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Halle steht im Zeichen der Netzhaut – Wenn es plötzlich dunkel wird!


Nur mit gesunden Augen kann man die Welt um sich herum gut wahrnehmen. Die Netzhaut im Auge funktioniert wie ein Chip in der Digitalkamera. Ist sie erkrankt, kann die Sehkraft bedroht sein. Ein plötzlicher Gefäßverschluss im Auge lässt die Wahrnehmung schwinden bis hin zur völligen Erblindung des Auges. Schon die Chirurgen des Mittelalters und der asiatischen Heilkunst sowie zur Zeit von Christus wussten, dass die intensive Massage des Auges im Einzelfall den Verschluss aufhebt. 

 

Bis zum 4. Mai 2018 findet in Halle das 6. Hallesche/Homburger Retinologische Curriculum statt. Der klinisch orientierte Retina-Grundlagenkurs soll gerade den jungen Ophthalmologen einen roten Faden zur Interpretation von Fundus-, Angiographie- und OCT-Befunden bei verschiedenen Netzhauterkrankungen bieten, um therapeutische Entscheidungen zur intravitrealen Injektion, Laserkoagulation der Netzhaut, bzw. Vitrektomie zu treffen. Zusätzlich werden in WetLabs praktische Fähigkeiten der Laserkoagulation und der IVOM vermittelt. Die Laserstrategien werden erläutert und die Skills in kleinen Gruppen unter Anleitung erfahrener Ophthalmochirurgen gefördert.

 

Bei einem Patienten mit Gefäßverschluss gibt es heutzutage viele Therapiemöglichkeiten. Diese erlernen Augenärzte aus der ganzen Bundesrepublik bei den Netzhautspezialisten am Universitätsklinikum Halle. Neueste Lasertherapien, Netzhaut-Operationen und Spritzentherapien sollen die Sehkraft erhalten.  Laserstrahlen wie von Star Wars bekannt, können die Augenspezialisten genau gezielt im Auge platzieren – nur mit viel besser dosierter Energie – eben sanfter. 

 

So wird insbesondere die Technik der neuartigen Netzhautbiostimulation vorgestellt. Während noch vor 2015 Netzhautödeme koaguliert wurden, steht jetzt ein gewebeschonendes Verfahren zur Verfügung. Das Entstehen von zentralen Netzhautnarben wird verhindert. Mit der neuartigen Therapie der Mikropulse wird zumeist die Netzhaut stimuliert und nicht koaguliert. Die Augenexperten des Universitätsklinikums Halle (Saale) teilen ihre umfangreichen Erfahrungen auf diesem Gebiet in dem 1-Wochen-Netzhautkurs HRC am UKH. Wie der Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Prof. Dr. Arne Viestenz, betont, kann man so möglicherweise bei ausgereizter Spritzentherapie doch noch helfen, die Sehkraft zu verbessern. Leider hilft diese Lasertherapie noch nicht bei der altersbedingten Makuladegeneration. 

Lasertherapien helfen auch bei drohender Netzhautablösung. Dabei wird die Netzhaut mit dem Laser fest verschweißt, was die Erblindung erfolgreich verhindert.

Die Teilnehmer werden nicht nur in der Therapieanwendung sondern auch in ihrem diagnostischen Blick für die verschiedensten Krankheitsbilder und in der geeigneten Therapiewahl geschult.