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Gesundheitsministerin weiht Wandbild „Seltene Erkrankungen“ im Lernzentrum der Unimedizin ein


Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer seltenen Erkrankung. Mehr als 7.000 Krankheiten gelten als selten, weil nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen das spezifische Krankheitsbild aufweisen. Seltene Erkrankungen sind oft genetisch bedingt, so dass im Regelfall die Beschwerden schon im Kindesalter beginnen. Dies trifft jedoch nicht auf alle seltenen Erkrankungen zu. Die Vielzahl von möglichen Ursachen und teilweise sehr unspezifische Symptome führen dazu, dass die Diagnose häufig erst nach Jahren gestellt und inzwischen verfügbare, wirksame Therapien nicht oder verspätet angewandt werden. Fast jeder Betroffene muss bis zur richtigen Diagnose und Therapie einen langen Weg gehen. Um einen Ansprechpartner für Erkrankte zu schaffen, wurde das Mitteldeutsche Kompetenznetz für seltene Erkrankungen (MKSE) gegründet, an dem beide Universitätsmedizin-Standorte und weitere Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt beteiligt sind. 

Um auf seltene Erkrankungen aufmerksam zu machen, entstand die Idee, ein Wandbild zu gestalten. „Es soll ein Zeichen für seltene Erkrankungen sein“, sagt Annette Byhahn von der Neurofibromatose Regionalgruppe Sachsen-Anhalt, die sich für die Realisierung des Wandbildes im Dorothea Erxleben Lernzentrum der Medizinischen Fakultät stark gemacht hat und sich um die Umsetzung kümmerte. 

Die Einweihung des Wandbildes nahm Annette Byhahn am Freitag, 13. Oktober 2017, gemeinsam mit der Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt, Petra Grimm-Benne, vor. Als Gäste nahmen unter anderem Vertreter der Medizinischen Fakultät, der Stadt Halle, des Mitteldeutschen Kompetenznetzes für seltene Erkrankungen sowie von weiteren Selbsthilfegruppen und die Mitglieder des Landtages - Hendrik Lange und Bernhard Bönisch - teil. Ministerin Petra Grimm-Benne betonte, dass sich die Humanität einer Gesellschaft drin messen lasse, wie sie mit Minderheiten umgehe. Daher sei es auch wichtig, auf die Probleme der Betroffenen mit Seltenen Erkrankungen aufmerksam zu machen und aufzuklären. Dazu diene unter anderem das neue Wandbild. Professor Dr. Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät betonte, dass es bei der medizinischen Betreuung im Bereich der Seltenen Erkrankungen gelte, Zentren und Netzwerke zu bilden, damit die Betroffenen qualifizierte Ansprechpartner haben, denn nicht jeder niedergelassene Arzt könne alle Seltenen Erkrankungen kennen. 

Das Wandbild wurde von der „Freiraumgalerie“ gestaltet und von der AOK Sachsen-Anhalt finanziert. Deren Landesrepräsentantin, Wilma Struck, betonte, dass die AOK seit vielen Jahren Selbsthilfegruppen unterstütze. Mit dem Wandbild  und der damit verbundenen Öffentlichkeitsarbeit werde Neuland betreten. Für den Dekan ist der Ort des Wandbildes ideal gewählt: „Alle unsere Studierenden werden unter anderem in einer der modernsten Lernkliniken Deutschlands ausgebildet.“ Mit dem Wandbild würden diese bereits frühzeitig in ihrem Studium dafür sensibilisiert, dass es viele seltene Erkrankungen gibt. Außerdem ist die hallesche Universitätsmedizin der Anlaufpunkt für betroffene Patientinnen und Patienten im südlichen Sachsen-Anhalt, verfügen Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät doch über zahlreiche Spezialsprechstunden und erfahrene Mediziner.