Notfälle
Blutspende
Karriere
Presse
Forschung
Lehre
Patienten
Zuweiser

Neues Zuhause für universitäre Zahnmedizin in Halle

Die universitäre Zahnmedizin in Halle bekommt ein neues Zuhause. Am Standort Magdeburger Straße wird ein Teil der ehemaligen Chirurgischen Klinik für die Zahnmedizin umgebaut. Zum Sommersemester 2014 sollen dort alle zahnmedizinischen Kliniken und die studentische Ausbildung der mehr als 200 Studierenden zusammengefasst werden. Bisher ist die Ausbildung sowie die zahnärztliche Behandlung der halleschen Universitätsmedizin auf zwei Gebäude – Harz 42a und Große Steinstraße 19 – verteilt. Bedingt durch einen Wasserschaden im Gebäude Große Steinstraße kommt es bis zur Fertigstellung des neuen Domizils für einen Übergangszeitraum zu baulich bedingten Einschränkungen. „Die zahnmedizinische Ausbildung unserer Studierenden kann aber komplett durchgeführt werden“, sagt Professor Dr. Hans-Günther Schaller, Geschäftsführender Direktor des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Die zahntechnischen Labors für die Studentenausbildung werden zwischenzeitlich in Container im Hof des Gebäudes in der Großen Steinstraße untergebracht. Die zahnmedizinische Behandlung durch die Studierenden findet wie gewohnt im Behandlungssaal statt.


Die Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum danken dem Land Sachsen-Anhalt (Landtag, Finanz- und Wissenschaftsausschuss sowie dem Aufsichtsrat) für die konstruktive Begleitung und Unterstützung des schwierigen Prozesses. Ursprünglich war vorgesehen, die zahnmedizinische Behandlung sowie die studentische Ausbildung wie bisher in den beiden Gebäuden fortzusetzen. Ein externes Gutachten der HIS GmbH hatte vorgeschlagen, das Gebäude in der Großen Steinstraße zu sanieren. Dies sollte bis 2017 abgeschlossen sein. Der Wissenschaftsrat hatte diese Lösung 2008 auch bestätigt. 

Durch den Wasserschaden im Sommer 2012 – etwa 45 Prozent des Hauptgebäudes waren betroffen – kamen Gutachter zum Schluss, dass die Sanierung des Gebäudes in der Großen Steinstraße ungleich teuerer als bisher geplant werden würde – bedingt auch durch Auflagen aus den Bereichen Brand- und Denkmalschutz sowie Barrierefreiheit. Außerdem hätte das Gebäude im laufenden Betrieb nicht saniert werden können, zum Beispiel durch die Trocknung der betroffenen Bereiche. „Mit Hochdruck haben wir in den vergangenen Wochen daran gearbeitet, eine kostengünstigere und praktikable Variante zu finden“, sagt PD Dr. Thomas Klöss, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Halle (Saale). Ein bisher nicht genutzter Teil der ehemaligen Chirurgie am Standort Magdeburger Straße bietet alle Möglichkeiten, die Patientenbehandlung sowie die studentische Ausbildung unter einem Dach zu bündeln. „Wir schaffen damit modernste Bedingungen für unsere Studierenden“, sagt Professor Schaller. Die Wege verkürzen sich, außerdem haben die Studierenden die Nähe zu den Instituten der Medizinischen Fakultät, in denen sie einen Teil ihrer vorklinischen Ausbildung absolvieren. Zudem kann die interdisziplinäre Zusammenarbeit der zahnmedizinischen Kliniken, die im Department zusammengeschlossen sind, verstärkt werden.

Weiter werden die Betriebskosten – beispielsweise durch die Aufgabe von etwa 1300 Quadratmetern Fläche - erheblich sinken. 

Finanzierung: Die zur Herrichtung notwendige Investitionssumme wird auf 7 Millionen geschätzt. Der Ausschuss für Finanzen des Landtages von Sachsen-Anhalt stimmte in seiner Sitzung am 5. September 2012 dem Antrag zu, das Vorhaben in den Nachtragshaushalt 2012/2013 aufzunehmen. Die Finanzierung im Landeshaushalt 2012/2013 soll im Rahmen der Deckungsfähigkeit erfolgen. In der mittelfristigen Finanzplanung 2014ff. war bereits die Sanierung der Zahnklinik vorgesehen. Zur Deckung der Kosten können die Leistungen der Versicherung und die Verkaufserlöse für die jetzigen Standorte - Große Steinstraße 19 und Harz 42a - gegen gerechnet werden. Die Höhe der Leistungen und Erlöse kann noch nicht benannt werden.

Halle, 20. September 2012