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Effekt personenzentrierter Pflege und Versorgung auf die Verschreibungshäufigkeit von Antipsychotika in Pflegeheimen: eine Cluster-randomisierte, kontrollierte Studie

Kurztitel

  • EPCentCare

Zeitraum

  • März 2014 - August 2017

Leitung

Mitarbeiter/-innen (Studienzentrum Halle)

Partner

  • Universität zu Lübeck, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Sektion Forschung und Lehre in der Pflege
  • Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Förderung

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (Fkz.:01GY1335A)

Zusammenfassung  

Hintergrund

Die Mehrheit der Pflegeheimbewohner/-innen mit Demenz zeigen Verhaltensweisen wie Unruhe, Erregung und Angstzustände. Aktuellen Studien zu Folge haben etwa 30 Prozent der Pflegeheimbewohner/-innen mindestens eine Antipsychotika-Verordnung, häufig aufgrund herausfordernden Verhaltens bei Demenz. Antipsychotika werden in der Regel zu lange und ohne regelmäßige Überprüfung verordnet. Die Nebenwirkungen der Antipsychotika sind erheblich. Ruhigstellung, Schläfrigkeit und Schwindel sind die Folge und das Risiko für Sturz und Schlaganfall erhöht. Zur Reduktion von Antipsychotika haben Training und Unterstützung der in die Demenzversorgung involvierten Professionellen in einem Cochrane Review positive Effekte gezeigt.

Ziel

Gegenstand des Vorhabens ist die Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit eines in Großbritannien bereits erfolgreich getesteten Interventionsprogrammes (Fossey et al., 2006). Mit der Implementierung des an das deutsche Gesundheitssystem angepassten Programmes zu einem personenzentrierten Versorgungsansatz wird eine klinisch relevante Reduktion der Verschreibungshäufigkeit von Antipsychotika bei Pflegeheimbewohnern erwartet. 

Methodisches Vorgehen

Die Untersuchung ist als cluster-randomisierte kontrollierte Studie mit einer Interventionsgruppe (2-Tages Workshops zu personenzentrierter Pflege und Versorgung sowie ein kontinuierliches Unterstützungsprogramm) und einer Kontrollgruppe (optimierte Standardversorgung) konzipiert. Beide Studiengruppen erhalten eine systematische Sichtung der Medikation mit Rückmeldung an den verschreibenden Arzt. Insgesamt 36 Pflegeheime aus Ost-, West- und Norddeutschland sollen eingeschlossen und in eine der beiden Gruppen randomisiert werden. Als primäre Zielgröße wird der Anteil der Bewohner/-innen mit mindestens einer antipsychotischen Medikation nach 12 Monaten erhoben. Als sekundäre Endpunkte werden u. a. die Lebensqualität, neuropsychiatrische Demenz-assoziierte Symptome und Sicherheitsparameter wie Stürze, Sturz-bedingte medizinische Versorgung und mechanische freiheitsentziehende Maßnahmen erfasst. Darüber hinaus erfolgen eine Kosten- und Prozessevaluation. 

Studienregistrierung

ClinicalTrials.gov Identifier: NCT02295462

Stichworte

  • Implementierungsstudie 
  • Pflegeheim 
  • Antipsychotika
  • Demenz

Publikationen

Studienprotokoll (666 kb)