Klinik vor eine besondere Herausforderung. Denn die Kunstherzen zeigen den alle zwölf Stunden notwendigen Batteriewechsel akustisch an. „Außerdem gibt das Kunstherzsystem akustische Signale ab, wenn eine technische Störung vorliegt“, sagt Peter Müller, Kunstherzkoordinator in Halle.


Doch der 54-Jährige Armin Eil kann diese Signale nicht wahrnehmen. „Darum haben wir gemeinsam mit der Herstellerfirma HeartWare und einem Technikdienstleister nach einer Lösung gesucht“, sagt der Koordinator. Ein kleines Mikrofon nimmt nun die Töne auf und wandelt diese in ein Vibrationssignal um, das der Patient wahrnehmen kann. Außerdem leuchtet zusätzlich ein Licht auf. Für Schlafphasen erhält der Patient eine weitere technische Unterstützung: ein quaderförmiges Gerät kann unter das Kopfkissen gelegt werden und vibriert so stark, dass der Patient aufwacht, wenn das Kunstherzsystem ein Signal abgibt.

Das Kunstherzsystem sichert dem Patienten das Überleben. Sein Herz wies nur noch eine Leistungsfähigkeit von 20 Prozent auf. „Das Herz ist durch eine Kardiomyopathie stark geschwächt, sagt Oberarzt Dr. Hasan Bushnaq, der das Kunstherz einsetzte. Dadurch konnte der Kreislauf nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden und der Patient war nicht mehr leistungsfähig. In der Herz- und Thoraxchirurgie erhielt er darum das kleinste Linksherzunterstützungssystem, welches weltweit verfügbar ist. Es wiegt etwa 140 Gramm, hinzu kommen die Akkus sowie weitere Bedieneinheiten, die außerhalb des Körpers getragen werden. Die künstliche Pumpe leitet kontinuierlich Blut von der linken Herzkammer in die Körperschlagader um. Das Mini-Kunstherz hat keine Klappen, keinen pulsierenden Herzschlag und wird durch eine tragbare Batterie über ein Kabel mit Energie versorgt. Jährlich werden in Halle davon mehr als ein Dutzend eingesetzt. 

Derzeit übt der Patient, der sich schriftlich oder über einen Gebärdendolmetscher verständigen kann, den Umgang mit dem System und erholt sich bei einer Reha-Maßnahme. Das Kunstherz wird er wahrscheinlich bis zum Lebensende tragen müssen. 

Halle, 16. November 2012