Notfälle
Blutspende
Karriere
Presse
Forschung
Lehre
Patienten
Zuweiser

Jede Sekunde zählt – Woche der Wiederbelebung in Halle – Aktion auf dem Marktplatz


Deutschland braucht mehr Ersthelfer, denn die aktuelle Bilanz ist alarmierend: Nur 15 Prozent der Bundesbürger helfen im Ernstfall. Dabei kann Wiederbelebung so einfach sein: „Prüfen. Rufen. Drücken!“ sind drei leicht zu merkende Schritte bei einem Herzstillstand: Reaktion und Atmung checken, Notruf 112 wählen und die Herzdruckmassage sofort beginnen. So kann die Überlebenschance verdoppelt bis verdreifacht werden.“, ermutigt Prof. Dr. Götz Geldner, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten e.V. Die wichtigsten Infos gibt es unter www.einlebenretten.de. Mit der Aktion „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ wollen Deutschlands Anästhesisten unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministeriums für Gesundheit das Selbstvertrauen der Bürger in ihre eigenen Fähigkeiten als Ersthelfer stärken – für mehr gerettete Leben.

Aktionstag in Halle am 22. September 2015

In Halle findet am Dienstag, 22. September 2015 zwischen 11.00 Uhr und 16.30 Uhr auf dem halleschen Marktplatz ein Aktionstag statt. Daran beteiligen sich 16 Organisationen aus Halle und Sachsen-Anhalt, darunter alle fünf Krankenhäuser aus Halle sowie Rettungs- und Hilfsorganisationen, Feuerwehr, DRLG, Wasserwacht und Luftrettung. „Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen – deshalb sollte auch jeder in der Lage sein, im Notfall einfache und lebensrettende Sofortmaßnahmen zu ergreifen“. Lebensrettende Erste Hilfe Maßnahmen sollten deshalb nicht erst ins Bewusstsein rücken oder zum Thema werden, wenn die Notsituation da ist oder war. Da der letzte Erste Hilfe Kurs in der Regel schon länger zurück liegt, ist es wichtig, das Reanimationswissen aufzufrischen und für den Notfall gewappnet zu sein.

Während des Aktionstages können die Besucher unter anderem „Wiederbelebung“ trainieren, sich von Experten beraten lassen und professionelle Reanimationsvorführungen anschauen. Außerdem „trainieren“ bekannte Sportler (wie z.B. die „Wild Cats“) aus Halle die Wiederbelebung und geben anschließend Autogramme.

Programm: 

10.50 Uhr – 11.00 Uhr: Gemeinsame Demonstration der Laienreanimation aller am Aktionstag teilnehmenden Krankenhäuser/Hilfsorganisationen 
 
 11.00 Uhr – 11.15 Uhr: Offizielle Eröffnung 

ab 11.00 Uhr – 16:00 Uhr: Trainingsmöglichkeit zur „Wiederbelebung“ für die Bevölkerung unter fachkundiger Anleitung 
 
 13.00 Uhr – 15.00 Uhr Gemeinsame „Trainingseinheit Reanimation“ mit bekannten Sportler(inne)n aus Halle

anschließend: Autogrammstunde der Sportlerinnen
 
 11.00 Uhr – 16.00 Uhr: halbstündliche Reanimationsvorführungen mit Moderation 
 
 11.00 Uhr – 16.30 Uhr: Informationen rund um die Laienreanimation an den Informationsständen der an der Aktion teilnehmenden Krankenhäuser und Hilfsorganisationen. Möglichkeit des Gesprächs mit erfahrenen Notärzten und Rettungsassistenten 
 
 Hintergrund:
 Jeder kann in die Lage geraten. Der plötzliche Herztod ist mit schätzungsweise bis zu 100.000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Obwohl jeder helfen könnte, tun es die wenigsten. Dabei ist es gerade bei einem Herzstillstand unerlässlich, schnell zu handeln: Bereits drei Minuten nach einem Herzstillstand wird das Gehirn nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt – es treten unwiderrufliche Schäden auf. Mit einer einfachen Herzdruckmassage kann der Restsauerstoff im Blut zirkulieren und so bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Überlebenswahrscheinlichkeit entscheidend erhöhen.
 
 Warum fehlt der Mut? „Oftmals sind viele Menschen im Ernstfall überfordert, weil sie zuerst an die stabile Seitenlage oder den Wechsel zwischen Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung denken. Dass eine Herzdruckmassage ausreicht, wissen viele nicht.“, erklärt Prof. Dr. Dr. Hugo van Aken, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V.. „Man kann nichts falsch machen!“. Auch ohne Ersthelferkenntnisse ist es einfach, Leben zu retten: „Prüfen. Rufen. Drücken!“ lautet die Devise: Prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. „Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich ca. 5.000 Menschenleben gerettet werden“, appelliert van Aken. 

Foto: M. Glöckner