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Intrauterine fetale Chirurgie

Bei der intrauterinen fetalen Chirurgie handelt es sich um eine medizinische Technik, durch die es möglich ist bestimmte schwere Erkrankungen und Fehlbildungen des Kindes im Mutterleib zu behandeln. Dies ist besonders bei Erkrankungen wichtig, die unbehandelt zum Versterben des Kindes noch während der Schwangerschaft oder zu schweren gesundheitlichen Schäden führen würden.

Die Fetalchirurgie ist ein neuartiger medizinischer Fachbereich, der hohe Anforderungen an die Technik und den behandelnden Arzt stellt und daher wenigen spezialisierten Kliniken und erfahrenen Operateuren vorbehalten bleibt. 

Wie funktioniert die intrauterine fetale Chirurgie?

Bei der Fetalchirurgie wird durch die Bauchhaut der Mutter und durch die Gebärmutter hindurch das so genannte Fetoskop in die Fruchtblase eingeführt. Durch diese Einstiche wird ein Kamerasystem (Optik) und das entsprechende chirurgische Werkzeug eingeführt. Der Operateur verfolgt nun den Eingriff am Bildschirm und führt mit dem eingeführten Werkzeug die Operation durch.

Durch die im Fetoskop enthaltene Optik sieht der Operateur auf dem Bildschirm das Kind im Fruchtwasser und kann die entsprechenden Eingriffe durchführen.
Generell gilt der Grundsatz, bei der Fetalchirurgie möglichst wenige und möglichst kleine Einstiche zu verursachen, da jeder Einstich eine Irritation und Verletzung der Fruchtblase darstellt und so das Risiko für einen vorzeitigen Blasensprung und damit einer Gefährdung der Schwangerschaft steigt. 

In unserem Zentrum verwenden wir für die Durchführung der fetalchirurgischen Eingriffe von Prof. Dr. Tchirikov mitentwickelte Geräte mit 1 mm Durchmesser. Diese Fetoskope sind die dünnsten derzeit verfügbaren Geräte ihrer Art. Durch die Einführung dieser Geräte ist es uns gelungen, die Komplikationsrate der fetalchirurgischen Eingriffe weiter zu senken und dadurch die Entwicklung der Fetalchirurgie weiter voranzubringen.

Wie riskant sind diese Eingriffe?

Intrauterine Operationen sind nicht ungefährlich, wobei das Risiko von der Erfahrung des Operateurs, der Dicke des verwendeten Gerätes und der Art der nötigen Operation abhängig ist.

Die Gebärmutter und die darin enthaltene Frucht stellen ein empfindliches System dar und jede Form der Manipulation kann zu einem vorzeitigen Blasensprung führen. Außerdem besteht das Risiko der Verletzung des Kindes während der Operation.
Bei der Fetalchirurgie muss - wie bei allen medizinischen Eingriffen - sorgfältig zwischen den Risiken der Erkrankung, den Risiken des Eingriffs und der zu erwartenden Verbesserung abgewogen werden.

Welche Möglichkeiten bietet die fetale Chirurgie?

Die Fetalchirurgie stellt einen neuartigen Behandlungsansatz in der Geburtshilfe dar, da durch sie die Möglichkeit gegeben ist, auf Fehlentwicklungen des Kindes im Mutterleib Einfluss zu nehmen. Auch wenn immer  neue Therapien in der Erprobung sind, so ist die Anwendung der Fetalchirurgie natürlich auch begrenzt.

Gängige und etablierte Behandlungsmethoden sind die laserchirurgische Operation an den Blutgefäßen des Mutterkuchens (Plazenta) beim fetofetalen Transfusionssyndrom (TTTS), der Verschluss der Luftröhre (Trachea) durch Einlage eines Ballons bei der fetalen Zwerchfellhernie  sowie die Einlage von Kathetern bei Fehlbildungen der ableitenden Harnwege (obstruktive Uropathie).

Komme ich für eine fetalchirurgische Behandlung in Frage?

Ist bei Ihrem ungeborenen Kind eine Erkrankung festgestellt worden, die einen fetalchirurgischen Eingriff nötig macht, so können Sie sich selbstverständlich in unserer Einrichtung behandeln lassen. Ob ein solcher Eingriff in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir gerne in einem individuellen Gespräch. Ihre behandelnde Gynäkologin/Ihr behandelnder Gynäkologe kann sich mit uns jederzeit in Verbindung setzten, um eine Überweisung in unsere Einrichtung in die Wege zu leiten.

Fetalchirurgie am Universitätsklinikum Halle (Saale)

Das Zentrum für Fetalchirurgie des Universitätsklinikums Halle (Saale) bietet mit einem erfahrenen Team und direkter Integration in das Perinatalzentrum Level 1 des Universitätsklinikums Halle (Saale) die Möglichkeit einer Maximaltherapie weit über die Fachrichtungen Geburtshilfe und Pädiatrie hinaus. Neben der Therapie beschäftigen wir uns seit vielen Jahren mit der Erforschung innovativer Behandlungsmöglichkeiten. In Zusammenarbeit mit mehreren Firmen werden neue Produkte entwickelt, die die Fetalchirurgie sicherer und effektiver machen sollen. 

Patente in Zusammenarbeit mit unserem Zentrum:

double-bubble-ballonkatheter

Ballon-Katheter zur Drainage von Hohlorganen

Aminosäurelösung zur intrauterinen, intravenösen Therapie

Kontaktdaten

Direktor:                                                                                                                 Univ.-Prof. Dr. med. Michael Tchirikov

Hausanschrift:
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Universitätsklinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin
Zentrum für Fetalchirurgie
Ernst-Grube-Straße 40
06120 Halle (Saale)

Sekretariat:
Claudia Heinrich
Telefon: (0345) 557-3250
Telefax: (0345) 557-3251

Kathrin Reinsdorf
Telefon: (0345) 557-3245
Telefax: (0345) 557-3251

Dokumentationsbüro
Vera Gastel
Telefon: (0345) 557-2324
Telefax: (0345) 557-2448

Belegungsmanagement:
Mirjam Klemm
Telefon: (0345) 557-5541
Telefax: (0345) 557-3029
               (0345) 557-905541

Kreißsaal:
Telefon: (0345) 557-2454 
Telefax: (0345) 557-2450

Pränataldiagnostik 
/Schwangerenspezialambulanz:
Telefon: (0345) 557-2126

Schwangerenstation 
(präpartale Station)
Telefon: (0345) 557-2519
               (0345) 557-2521

Wochenstation
(postpartale Station)
Telefon: (0345) 557-2512
               (0345) 557-2515