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Chirurgische Forschung

Wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn durch kliniknahe Grundlagenforschung: Entwicklungsmöglichkeit neuer Therapieansätze für Patienten

 

Wir begrüßen Sie herzlich auf der Forschungswebseite unserer Klinik. Unsere Forschungsschwerpunkte liegen in der Aufklärung der molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung in den Bereichen Hepato-Pankreato-Biliär (d.h. vor allem Pankreas und Leber), Endokrin (Schilddrüse, Schilddrüsenkarzinome, neuroendokrine Tumore) und  Gefäßerkrankungen (Atherosklerose). Durch diese Forschungsarbeiten möchten wir neue und/oder verbesserte Therapieansätze und Konzepte für unsere Patienten finden. Wir engagieren uns natürlich auch für die wissenschaftliche Ausbildung unserer Studentinnen/Studenten und jungen Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler. Wer Interesse an unseren Forschungsthemen hat, insbesondere auch an der Möglichkeit zu promovieren, kann sich gerne über das Sekretariat der chirurgischen Klinik weiter informieren (0345-557-2314 oder vgec.direktion(at)uk-halle.de).

 

Im Folgenden stellen wir einige Themenkomplexe dar, in denen wir aktuell Projekte durchführen oder planen. 

 

1. Entzündung/Mikroumwelt und Krebs

Eine Entzündung ist eine Abwehrreaktion des Immunsystems. Die Reaktion auf eine Schädigung oder einen Reiz ist wichtig, um zerstörte Zellen und Fremdkörper zu beseitigen. Dabei erfolgt eine Einwanderung von Immunzellen aus dem Blut in das infizierte oder geschädigte Gewebe. Im Normalfall klingt die Entzündung nach der Reparatur des Gewebes bzw. Beseitigung des Fremdkörpers wieder ab. Bei chronischen Entzündungen produzieren die Immunzellen kontinuierlich Faktoren, die andere Zelltypen aktivieren und dabei zu Gewebeveränderung des betroffenen Organs führen können. Zusätzlich können andauernde Reparaturprozesse zu einer Schädigung des Erbgutes führen und damit die Tumorentstehung unterstützen. Die Tumorzellen produzieren dann zusätzlich eine Reihe von Faktoren die den Entzündungsprozess aufrechterhalten können, es entsteht also eine Art Teufelskreis. Das Verständnis des Zusammenspiels von Immunzellen und Krebszellen sowie anderer Zelltypen in der Tumorumgebung stellt ein vielversprechendes Gebiet in der Krebsforschung dar und hat damit Auswirkungen auf Diagnose, Prognose und Therapie dieser Erkrankungen. 

(Literatur z.B. Kong et al. Dynamic landscape of pancreatic carcinogenesis reveals early molecular networks of malignancy. Gut 2016; Kleeff et al. Pancreatic cancer. Nat Rev Dis Primers 2016)

 

 

2. Stress in Zellen als Risikofaktor für Krebs

Unser Körper besteht aus Billionen von Zellen die unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen. Je nach den Aufgaben der Zelle sowie nach ihrem Zustand und den zellulären Stressfaktoren, denen diese Zellen ausgesetzt sind, benötigt unser Körper eine ständige Erneuerung der Zellen. Dafür existieren Beobachtungs- und Entscheidungssysteme, ob die Zellen wachsen (sich teilen) sollen, oder abgebaut werden. Störungen des Stress-Erkennungssystems können zu einer Schädigung am Erbgut führen. Der Erwerb mehrerer solcher Genveränderungen kann zum unkontrollierten Wachstum und Krebsentstehung führen. Durch ein genaueres Wissen der Stress-Erkennungssysteme in den Zellen können wir zukünftig möglicherweise eine Schädigung am Erbgut und die daraus folgende Tumorentstehung verhindern bzw. das Tumorwachstum verlangsamen. 

(Literatur z.B. Sunami et al. Canonical NF-κB signaling in hepatocytes acts as a tumor-suppressor in hepatitis B virus surface antigen-driven hepatocellular carcinoma by controlling the unfolded protein response. Hepatology 2016)

 

  

 

3. Tumormetabolismus

Metabolismus oder Stoffwechsel ist die Grundlage aller lebenswichtigen Vorgänge in unserem Körper. Die Bestandteile der Nähstoffe (z.B. Kohlenhydrate, Fette, und Eiweiße) werden durch ein reguliertes Stoffwechselsystem abgebaut, umgebaut, oder aufgebaut. Das Stoffwechselsystem stellt die Energie für alle biologischen Aufgaben unseres Körpers zur Verfügung. Der Stoffwechsel wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst, unter anderem auch durch Sauerstoff. Die Krebszellen zeigen einen besonderen Stoffwechsel, da sie eine erhörte Energieversorgung für schnelleres Wachstum, auch unter Bedienung des Sauerstoffmangels, benötigen. Durch neue Gefäßbildung oder eine Veränderung der Expression des Faktors der u.a. die Gefäßneubildung kontrolliert, können Krebszellen mehr Energie zum Wachsen bekommen. Die Identifizierung und Aufklärung von Krebszell-spezifischen Stoffwechsel-Regulatoren ist wichtig um potentiell neue Therapiemöglichkeiten gegen den Krebs finden. 

(Literatur z.B. Cheng et al. In vivo functional dissection of a context-dependent role for Hif1α in pancreatic tumorigenesis. Oncogenesis 2016; Erkan et al. The role of hypoxia in pancreatic cancer: a potential therapeutic target? Expert Rev Gastroenterol Hepatol. 2016; Kong et al., Hypoxia-induced endoplasmic reticulum stress characterizes a necrotic phenotype of pancreatic cancer. Oncotarget 2016)

 

 

 

Klinische/translationale Forschung

Neben unseren grundlagenwissenschaftlichen Arbeiten, führen wir auch klinische Studien, systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen durch, im Sinne einer evidenzbasierten Medizin/Chirurgie. 

(Literatur z.B. Kleeff et al., Evidence-Based Surgical Treatments for Chronic Pancreatitis. Dtsch Arztebl Int. 2016)