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Institut für Pathologie

Entgegen der landläufigen Meinung ist ein Pathologe heutzutage zum ganz überwiegenden Teil im Bereich der klinischen Diagnostik und damit am lebenden Menschen beschäftigt. Hier untersucht er  kleinere Gewebeproben, die im Rahmen gängiger diagnostischer Verfahren wie Gastro- und Koloskopie, Laparo-, Hystero- oder Uroskopie entnommen werden. Zusätzlich werden Operationspräparate begutachtet, die u.a. von den operativ tätigen medizinischen Fächern wie  Chirurgie, Gynäkologie, Urologie oder auch HNO und MKG überstellt werden. 

 

Die wichtigste Fragestellung an den Pathologen ist die nach der Gut – oder Bösartigkeit einer morphologisch sichtbaren Veränderung. So wird nahezu  jede Krebsdiagnose in Deutschland durch einen Facharzt für Pathologie gestellt und die makro- und mikropathologische  Diagnosestellung des Pathologen spielt zunehmend auch eine zentrale Rolle im interdisziplinären Therapiekonzept maligner Erkrankungen.

 

Wird eine Gewebeprobe für eine pathologische Begutachtung seitens des klinischen Kollegen entnommen, umfasst der diagnostische Ablauf unabhängig von der Größe des eingesandten Materials dessen Fixierung in einer Formaldehydlösung sowie die „Einbettung“ (Entwässerung und Verbringung in Paraffin). Für Großpräparate werden zusätzlich vorab der Zuschnitt und die Auswahl diagnostisch aussagekräftiger Anteile durch einen Pathologen notwendig.  

 

Nach Herstellung eines in Paraffin eingegossenen Gewebeblocks erfolgt die Herstellung von feinen Gewebeschnitten, die mikroskopisch begutachtet werden können. Diese Gewebeschnitte haben eine Stärke von 4 bis 10 µm. Nach Entfernung des störenden Paraffins werden sie mittels einer Hämatoxylin-Eosin(HE)-Lösung  und gegebenenfalls mittels Spezialfärbungen sichtbar gemacht.  Anschließend erfolgt die Begutachtung der gefärbten Schnittpräparate durch einen Pathologen. Die Prozedur von Gewebsentnahme bis hin zu Fertigstellung des gefärbten Schnittpräparats ist abhängig von der  Größe der Gewebeprobe und dauert mindestens 10 Stunden. 

 

Jenseits dieses Standardszenarios hat sich das Fach Pathologie Verfahren zunutze gemacht, die in anderen Bereichen der Biomedizin entwickelt wurden. So ist beispielsweise das Verfahren der  Immunhistochemie eine Modifikation einer aus der Immunologie entlehnten Technik. Es dient der Visualisierung von Proteinstrukturen in oder an Zellorganellen. Dieses Verfahren hat das Fach Pathologie insofern revolutioniert, als mit den so gewonnenen Zusatzinformationen nicht nur eine wesentliche Verfeinerung der Diagnostik gelungen ist, sondern die Methode auch eingesetzt werden kann, um potentielle therapeutische Zielstrukturen zu erkennen, sie semiquantitativ zu erfassen und so eine Abschätzung abgeben zu können, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Krebsmedikament wirken wird. In diesem Kontext ist der immunhistochemische Nachweis einer Expression von Hormonrezeptoren oder einer Her2-Überexpression durch Brustkrebszellen mittlerweile zu einem diagnostischen Standard geworden. Das Ergebnis, welches der Pathologe liefert, entscheidet dann darüber, ob eine postoperative Hormonrezeptorblockade oder eine Antikörpertherapie mittels Trastuzumab (Herceptin®) erfolgversprechend sein könnte.

 

Während der Siegeszug der Immunhistochemie in die pathologische Diagnostik ab den 80-er Jahren einsetzte, gelangten molekularbiologische Verfahren ab den späten 90-er Jahren in die Pathologie. Anhand molekularbiologischer Methoden, die für die Nutzbarkeit an paraffinierten Gewebeproben entsprechend modifiziert wurden, ist es möglich, aus Gewebeproben nach Abschluss der konventionellen histologischen Untersuchungen ergänzende Analysen durchzuführen, um spezifische  genetische Veränderungen eines Tumorgewebes zu analysieren. Hieraus resultiert einerseits eine zusätzliche diagnostische Sicherheit in der Klassifikation maligner Neubildungen. Zum anderen sind genaue Kenntnisse spezifischer genetischer Veränderungen eines Tumorgewebes Grundvoraussetzung, um spezifische (personalisierte) Therapien einleiten zu können.  So ist es neuerdings möglich, bei verschiedenen Krebserkrankungen einer Reihe zur Behandlung zugelassener Antikörper oder auch kleine, den Informationsfluss von Tumorzellen hemmende Substanzen bei nachgewiesener Mutation individuell und prognoseverbessernd einzusetzen.

 

Hier finden Sie eine Liste der am Institut für Pathologie der MLU durchführbaren molekularpathologischen Untersuchungen einschließlich Mutationsdiagnostik. 

 

 

Zusammenfassend stellt die Pathologie in der Onkologie die Schnittstelle zwischen Klinik und Diagnostik dar und hat die Aufgabe, den Informationsfluss möglichst effektiv und umfassend zu dirigieren zum Zwecke einer optimalen Versorgung eines Tumorpatienten. Eine reibungslose klinisch-pathologische Kommunikation, nicht zuletzt durch die regelmäßige Diskussion der einzelnen Patientenschicksale im Rahmen fachgebietsspezifischer Tumorkonferenzen, zu denen sowohl der behandelnde klinische Kollege als auch ein Fachvertreter des Instituts für Pathologie anwesend sind, stellt eine entscheidende Voraussetzung zum Gelingen dieser verantwortungsvollen Aufgabe dar.

 

Tumorkonferenzen des UKH mit pathologischer Beteiligung:

Ort: UKH, Standort Kröllwitz, FG 15, Konferenzraum 16

                                 

 

Fachgebiet

 
 

Termin

 
 

Kopf-Hals-Tumorkonferenz

 
 

Montag, 15.00 Uhr

 
 

Interdisziplinäre pädiatrische Tumorkonferenz

 
 

Montag, 16.30 Uhr (14tägig)

 
 

Knochen- und Weichteil-Tumorkonferenz

 
 

Dienstag, 15.15 Uhr

 
 

Interdisziplinäre Tumorkonferenz zu gastrointestinalen Tumoren

 
 

Dienstag, 15.45 Uhr

 
 

Gynäkologisch-onkologische und senologische Tumorkonferenz

 
 

Mittwoch, 14.30 Uhr

 
 

Interdisziplinäre Tumorkonferenz Lungenkarzinom

 
 

Donnerstag, 14.15 Uhr

 
 

Uroonkologische Tumorkonferenz

 
 

Freitag, 11.00 Uhr (14tägig)

 

 

Leitung:

Prof. Dr. med. Claudia Wickenhauser
Direktorin des Instituts für Pathologie

Kontakt:

Chefsekretariat K. Göttert

Telefon: (0345) 557 1281
Telefax: (0345) 557 1295
E-Mail: pathologie(at)uk-halle.de

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