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Der multimorbide ältere Tumorpatient: Assessment - Therapieplanung - Lebensqualität"

Eine multizentrische Studie zur Modellierung und Pilotierung eines patientenzentrierten interdisziplinären Behandlungs- und Versorgungskonzeptes für onkologisch-geriatrische Patienten (PIVOG)

Kurztitel 

  • PIVOG

Förderzeitraum

  • 05/2014-10/2016

Förderung

  • Wilhelm-Roux-Programm FKZ: 28/20 

Zusammensetzung der Arbeitsgruppe:

 

Projektleitung 

  • Principal Investigator: Dr. med. Heike Schmidt, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Medizinische Fakultät der MLU Halle-Wittenberg
  • Prof. Dr. med. Dirk Vordermark, Universitätsklinik und Poliklinik für Strahlentherapie
  • PD Dr. med. Karin Jordan, Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV, Hämatologie und Onkologie
  • Prof. Dr. med. Ursula Müller-Werdan, Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III (Kardiologie, Angiologie, internistische Intensivmedizin, Geriatrie)

Wissenschaftliche Mitarbeiter:

Kooperationszentren:

  • Universitätsklinik und Poliklinik für Strahlentherapie 
  • Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV, Hämatologie und Onkologie
  • Universitätsklinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie

Co-investigator:

 

Dr. Eckhard Fiedler, Universitätsklinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie

 

Ärztliche Mitarbeiter:

  • Katharina Lampe, Ärztin 

Study Nurses:

  • Alexandra Biolik
  • Franziska Flessner

Abstract

 

Hintergrund

Ältere Patienten mit Tumorerkrankungen sind in Bezug auf Beeinträchtigungen in körperlicher und kognitiver Funktionalität sehr heterogen und häufig durch multiple Komorbidität belastet. Daher wird empfohlen, in Therapieplanung ergänzend zu klinischen Parametern auch die individuelle Belastbarkeit, das soziale Umfeld und die Versorgungssituation der Patienten einzubeziehen, um relevante Risikofaktoren zu identifizieren. Es mangelt jedoch an prospektiven Studien, um evidenzbasierte Empfehlungen für die Planung der Therapie und Nachsorge abzuleiten.

Zielstellung

Ziel der Studie ist die Entwicklung, Modellierung und Pilotierung eines patientenzentrierten interdisziplinären Behandlungs- und Versorgungskonzeptes für onkologisch-geriatrische Patienten (PIVOG) unter Einbeziehung klinischer und biologischer Parameter, des CGA sowie der Lebensqualität. Diese komplexe Intervention soll ergänzend zur leitliniengerechten onkologischen Behandlung eine gezielte, bedarfsgerechte Anwendung medizinischer und therapeutischer unterstützender Maßnahmen sowie eine sektorenübergreifende pflegerische Begleitung umfassen. 

Methode

Das Projekt mit einer Gesamtdauer von 2 Jahren gliedert sich in 2 Projektabschnitte:

1. Abschnitt: Entwicklung und Modellierung der komplexen Intervention

1.1. Analyse von Routinedokumentation und Versorgungsmustern onkologischer Patienten >70 Jahre

1.2. Sekundärdatenanalyse zur Identifikation relevanter Aspekte der LQ und von Einflussfaktoren auf die LQ 

1.3. Modellierung von exemplarischen Behandlungspfaden einschließlich der Sektoren-übergreifenden pflegerischen Intervention

2. Abschnitt: Pilotierung der komplexen Intervention

Einschlusskriterien: Onkologische Patienten der teilnehmenden Kliniken (Universitätskliniken für Strahlentherapie und für Innere Medizin IV, Halle) in stationärer Behandlung, Alter>70 mit diagnostiziertem solidem Tumor, mindestens einer Komorbidität und/oder einer Einschränkung der Selbstversorgung (ADL, IADL) und schriftlichem Einverständnis zur Studienteilnahme durch Patient und/oder Betreuer. Stichprobengröße: N=100 

Zielgrößen: Datenerfassung während Behandlung und Follow-up: Therapieform, Dosis, Nebenwirkungen (CTCAE-Skala) und Supportivmaßnahmen. Messzeitpunkte: Einschluss (t1), Entlassung (t2) und 6 Monate poststationär (t3). Variablen: Funktionsfähigkeit, LQ (EORTC QLQ-C30, ELD14) (t1, t2, t3), Entlassungsstabilität (Anzahl und Ursachen der ungeplanten Rehospitalisierungen), Gesamt- und krankheitsspezifisches Überleben, Patientenzufriedenheit (t3).

Ergänzend: qualitative Analyse der Entscheidungsfindung unter Einbeziehung der ergänzenden Befunde von CGA, LQ und biologischem Alter

Erste Ergebnisse

Erste Analysen des CGA und der HRQOL weisen auf den potentiellen Nutzen dieser Assessments für die Planung der onkologischen Therapie und Supportivmaßnahmen hin. Die pflegerische Nachsorge wird gut angenommen. 

 

Wissenschaftlicher Beirat

Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg: 

  • Prof. Dr. rer. nat. Simm, Forschungsleiter der Universitätsklinik und Poliklinik für Herz- und Thorax-chirurgie Halle, Vorsitzender des interdisziplinären Zentrums für Altern (IZAH), Präsident der deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie 
  • Prof. Dr. med. Andreas Klement, Leiter Sektion Allgemeinmedizin; Medizinische Fakultät der MLU Halle-Wittenberg
  • Prof. Dr. rer. nat. Wienke, Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik; Prof. Dr. med. Klement, Leiter Sektion Allgemeinmedizin; 
  • Prof. Dr. Gabriele Meyer, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Medizinische Fakultät der MLU Halle-Wittenberg
  • Dr. rer. medic. Jahn, Leiter PFuE am UKH, GKV Spitzenverband nominierter Experte QS Geriatrische Reha 
  • PD Dr. med. habil. Anke Steinmetz, Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie,  Leitung Konservative Orthopädie und Physikalische Medizin, Universitätsklinikum Halle (Saale) 
  • Dr. med. Tobias Wustmann, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Universitätsklinikum Halle (Saale)

Externe Experten:

  • CA Dr. med. Michael Meisel Innere Medizin, Geriatrie, Diakonissenkrankenhaus Dessau 
  • Fr. Paradies, Konferenz onkologische Krankenpflege der DKG; Dipl. med.-inf. Wittrich, Bundesverband Geriatrie, (BVG) 
  • Herr Weise, Geschäftsführer Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft (SAKG)

Internationale Kooperation:

  • Prof. Johnson, Cancer Sciences, University of Southampton, Southampton SO16 6YD, UK, EORTC Elderly Task Force.
  • Sally Wheelwright, MA (Cantab), University of Southampton
  • Morten Aagaard Petersen, M.Sc. The Research Unit, Department of Palliative Medicine Bispebjerg Hospital, University of Copenhagen
  • Dr. med. Jörg Sigle, Software Anyquest for Windows/QL-Recorder