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Wissenschaftsrat würdigt die Krankenversorgung der Universitätsmedizin Halle: in einem kompetitiven Umfeld auf universitärem Niveau

Halle, 31. Juli 2013

Der Wissenschaftsrat würdigt die Krankenversorgung der Universitätsmedizin Halle: in einem kompetitiven Umfeld auf universitärem Niveau

In der Stellungnahme zur weiteren Entwicklung der Universitätsmedizin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg stellt der Wissenschaftsrat fest, dass das Universitätsklinikum seine Aufgaben in einem kompetitiven Umfeld auf universitärem Niveau erbringt (WR 2013, Bewertungsbericht, S. 23). Der Casemix-Index mit 1,45 (2011) ist einer Universitätsmedizin angemessen und liegt im Bundesvergleich im Mittelfeld.

In diesem Zusammenhang kritisiert der Wissenschaftsrat „die Krankenhausplanung des Landes, die das vorgehaltene Versorgungsangebot der Universitätsklinika zu wenig berücksichtigt … und parallele Leistungszentren zulässt.“ (WR 2013, S. 24). Mit Ausnahme der Fachgebiete Dermatologie, Herzchirurgie, Mund- Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie Nuklearmedizin sind alle Fachgebiete redundant in der Stadt vertreten (WR 2013, S. 77).

Dringenden Handlungsbedarf zur Vernetzung und Abstimmung der Leistungsangebote der Krankenversorgung sieht der Wissenschaftsrat für Bereiche der Perinatalmedizin, Kinder- und Thorax­chirurgie (WR 2013, S. 24).

Die Möglichkeiten der Abstimmung von Komplementaritäten in der Krankenversorgung zwischen den universitären Standorten in Halle und Magdeburg sowie einer länderübergreifenden Abstimmung und Kooperation insbesondere mit Leipzig und Jena hält der der Wissenschaftsrat für nicht ausgeschöpft. Gleichwohl wird eingeschätzt, dass aufgrund der räumlichen Distanz zwischen den Standorten und der Notwendigkeit, Maximalversorgung an allen Standorten vorzuhalten, das Abstimmungspotenzial begrenzt ist (WR 2013, S. 118f).

Der Wissenschaftsrat weist ausdrücklich darauf hin, dass eine wichtige Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit einer Universitätsmedizin der ausgeglichene Haushalt eines Klinikums darstellt. Das Land ist somit in der Pflicht, für eine ausgewogene Klinikstruktur zur sorgen (WR 2013, S. 26).

Der Wissenschaftsrat würdigt die geänderte Vergütung der Hochschulambulanzen, obgleich auch dieser Zuführungsbetrag mit einer Pauschale in Höhe von 51 Euro je Fall (2012/2013) nicht kostendeckend ist. (WR 2013, S. 24) Die Problematik der nicht kostendeckenden Vergütung der Versorgungsleistung der Hochschulambulanz in Halle durch die Kostenträger spiegelt die Gegebenheiten vieler Hochschulmedizinischer Standorte in Deutschland wider. Ausgleichszahlungen durch die Fakultät sind jedoch nur in dem Maße angemessen, in dem auch tatsächlich Forschung und Lehre zur Kostenverursachung beigetragen haben. (WR 2013, S. 119)

Der Wissenschaftsrat begrüßt grundsätzlich das Konzept der Universitätsmedizin zum Ausbau und Umbau des Standortes, fordert jedoch eine Prüfung und konsequente Anpassung der Baukonzeption im Rahmen der strategischen Neuausrichtung. In den besichtigten Neubauten sind die baulichen und gerätetechnischen Infrastrukturen insgesamt gut. Hervorzuheben ist die räumliche Nähe der Forschungslabore zu den Klinikgebäuden (WR 2013, S. 25).

Auch auf dem medizinisch-theoretischen Campus in der Magdeburger Straße herrschen in den sanierten Gebäudetrakten gute Bedingungen. Allerdings gibt es an diesem Standort auch unsanierte Räumlichkeiten mit einer unbefriedigenden baulichen Situation. Die Fortführung der weiteren Sanierungsmaßnahmen sieht der Wissenschaftsrat in Abhängigkeit der Neuausrichtung des Standortes.

Kritisch beurteilt die Universitätsmedizin Halle die Empfehlung des Wissenschaftsrates die Vorklinik nach Magdeburg zu verlagern. Die Verknüpfung der Gesundheits- und Pflegewissenschaften mit dem Medizinstudium auch in vorklinischen Fächern wird nahezu unmöglich, obwohl in sanierten Gebäudetrakten gute Arbeitsbedingungen geschaffen worden. Zusätzlich würde der medizinisch-theoretische Campus in der Magdeburger Straße vom Zuzug der Zahnmedizin profitieren. Hierzu fordert der Wissenschaftsrat: „Auch muss die Umsetzung der Maßnahmen zur Verlegung der Zahnmedizin an den Campus Magdeburger Str., welche nach einem Wasserschaden 2012 notwendig geworden sind, so schnell wie möglich erfolgen (WR 2013, S. 25).

Grundsätzlich ist die Konzentration aller Einrichtungen auf wenige Standorte nicht in Frage zu stellen. „Insbesondere durch die Neubauten im klinischen Bereich an der Ernst-Grube-Straße sind eine Effizienzsteigerung in der Krankenversorgung und damit eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Universitätsklinikums zu erwarten.“ (WR 2013, S. 120).

Quelle: WR (2013): Stellungnahme zur weiteren Entwicklung der Universitätsmedizin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Drs. 3258-13, www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/3258-13.pdf