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Optimierung der gesundheitlichen Versorgung von vulnerablen Gruppen

Der Vulnerabilitätsbegriff wird auf ganz unterschiedliche Patientengruppen mit ganz unterschiedlichen Problemen angewendet: Schwerstkranke, Menschen mit Pflegebedürftigkeit oder Behinderungen, in besonders hohem oder niedrigem Alter, mit einem niedrigen sozioökonomischen Status oder mit Migrationshintergrund - all diese Gruppen sind in besonderer Weise, aber aus sehr unterschiedlichen Gründen verletzlich.

Vulnerable Patienten sind überdurchschnittlich häufig und schwer krank, lösen einen erhöhten Behandlungsbedarf aus und haben höhere Unterstützungsbedarfe. Die internationale Forschung deutet auf erhebliche Unterschiede in Bezug auf Indikatoren der Prozess- und Ergebnisqualität der gesundheitlichen Versorgung zum Nachteil vulnerabler Patientengruppen hin. So konnte beispielsweise gezeigt werden, dass der sozioökonomische Status einen erheblichen Einfluss auf die Begleiterkrankungen, das Krankheitsstadium bei Diagnose sowie auf die Therapie und damit letztlich auch auf das Outcome der Behandlung hat. Neben soziodemographischen Faktoren können auch bestehende Vorerkrankungen, eine mögliche Pflegebedürftigkeit, geringe Gesundheitskompetenz und/oder geringe Orientierungsfähigkeit im Gesundheitswesen negative Folgen für Zugang, Inanspruchnahme oder Qualität der gesundheitlichen Versorgung haben.

Bislang mangelt es in Deutschland an Daten zur gesundheitlichen Versorgungssituation vulnerabler Patientengruppen. Benötigt werden daher Versorgungsforschungsprojekte, die auf der Basis:

  1. von Survey-, Routine- oder Registerdaten soziale und gesundheitliche Ungleichheiten in der Versorgung von vulnerablen Patientengruppen untersuchen.
  2. quantitativer oder qualitativer Forschungsmethoden die Ursachen dieser Versorgungsungleichheiten explorieren.
  3. von beschreibenden oder erklärenden Erkenntnissen komplexe Interventionen entwickeln, evaluieren oder implementieren.

Die beantragten Projekte müssen mindestens einen der o.g. Schwerpunkte bedienen und ein klares Konzept zur Definition und Analyse vulnerabler Patientengruppen vorlegen. Rein deskriptive Auswertungen von Sekundärdaten nach Alter und Geschlecht reichen demnach nicht für einen erfolgreichen Antrag aus.