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Pünktchenforschung für den Augenchirurgen: Prof. Viestenz gibt seine Antrittsvorlesung


Einem guten akademischen Brauch folgend, gibt Professor Dr. Arne Viestenz am Dienstag, 8. August 2017, um 17.30 Uhr seine Antrittsvorlesung als neuer Professor für Augenheilkunde an der halleschen Universitätsmedizin. Die Veranstaltung, zu der die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, findet im Universitätsklinikum Halle (Saale), Ernst-Grube-Straße 40, Lehrgebäude, Hörsaal statt. Er wird über die „Pünktchenforschung für den Augenchirurgen“ sprechen. „Ich möchte in meinem Vortrag an die große Tradition der halleschen Augenklinik erinnern – die Erforschung der Pathologie von Augenerkrankungen“, sagt Professor Viestenz. Mit einem Augenzwinkern, aber ernst gemeint, versteht der Augenarzt unter „Pünktchen“ Krankheitserreger, die unter dem Mikroskop sichtbar werden. „Für den Augenchirurgen ist es unwahrscheinlich wichtig, die Pathologie des Auges zu kennen, um beispielsweise Wundheilungsstörungen zu vermeiden oder Infektionen zu erkennen.“ 

Zum Lebenslauf:

Das Interesse für das Fach Augenheilkunde wurde bei Dr. Arne Viestenz schon sehr früh geprägt. Augenärzte hatten seinem Vater das Augenlicht wiedergegeben. Mit Begeisterung kann der Arzt immer noch von seinem Fachgebiet berichten. Seit dem 1. Februar 2017 leitet er die hallesche Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde und hat die Professur für das Fachgebiet inne. Er war bisher stell. Geschäftsführender Professor für Augenheilkunde in der Universität des Saarlandes in Homburg/Saar. „Für uns ist es eine Rückkehr nach Mitteldeutschland, was uns sehr freut“, sagt Arne Viestenz, der nun mit seiner Frau – die ebenfalls Augenärztin ist und am UKH als Oberärztin tätig sein wird – und drei Kindern in Halle lebt. Aufgewachsen in Riesa studierte der heute 46-Jährige in Leipzig Medizin. Eine Facharzt-Weiterbildung absolvierte der Arzt in Erlangen, bevor er 2005 an die Universitätsaugenklinik Magdeburg wechselte. Dort habilitierte Arne Viestenz und erhielt so die Lehrbefugnis für das Fachgebiet.

Sein wissenschaftliches Interesse an dem Fachgebiet wurde während des Studiums geweckt. Während einer Famulatur in Erlangen arbeitet er an einem Forschungsprojekt mit, welches die Verletzungen von Augen durch Fahrradspanngummis untersuchte. Noch heute sind die Behandlung und die Erforschung von Verletzungen des Auges sein Steckenpferd. „Neben der Beibehaltung des bisherigen Behandlungsspektrums seiner Klinik wie der Netzhautchirurgie und den Hornhauttransplantationen wollen wir die Augentraumatologie ausbauen und auch wissenschaftliche Projekte aufsetzen“, sagt der neue Klinikdirektor. 

Im Bereich der Krankenversorgung plant Professor Viestenz zahlreiche Neuerungen. Die Traumatologie des Auges wird zu einem Behandlungsschwerpunkt. „Dabei profitieren wir auch von den anderen Kopffächern, die im Universitätsklinikum räumlich nebeneinander angeordnet sind und mit denen wir kooperieren werden.“ Heutzutage können viele, auch schwer verletzte Augen gerettet werden. Vollkommen neu wird die onkologische Sprechstunde sein. Zwar treten Krebserkrankungen des Auges im Vergleich zu anderen onkologischen Erkrankungen nicht so häufig auf, dennoch benötigen die Patienten qualifizierte Ärzte auf diesem Gebiet. Außerdem soll in der Klinik mehr der Blick auf die Behandlung von Infektionen im Auge gerichtet werden.

Daten zur Vita:

1990-1997 Medizinstudium in Leipzig

1993-2003 Wissenschaftlicher Assistent, Universitätsaugenklinik Erlangen

1999    Promotion

2003    Facharzt für Augenheilkunde, bis 2005 Tätigkeit in Erlangen

2005-2011 Universitätsaugenklinik Magdeburg, u.a. Facharzt, Oberarzt

2008    Habilitation

2011-2016 Universitätsaugenklinik Homburg/Saar, u.a. Oberarzt, Leitender Oberarzt, geschäftsführender Professor für Augenheilkunde