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Forschungsschwerpunkte AG Prof. Dehghani

Fette (Lipide) haben im menschlichen Körper nicht nur die Funktion von Energielieferanten und Strukturkomponenten sondern stellen  wichtige Signalmoleküle dar. Diese „lipidergen“ Botenstoffe spielen bei grundlegenden zellulären Abläufen wie Metabolismus, Wachstum und Teilung eine wichtige Rolle. Sie sind für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Krankheiten wie Diabetes mellitus und Arteriosklerose mitverantwortlich. Eine Gruppe solch fetthaltiger Signalmoleküle sind die so genannten Endocannabinoide. Als Derivate der Arachidonsäure sind die Endocannabinoide an zahlreichen physiologischen und pathologischen Prozessen beteiligt. Endocannabinoide beeinflussen über Cannabinoid (CB)1 Rezeptoren die synaptische Aktivität von Nervenzellen, wodurch Lernprozesse, Emotionen und Verhaltensweisen wie Flucht- oder Nahrungsaufnahme beeinflusst werden.
Die Aktivierung von CB2 Rezeptoren auf Immunzellen beeinflusst dagegen das Migrationsverhalten von Immunzellen oder die Freisetzung von Entzündungsmediatoren. Interessanterweise kommt es unter pathologischen Veränderungen auch im Gehirn zu einem Anstieg der Endocannabinoid-Spiegel. Die Hauptaufgabe der Endocannabinoide scheint hierbei zumeist ein schützender, protektiver Effekt zu sein. Aktuelle Arbeiten zeigen jedoch, dass eine lang anhaltende Aktivierung des Endocannabinoidsystems, beispielsweise durch übermäßigen THC Konsum, vor allem im jugendlichen Alter, Entwicklungs- und Konzentrationsstörungen sowie dauerhafte Antriebslosigkeit auslösen kann. In der Arbeitsgruppe werden die Funktionen des Endocannabinoidsystems bei Neurodegeneration, Tumorerkrankungen und hormonellen Regulationsprozessen analysiert.

 

  

 

Schädigungen des Gehirns und Rückenmarks resultieren im unmittelbaren oder verzögerten Verlust von Neuronen und verursachen eine Kaskade an Prozessen, die unter dem Begriff der „sekundären neuronalen Schädigung“ zusammengefasst werden. Diese Ereignisse führen zu einer Vergrößerung der primären Läsion und zur Zerstörung von Neuronen, die das ursprüngliche Trauma, unabhängig von dessen Genese, überlebt haben. Gliazellen und im Besonderen Mikroglialzellen als Immunkompetente Zellen des Gehirns spielen bei der Entwicklung des Sekundärschadens eine Schlüsselrolle. Ihnen wird eine neurotoxische Bedeutung zugeschrieben, da sie durch Freisetzung von Glutamat, NO und proinflammatorischen Zytokinen, wie z.B. Interleukin-1, Interleukin-6, Tumor Nekrose Faktor die Schädigung verstärken können. Es finden sich allerdings vermehrt Hinweise auf eine protektive Wirkung der Mikrogliazellen. Die Aktivierung von Mikrogliazellen durch pathologische Prozesse führt zu zahlreichen morphologischen und immunologischen Veränderungen dieser Zellen. Die Aktivierung von Mikrogliazellen ist charakterisiert durch ein amöboides Erscheinungsbild, die Proliferation, die Sekretion proinflammatorischer Zytokine und die Migration zum Ort der Schädigung. In der Arbeitsgruppe wird die Rolle von Gliazellen und im speziellen Mikrogliazellen bei neuronaler Schädigung und Tumoren des Zentralnervensystems  sowie die duale (protektive/destruktive) Rolle von Mikrogliazellen und ihrer Mechanismen untersucht.

 

 

  

 

Zahlreiche Körperfunktionen werden durch den hormonellen Einfluss endokriner Organe reguliert. Die Betazellen der Langerhans Inseln des Pankreas sorgen durch Produktion und Freisetzung von Insulin für die Glukoseaufnahme in die Zellen oder die Pinealozyten der Zirbeldrüse geben die Information "Dunkelheit" durch das Neurohormon Melatonin an den Körper weiter. Wie allerdings die beiden Organe sich gegenseitig beeinflussen, ist nur zum Teil verstanden. Im Pinealorgan konnte die mRNA für die Bildung der Insulinrezeptoren nachgewiesen werden und in der pankreatischen Insel, im Besonderen in der Betazelle, die Melatoninrezeptoren. Die Aktivierung der Melatoninrezeptoren im Inselorgan führt über die Hemmung der Phosphorylierung von Transkriptionsfaktoren wie CREB oder die Expression von Calciumsignalproteinen zur verminderten Insulinfreisetzung. Die intrazellulären Mechanismen der neuroendokrin-endokrinen Wechselwirkung werden in der Arbeitsgruppe untersucht.

 

  

Diese Forschungsarbeiten werden durch folgendes Projekt gefördert:

Wilhelm-Roux-Programm: FKZ 29/18: "Untersuchungen zum Einfluss des Endocannabinoidsystems auf das Proliferations- und Invasionspotential von Tumorzellen und deren Interaktion mit Gliazellen" ( Dr. Urszula Grabiec)

Direktorin:
Prof. Dr. Heike Kielstein

Hausanschrift:
Medizinische Fakultät
Institut für Anatomie und Zellbiologie
Große Steinstraße 52
06108 Halle (Saale)

06097 Halle (Saale) - Postanschrift

E-Mail:
Prof. Dr. med. 
Heike Kielstein

Prof. Dr. med. 
Faramarz Dehghani

Sekretariat:
Evelyn Axmann
Elisabeth George
Antje Harbach

Telefon: 
(+49) (345) 557 - 1701, -1702, -1703
Fax: (+49) (345) 557 - 1700

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