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Portimplantation bei Blasensprung und Plazentainsuffizienz

Als einziges Zentrum in Deutschland entwickeln wir beim frühen vorzeitigen Blasensprung sowie bei der Plazentainsuffizienz innovative Behandlungsmöglichkeiten. Diese basieren auf der Basis eines sogenannten Portsystems.

Was ist ein Portsystem?

Bei dem Portsystem handelt es sich um eine Metallkammer mit einer Kunststoffoberseite, an die ein dünner Schlauch (der Portkatheter) angeschlossen wird. Die Metallkammer wird im Rahmen eines kurzen operativen Eingriffs unter die Haut gepflanzt. Nach dieser Operation kann die Portkammer durch die Haut mit speziellen Nadeln angestochen werden und Medikamente können über das Portsystem infundiert werden. Das Portsystem findet seit vielen Jahren Anwendung in Fällen, die die häufige intravenöse Gabe von Medikamenten nötig machen . In diesen Fällen wird der Portkatheter unter der Haut in die Vene des Patienten eingeführt.

Wie wird das Portsystem in der Geburtshilfe verwendet?
Momentan findet das Portsystem Anwendung beim frühen vorzeitigen Blasensprung mit starken Fruchtwasserverlust, sowie bei der schweren Form der Plazentainsuffizienz. Zur Anwendung in diesen beiden Bereichen haben wir vor allem die Form des Katheters angepasst.

Die Anwendung beim frühen vorzeitigen Blasensprung
Unter einem Blasensprung versteht man das Platzen der Fruchtblase und damit verbunden den Verlust von Fruchtwasser. Der Blasensprung tritt üblicherweise kurz vor der Geburt des Kindes auf. Tritt der Blasensprung vor dem Geburtsbeginn (Beginn der Wehentätigkeit) auf, ist von einem vorzeitigen Blasensprung die Rede.
Die Fruchtblase und das darin enthaltene Fruchtwasser haben unter anderem die Aufgabe, das Kind im Mutterleib vor Umwelteinflüssen zu schützen. Nach dem Blasensprung befindet sich nur noch sehr wenig Fruchtwasser in der Fruchthöle und die Fruchtblase ist zerstört.
Findet der Blasensprung weit vor dem Geburtstermin statt (24.-32. Schwangerschaftswoche), ist von einem frühen vorzeitigen Blasensprung die rede.
Dieser Zustand ist eine schwerwiegende Komplikation denn durch das Fehlen des Fruchtwassers kann es zu einer Unterentwicklung der kindlichen Lunge (Lungenhypoplasie) und einer Versteifung der Gelenke kommen (Kontrakturen). Das ungehinderte Aufsteigen von Keimen in die Fruchthöhle kann zum Einsetzen von Wehen und damit zur Geburt eines unreifen Kindes führen. Breiten sich die Keime weiter in der Fruchthöhle aus, kommt es zu einer Infektion der Fruchthöhle, dem sogenannten Amnioninfektionssyndrom, einem für Mutter und Kind lebensbedrohlichen Zustand.
In dieser Situation erfolgt der Einsatz des Portsystems mit Implantation der Kammer unter die mütterliche Bauchhaut und Einlage des Katheters in die Fruchthöle und der kontinuierlichen Gabe einer fruchtwasserähnlichen Flüssigkeit über das System. Dieser kontinuierliche Fluss soll dafür sorgen, dass sich Lunge und Gliedmaßen des Kindes besser entwickeln und das Aufsteigen von Keimen über die Scheide durch die Lavage erschweren.

Die Anwendung bei Plazentainsuffizienz
 
Die Ernährung des Kindes im Mutterleib erfolgt über den Mutterkuchen (Plazenta). Über dieses Organ treten Nährstoffe und Sauerstoff vom mütterlichen ins kindliche Blut über. Aus unterschiedlichen Gründen kann es dazu kommen, dass im Verlauf der Schwangerschaft die Plazenta ihrer Aufgabe der Versorgung nicht mehr ausreichend nachkommt. In diesem Fall spricht man von einer Plazentainsuffizienz.
Als Folge der Unterversorgung kommt es zu einem verminderten Wachstum des Kindes. In schweren Fällen kann das Kind im Mutterleib versterben.
In diesem Fall stellt die Portimplantation einen möglichen Behandlungsansatz dar. Dabei wird die Portkammer unter die Bauchhaut verpflanzt und der Katheter ultraschallgestützt in die Nabelvene des Feten gelegt (ähnlich wie bei der Nabelschnurpunkton). Über das Portsystem erfolgt nun die Gabe von Nährflüssigkeit.

Wie erfolgreich ist die Anwendung des Portsystems?
Die Implantation des Portsystems in der Geburtshilfe stellt einen neuartigen Ansatz dar. Studien zur Überprüfung der Wirksamkeit dieses Verfahrens laufen bereits. In Einzelfällen haben wir mit der Anwendung dieser beiden Verfahren gute Erfahrungen gemacht.
So lange die Wirksamkeit nicht abschließend geklärt ist, bieten wir diese Möglichkeiten nur in sehr schweren Fällen an, bei denen nach den momentan gängigen Behandlungsmöglichkeiten nur sehr schlechte Überlebenschancen für das Kind bestehen.

 

 

                     

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Direktor:                                                                                                                 Univ.-Prof. Dr. med. Michael Tchirikov

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