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Akteure aus dem Gesundheitsbereich informieren sich über EU-Programm „Horizont 2020“


Die Europäische Union stellt im Programm „Horizont 2020“ 75 Milliarden Euro über mehrere Jahre zur Verfügung. Damit ist es weltweit das größte Förderprogramm für Forschung und Innovationen. Auch der Gesundheitsbereich kann davon profitieren. Welche Themenfelder davon abgedeckt sind, welche Förderinstrumente es gibt und vor allem, wer dazu weiterführende Beratung anbietet, waren Bestandteile des Seminars „Gesundheit europäisch fördern“, das am Donnerstag, dem 8. März 2018, am Universitätsklinikum Halle (Saale) stattgefunden hat. Insbesondere wurden Themenfelder vorgestellt, deren Ausschreibungen für 2019 vorgesehen sind.

Veranstalter waren das EU-Hochschulnetzwerk Sachsen-Anhalt, die Universitätsmedizin Halle (Saale), die EU Service-Agentur Sachsen-Anhalt und das Enterprise Europe Network unterstützt von der Nationalen Kontaktstelle Lebenswissenschaften, dem Land und dem Wissenschaftsministerium Sachsen-Anhalt und vom Europäischen Strukturfonds (ESF).

Rund 60 Gäste aus Hochschulen, Unternehmen, kommunalen und sozialen Einrichtungen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Ministerien sind vom Prodekan für Forschung der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Dirk Vordermark, begrüßt worden. Er riss kurz den Ablauf des Tages an und erklärte, welche Projektfelder in der Medizin vom Programm gefördert werden, so unter anderem personalisierte Medizin, innovative Pflegekonzepte oder die Bekämpfung von Infektionskrankheiten oder der Einsatz von IT- und Kommunikationstechnologien in der Medizin und Pflege. Außerdem wies Vordermark darauf hin, dass „Sachsen-Anhalt bei der demographischen Entwicklung in Deutschland eine Vorreiterrolle einnimmt“, die die Universitätsmedizin Halle zum Anlass nehme, um Fragen der Alternsforschung zu bearbeiten und beispielhafte Versorgungskonzepte zu entwickeln – eingebettet in die beiden Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät Halle: Molekulare Medizin der Signaltransduktion und Epidemiologie und Pflegeforschung. „Ich denke, der fortgeschrittene demographische Wandel in unserem Land Sachsen-Anhalt ist nicht nur ein Problem, sondern im Kontext von Forschungsinitiativen ein Alleinstellungsmerkmal im positiven Sinne, das die modellhafte Entwicklung von Betreuungs-, Behandlungs- und Versorgungskonzepten ermöglicht, die dann auf andere Regionen Deutschlands und Europas übertragen werden können“, so Vordermark.

Sachsen-Anhalts Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Jürgen Ude erklärte, dass er kein typisches Grußwort halten wolle. Stattdessen erläuterte er den Anwesenden die Innovationsstrategien des Landes und den Leitmarkt Gesundheit und Medizin. „Bildung und Wissenschaft mit dem Leitmarkt zu verknüpfen, ist sehr wichtig“, sagte er. Aktuell werden laut im Land 96 Projekte im Umfang von 52 Millionen Euro im Rahmen von Horizont 2020 gefördert werden. 35,4 Prozent davon entfallen laut Ude auf den Bereich Gesundheit. Doch es gebe noch Luft nach oben, wie er sagte: „Wir müssen uns als Land mehr vermarkten und zeigen.“ Dazu sei der Weg nach Brüssel, heißt, das Einwerben von EU-Fördermitteln, nötig. Die hallesche Universitätsmedizin ist dabei beispielsweise in den Spezialisierungsprofilen Autonomie im Alter und dort in den Projektgruppen Körper und Alter(n) sowie Interaktion und Alter(n) präsent.

Geboten wurden den Gästen des Seminars im ersten Teil der Veranstaltung vor allem Grundlegendes zum Förderprogramm, zu einzelnen Themenfeldern, Antragsfristen und Hinweise auf Beratungsmöglichkeiten. Dabei wurde deutlich, dass die Themen sehr vielfältig und mit hohen Fördersummen, aber auch hohen Förderquoten ausgestattet sind, so dass eine Antragstellung vielversprechend sei. Im zweiten Teil ging es hingegen um den Erfahrungsaustausch und praktische Aspekte, indem bereits laufende Projekte präsentiert wurden und Zeit für den Austausch zu und die Weiterentwicklung von Projektideen in kleinen Gruppen blieb.